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"Ein Schritt im Leben"
Auflösung von Hab und Gut
Auflösung Hausrat
Seit März 2023 sind wir im Begriff unseren ganzen Haushalt aufzulösen. Viele Dinge haben bereits über die Strasse hinweg einen neuen Besitzer gefunden. Bei schönem Wetter führen wir auf unserem Parkplatz Zuhause einen Verkaufsstand und vielen Gratisartikeln.
Spätestens im August 2023 sollte alles weg sein. Ziel ist es mit nur einem grossen Rollkoffer und einem Handgepäck die Reise anzutreten.
Abschied nehmen und loslassen von vielen Erinnerungsstücken ist in nächster Zeit das unumgängliche.
Im April 2023

Antik ist angesagt
An einem anderen Tag mit einem anderen Angebot.
Im Marktverkauf kommen plötzlich, für uns fremde Leute auf uns zu und berichten, dass Sie uns sehr wohl kennen.
„Wir seien doch die zwei die immer durch das Dorf spazieren“.
In kurzer Zeit durften wir so am Ende unserer Zuchwil-Aera einige neue und nette Leute kennenlernen, welche wir zuvor nie gesehen haben.

Kleine Besonderheiten
Viele kleine Details, welche in den unterschiedlichsten Ecken, nun einen neuen Platz in einem neuen Zuhause finden mögen.
Erinnerungen werden immer und immer wieder wach. Es ist nicht leicht, aber es ist auch gut so wie es ist.
Unglaublich wieviel Mensch ansammeln kann im Laufe kurzer Zeit.

Samstag 30. April letzter Arbeitsweg




Ich darf das letzte mal im Laden mitwirken. Meist sind Samstage strenge Tage. Heute scheint dies nicht zuzutreffen. Mein Chef wollte mich früher als geplant bereits am Mittag in Rente schicken.
Ich danke für’s Angebot, aber heute machen wir doch gerne bis zum Schluss…oder wenigstens bis 16:00Uhr.…Feierabend. Fertig mit Arbeitswelt…
Auf dem Feierabend Spaziergang dann das Puzzle…von Tansania, Zufälle gibt es nicht.

Abfallentsorgung
Ob Altmetall, Bauschutt oder einfach nur Karton, alles wird mit unserem Veloanhänger zur Entsorgungsstelle bugsiert. Hier die vielleicht 11. Fahrt, diesmal mit Alteisen und Karton.
Im Mai 2023

Tagesüblicher Spaziergang
Es bleibt uns genügend Zeit, um in Ruhe unser Hab und Gut zu veräussern, zu sortieren und teilweise gratis zu vergeben oder entsprechend zu entsorgen.
So nehmen wir uns die Zeit wie auch die Muse, besonders bei schönem Wetter, unseren täglichen Spaziergang zu geniessen.
Die ersten wirklich warmen Tage in diesem Jahr.
Immer noch im Mai 2023


Die Bank ist frei und wir lauschen dem Vogelgezwitscher und blinzeln in die von der Aare reflektierenden Sonnenstrahlen. Einfach nur schön und sehr angenehm.
So hat alles auch ein Ende, wie auch unser heutiger kleiner Spaziergang. Zuhause wartet noch einiges an Arbeit auf uns…also dann mal los.
Samstag 6. Mai
Das Wetter sieht für heute gut aus. Regen sollte keiner fallen. Wir stellen einmal mehr, unser aktuelles, fein säuberlich mit Preisschilder angeschriebenen Waren, aus. Obwohl wir heute durch den Trödelmarkt beim Schulhaus eine Riesen Konkurrenz haben.
Unsere Befürchtung bewahrheitete sich. Zu Beginn noch hatten wir regen Besuch und wenige Artikel konnten verkauft werden. Doch dann blieb es ruhig…zum Glück…
…denn ein ehemaliger Arbeitskollege traf mit seiner roten Triumph auf einen Kurzbesuch ein. So gab es einen kurzen Schwatz und Informationsaustausch.
Zu meinem Erstaunen arbeitet dieser Kollege seit kurzem, in der gleichen Firma und der gleichen Abteilung, in welcher ich vor 12 Jahren auch während 10 Jahren war.
Wie bereits erwähnt, Zufälle gibt es nicht!
Jedenfalls war es interessant zu hören wie sich alles in 12 Jahren verändern kann und auch soll. Der Schwatz hat einmal mehr gezeigt, nichts ist für die Ewigkeit.

Das Invaliden Paar

Unser fast täglicher Parkplatz-Verkauf läuft momentan nicht schlecht. Das Wetter spielt mit und wir können immer wieder etwas verkaufen oder auch gratis abgeben.
Dabei kommt es gelegentlich zu wunderbaren Begegnungen. Obwohl – die Bezeichnung „wunderbar“ nicht immer zutreffend ist. Wie auch immer, wir denken an nichts böses, im Moment ist es eher ruhig und wir warten auf Kundschaft. Kaum gedacht fährt diese auch schon vor, mit einem 45Km Invaliden Auto.
Ein älterer Herr steigt aus. Seine Frau, so meine Vermutung, bleibt auf dem Beifahrersitz und schaut aus dem Fenster auf unsere Auslage. Der Herr in der Zwischenzeit grüsst kurz aber freundlich, mit der Aussage, so wollen mal schauen was es alles schönes gibt. Sein Erscheinen war, naja um höflich zu bleiben, eher etwas in ungepflegter Richtung. Sein Aussehen war vielleicht nicht sehr ansprechend, dafür war seine Redensart so etwas von lustig und liebenswürdig, was Mensch selten noch antrifft. Er erblickte, kaum ausgestiegen, das was er zu finden hoffte, ein Bündel mit zusammengeschnürten Fingerringen. Mit 1 Franken das Stück angeschrieben. Er führte das Bündel mit den Ringen zu seinen dicken Fingern mit Krallenähnlichen Fingernägeln. Ich dachte noch, wenn da ein einziger Ring Passt, gleicht dies einem Wunder. Er, jedoch liess sich von der Grösse der Ringe nicht beeinflussen und probierte an jedem Finger ob der auserwählte Ring über die krumme Kralle und über das grosse dicke Fingerglied rutscht. Passte ein Ring, nahm er die Kordel, an welcher der Ring befestigt war und meinte nur, schneid hier mal durch. So, als ob jeder ein Taschenmesser zur Hand hätte. Ich hatte – zum Glück. Denn die Suche nach einem weiteren passenden Ring wurde von dem Herrn ohne Verzögerung fortgesetzt. Nach dem 4. passenden Ring gab er auf und meinte, sind 6 Franken genug für alle Ringe? Es waren gute 15 bis 20 Ringe an der Kordel. Ach so, dachte ich, ein vermeintlicher Geschäftsmann ist hier am wirken.
Nun kam die Geschichte warum er und seine Frau Invalide sind und von einer kleinen Rente zu leben haben und dass wir doch so nette Leute seien und ihm die Ringe zu diesem Preis geben könnten.
Seine Frau, gebückt auf dem Beifahrersitz aus dem Autofenster lehnend, meinte nur, Sie müsse nicht auf Paris fahren um den Eiffelturm zu sehen, sie habe den Eiffelturm in Ihrer Wirbelsäule verbaut. Auf meine Rückfrage wie das gemeint sei, erwiderte Sie, So viele Rückenoperationen mit Metalleinlagen, dass diese einem Eiffelturm nahe kommen. Demnächst käme nun noch eine weitere Operation hinzu.
Der Handel wurde mit 6 Franke für alle abgeschlossen. Als Dank wurden wir so feste gedrückt, dass sich die Wangen aneinander rieben um sogleich die nächste Geschichte zu erfahren. Er habe nämlich Asthma und könne in der Nacht kaum atmen. Der Hund, welcher jedoch nicht anwesend war, sei sein Held. Denn jedes mal wenn er schwer zu atmen beginne in der Nacht, merke dies der Hund und würde sich zu ihm legen. Auf wunderbare weise, würde dann auch das Atmen wieder besser. Auch sei das Tier so sauber, der Hund könnte 1 Woche auf dem Bett liegen und nie gäbe es auch nur die geringsten Spuren. Die Bettbezüge wären noch wie am ersten Tag, so sauber sei dieser Hund. Nun konnte Mensch sich fragen, welchen Anspruch der Herr in Sachen Sauberkeit wohl haben möchte und an seinem Erscheinen sah es eher nach einem bescheideneren Anspruch aus. Doch wie auch immer, waren die beiden Herzerwärmend und äusserst dankbar für die erworbenen Ringe.
Bei dieser Begegnung zeigte sich einmal mehr, dass solche Erfahrungen wertvoller sind, als diese auf den ersten Blick zu sein scheinen. Mensch trifft Mensch mit besonderer Feinfühligkeit. Besondere Situationen und Erlebnisse, vermittelt durch besondere Menschen. Auch hier gilt erneut, nicht das Auge sieht das wahrhaftige, sondern alleine das Herz, trifft hier in dieser Geschichte besonders treffend zu.
Inoffizieller Hausverkauf

Schon früh wurde im nahen Umfeld bekannt, dass wir unser Haus verkaufen möchten. Unsere Parkplatzverkäufe führten zu entsprechenden Fragen, welche dazu führten, dass schon bald viele Leute erfuhren, dass wir Auswandern.
So ergab es sich wohl, dass ein nicht unbekannter älterer Herr aus dem Dorf an uns herantrat und uns mitteilte, dass er sehr interessiert an unserem Haus sei und er würde das Haus gerne kaufen. Er kenne das Haus bereits von Kindheitsbeinen an und es liege ihm viel daran, dieses für ihn schöne alte Haus zu kaufen.
Wir waren jedoch längst nicht soweit, um Besichtigungstouren durch unser Chaos von Kisten, Kleiderbergen, Abfall und vielem mehr, durchzuführen. So vertrösteten wir diesen Interessenten auf Ende des Monats. Er jedoch, liess nicht locker und besuchte uns in der Zwischenzeit noch zweimal um zu berichten, dass er mit der Bank gesprochen habe und er gerne eine Zusatzleistung zum Kaufpreis anbieten möchte. Immer wieder betonte er wie wichtig es ihm sei, diese Haus zu erwerben. Wir vereinbarten also einen Besichtigungstermin, alleine nur für diesen Herrn auf den besagten Tag Ende des Monats, bevor wir das Haus zum Verkauf anschreiben wollten. Eine Ausschreibung war nicht geplant, da unser Verkaufspreis unter dem aktuellen Marktpreis liegt.
Unser Ziel war ein fairer Preis an die richtigen Interessenten mit den von uns gedachten Kriterien, wie Wertschätzung alter Häuser, eher junges Paar ohne Kinder, Selbstbewohner etc. .Auch wir erhielten das Haus damals zu einem für uns erschwinglichen Preis und ohne Preistreibereien. Dies sollte auch bei unserem Hausverkauf Priorität haben. Kriterien welche der Herr eigentlich nur zu einem kleinen Teil erfüllte. Seine Hartnäckigkeit und sein Angebot von zusätzlichen finanziellen Anreizen liess uns schwach werden, den einfachen und kurzen Weg zu wagen. So sparen wir Zeit, keine grossen Hausbesichtigungen, so unsere Gedanken.
Der Tag der Besichtung war da. Zusammen mit dem Intressenten zeigten wir das Haus, besprachen die bestehenden Mängeln, welche Renovationen und Investitionen notwendig seien. Für den älteren Herrn gab es noch immer keinen Zweifel das Haus zu erwerben.
So verabschiedeten wir uns mit der Abmachung, das benötigte Formular für die Anmeldung bei der Amtschreiberei baldmöglichst mit seinen Angaben an uns zu retournieren.
Tage vergingen ohne ein Lebenszeichen von unserem Herrn. Wir versuchten einen telefonischen Kontakt herzustellen, ohne Erfolg. Nach weiteren Tagen nochmals ein telefonischer Anruf, doch auch diesmal ohne Erfolg. Wir besuchten den Herrn Zuhause und klingelten an der Wohnungstür, zu einer Zeit in welcher die meisten Zuhause sind. Auch dies ohne erfolg. Auch schien alles etwas ohne Leben zu sein im und um das Haus. Keine Anzeichen, dass hier jemand lebt und Spuren hinterlässt.
So entschlossen wir einen Brief in seinen Briefkasten zu hinterlegen, dass er sich unbedingt bei uns melden sollte, wir seien im Zugzwang um unser Haus zu verkaufen, die Zeit läuft momentan gegen uns.
Nochmals drei Tage später, erhielten wir eine schriftliche Antwort von unserem Interessenten. Eine schriftliche Antwort welche wir, trotz grosser Bemühungen, nur mit fremder Hilfe – mein Bruderherz war so nett –, entziffern konnten. Eine komplette Entschlüsselung der Schrift, gelang uns jedoch nicht, so, dass gewisse Vermutungen zum Verhalten des Herrn, bleiben.
Wie auch immer, für uns galt nun sofort eine offizielle Bekanntmachung zum Hausverkauf. Obwohl wir eigentlich nicht inserieren wollten, waren wir nun gezwungen, damit wir die verlorene Zeit umgehend aufholen können.
Moral der Geschicht

Das Haus hat uns wieder auf unseren wirklichen Weg zurückgeführt. Obwohl die Gründe des älteren Herrn noch immer auf Vermutungen beruht, hat uns das Ganze wieder aufgezeigt, dass der einfache Weg, nicht immer der richtige ist.
Wir haben uns beirren lassen und unsere Werte zum Verkauf des Hauses völlig missachtet, nur zu Gunsten eines Vorteils. Das jedoch sollte eben nicht geschehen. Scheinbar haben sich da gewisse Mächte eingemischt, zu unserem Glück.
Denn das Haus wurde inzwischen ausgeschrieben und nach einigen Besichtigungstouren verkauft. Noch fehlen die amtlich notwendigen Prozesse und Papiere und Umschreiberei, dies sollte jedoch nur noch eine Formsache werden, so hoffen wir doch.
Das Haus hat seinen neuen Bewohner selber ausgesucht. Wir haben die Rahmenbedingungen geschaffen, bestimmte Interessenten zugelassen oder eben auch nicht.
Im Anschluss wurden alle Favoriten nach Rang (wann erfolgte die Anmeldung zum Interesse für eine Besichtigung) und Position (wie passen Interessenten zum Haus) entsprechend aufgelistet.
Manche Interessenten waren fast gleichauf, nur der Rang gab den Unterschied. Doch genau diese Favoriten haben Ihr Interesse wieder abgemeldet, so, dass wiederum die wirklich echten Favoriten vorrücken konnten.
Diese gaben dann auch Ihre Zusage, zur Freude von uns beiden und auch zur spürbaren Freude vom Haus. Denn wenn Mensch das verfolgt wie im Detail nun alles seinen Lauf nahm (nicht alles ist aufgeführt, wie Gespräche Kriterien, Preis etc), muss zugestanden werden, dass das Haus zur Auswahl des neuen Besitzers kräftig mitgemischelt hat. Da kann Mensch nun geteilter Meinung sein oder nicht, wir beide wissen um das Haus.
Mit grosser Freude durften wir die neuen Bewohner informieren, dass die Entscheidung auf Sie gefallen ist. Nun ist uns gut ums Herz und Bauch, denn die neuen Bewohner sind die wirklich richtigen, welche dem Haus wieder neues Leben einhauchen werden mit Gefühl und Bedacht, dass es eben ein altes Haus ist, was jedoch nach neuem verlangt.
Verkauf unserer Sinar P2 mit Betterlight
Schweren Herzens musste auch für die Fachkamera mit 4×5 inch Aufnahmefläche einen neuen Besitzer gefunden werden. Vor Jahren angeschafft, für richtig viel Geld, wurde nun zum Schnäppchenpreis weitergegeben. Doch zum Glück gibt es noch weitere Enthusiasten. Lange musste ich warten, bis sich ein solcher meldete, welcher genau wusste, was für ein „Schätzchen“ er da erhalten würde. Dabei geht es uns nicht wie meistens um den Verkaufspreis, sondern mehr darum, dass eine gleiche Wertschätzung vorliegt, wie wir diese hatten. Nicht zuletzt das notwendige andere Denken um mit so einer schweren Kamera heutzutage noch fotografieren zu wollen. Auch hier hat die Kamera einen tollen neuen Besitzer erhalten. Gebührend abgeholt mit einem wundervollen VW-Käfer.
Ja, vorbei die Zeit der ruhigen entschleunigenden Momenten der Bildgestaltung. Vorbei mit Aufnahmen für eine andere Welt. Nun – so hat alles seine Zeit- und seinen Grund – wann es kommen soll – und wieder gehen darf. Immer mit dem Gedanken, nichts ist wirklich notwendig, nichts wird wirklich benötigt, vieles hält uns nur vom wirklichen ab.

Apéro mit den neuen Hausbesitzern


Das Haus hat seine neuen Besitzer gefunden.
Der Tag ist gekommen, an dem wir uns zum Anstossen zusammenfinden. Noch ist die amtliche Überschreibung offen, aber am laufen.
An einem gemütlich und sonnig warmen Tag in kleiner Runde, stossen wir auf die von uns allen neuen Kapitel an. Wir alle versammelten werden in Zukunft einen neuen Weg beschreiten.
Die beiden wollten gerne etwas zum Anstossen mitbringen. So gaben wir an, dass gerne etwas Alkoholfreies willkommen wäre.
Wir besorgten etwas zum knabbern und auch noch etwas mit „Geist“, im Falle eines Falles, dass für alle etwas dabei ist.
Jana und Fabian sind mit Ihren Velos angekommen und haben tolle Köstlichkeiten mit und ohne Alkohol mitgebracht. Vor dem Vergnügen, wollten die beiden nochmals durchs Haus gehen, um nochmals ein Bild zu bekommen. Im Juli soll mit Architekten eine erste Besichtigung erfolgen um im Anschluss Hauspläne zu erstellen und eine erste Planphase anzugehen. Doch nun der angenehme Teil, zum Apéro.
Der Alkoholfreie mit Rhabarber aus der Region, war so etwas von köstlich und daher im nu weggetrunken. Der Champagner überzeugte selbst die überzeugten Blaukreuzer 😀, so dass auch dieser schnell leer war, leider. Einen Champagner zu geniessen überraschte uns beide, es war ein leckeres Erlebnis. Dass Jana aus dem Gastgewerbe kommt, konnte Sie nicht verheimlichen.

Bei wundervollem Wetter durften wir einen richtig gemütlichen Nachmittag zusammen verbringen. Die Zeit verging im Flug und so erfuhren wir, dass eine und das andere voneinander.
Dass die beiden die wirklich richtigen sind, bestätigte sich abermals. Wir sind richtig froh über die neuen Hausbesitzer, es sind wirklich die passendsten Traumkandidaten für dieses Haus.
Entweder mag Mensch alte Häuser oder überhaupt nicht. Der Charme welches diese haben, kann ein neues Haus nie und nimmer an den Tag legen. Natürlich sind damit auch negative Seiten vorhanden. Wenn diese jedoch bewusst und erkannt sind, bleiben diese unbedeutend und werden einfach ertragen.
Ein altes Haus hat immer zwei Seiten. Wie auch in einem neuen Haus nicht alles glänzt.
Die Amtschreiberei hat bereits die Einladung für die Überschreibung geschickt.
Wenn nichts dazwischen kommt sollte daher bis August 2023 alles unter Dach und Fach sein und die neuen Besitzer heissen J & F.
Parkplatzverkäufe im Juni
Immer bei stabilem Wetter versuchen wir unser Hab und Gut an neue Besitzer zu verkaufen. Dieses, manchmal an den Nerven zehrende Vorhaben, neigt sich so langsam aber sicher mehr oder weniger langsam dem Ende entgegen.
Obwohl noch viele Dinge im Haus darauf warten, verkauft zu werden, zeigen sich zunehmend weniger neue kaufwillige Besitzer. Auch auf der online Plattform wurde es ruhiger. Übrig sind eher spezielle Dinge, oder der Zeit aus dem Rahmen gefallene Schätzchen. Mit grossem Aufwand räumen wir immer wieder alles raus, um am Abend vieles wieder hinein zu tragen. Wir wollten und wollen es so. Alles in eine Mulde zu schmeissen ist keine Option für uns.






Ein Schrank aus alter Zeit, ohne Nägel und trotzdem in seine Einzelteile zerlegbar. Leider musste der arme sein Dasein in den letzten Jahren im Keller aushalten. Doch wer weiss, was ein neuer Besitzer dem Schrank bietet. Noch steht er bei uns und wir sind in der Hoffnung zeitgerecht jemand zu finden. Es wird sich zeigen was sein soll.
Die beiden Überraschungskunden mit ihren tollen Lastenvelos, waren auf dem Weg zu einer Geburtstagsparty. Ohne Geld in der Tasche kauften Sie das Pünktchenkleid, die alte Giesskanne, bunte blaue Gläser und ich weiss nicht was noch alles. Sie versprachen das notwendige Geld auf der Party auszuleihen und uns auf dem späten nach Hauseweg in den Briefkasten zu legen. Wie versprochen lag am Morgen das Geld im Kasten. Mehr als wir vereinbarten. So danken wir auf diesem Weg nochmals herzlichst.
Das Pünktchenkleid kurz übergezogen…ja das passt, gefällt und ist gekauft. Die beiden hatten sichtbar Freude an einigen unseren Sachen. Denn auch Sie unterhalten in der Nähe einen Schaufensterladen. Ein Diebstahl gab es bei Ihnen noch nie. Dies zeigt zum Glück immer wieder, so schlimm wie manchmal geschildert wird, ist es meist nicht. Die wenigen Ausnahmen werden zu oft als die Regel beschrieben. So konnte dieser Verkaufstag mit einer super angenehmen Begegnung enden.
Die letzten Impressionen unseres Parkplatz Verkaufes





Der Flug sollte gesichert sein

Bisher war es uns noch nicht möglich, ausgiebig zu recherchieren, ob es Direktflüge nach unserem Zielland Tansania gibt. So erfuhren wir über Mam, dass Direktflüge angeboten werden. Ihr Nachbar fliege nämlich direkt. Kurz abgecheckt, ob diese Aussage korrekt ist, konnten wir erkennen, dass diese Möglichkeit tatsächlich besteht.
Wunderbar, diese Nachricht entlastete unsere Befürchtung.
Nun steht nichts mehr im Weg. Wir haben den Termin von der Amtschreiberei und wir haben den Termin von der Gemeinde, wann wir unsere Steuererklärung erhalten werden und so die Gewährleistung unsere Abmeldebestätigung zu erhalten für alles weitere. Denn die AHV, die Hausversicherung die Krankenkasse, alle wollen die Abmeldebestätigung. Dies zeigt einmal mehr wie frei wir wirklich sind. Gebunden an unzähligen Systemfesseln, lösen wir uns nach und nach frei.
Wir entschlossen uns den Flug, sowie die erste Übernachtung nicht selbst zu buchen. Eine kürzliche, aus den Parkplatzverkäufen Bekannte, empfahl uns ein entsprechende Reisebüro mit Afrika Erfahrung.
Gesagt getan, suchten wir das Reisebüro auf um unseren Flug zu buchen. Wir hatten Glück, niemand sonst war vor Ort, so dass wir ohne Anmeldung unser Anliegen in Auftrag geben konnten.
Nach 3 vergeblichen online Zahlungen für die Sitzplätze im Flugzeug, war die Reservation, sprich Buchung für einen Direktflug im August gesichert.
Es beginnt – Form anzunehmen.
Der nächste Termin für eine definitive Hotelresevation folgt eine Woche später. Wir werden sehen, wo wir die erste Nacht in unsere neuen Heimat verbringen werden. Es bleibt spannend.
Endphase der Parkplatzverkäufe

Wird sind bereits im August 2023 angekommen. Die Parkplatzverkäufe befinden sich endlich in der Endphase. Wir wissen nicht wie oft wir das Ganze ausgeräumt und wieder eingeräumt haben. Langsam aber sicher steht es uns bis oben hin und doch ist noch nicht alles weg, welches noch unbedingt weg sollte, damit möglichst wenig in der Mulde landen muss.
Trotz der oben genannten Mühe, war alles eine doch tolle Erfahrung. Zwanzig Jahre haben wir an diesem Ort gelebt, ja– zugegeben, zurückgezogen, aber nicht abgeneigt Bekanntschaften zu machen. In dieser Phase haben wir mehr Leute vom Dorf kennengelernt als all die Jahre zuvor. Alle kannten uns vom Spazieren her, wir kaum jemand.
Über die spannendsten Bekanntschaften hielten wir vor kurzem zusammen ein Resümee. Wir staunten beide darüber, wieviele aussergewöhnliche und Interessante Leute zu uns gefunden haben. Alleine durch unsere Artikel welche wir im Internet zum Kauf angeboten haben.
Bekanntschaften und Erfahrungen
Alleine durch unsere online Verkäufe haben wir gegen 15 Bekanntschaften gemacht in denen längere und sehr lange Gespräche die Folge war. Tiefgehende Meinungen und Aussagen welche besprochen und beleuchtet wurden. Erfahrungen ausgetauscht und Ansichten zu vielen Themen kamen zur Sprache.
Da war der weit gereiste Erfinder mit vielen Patenten und vielen Erfahrungen und interessanten Hinweisen. Oder die aus Russland stammende Frau welche uns als Wirbelsturm um die Ohren flog, mit ihrem Schweizer Mann, welcher als Ruhepol den Ausgleich zwischen den beiden herstellte. Die Beiden hatten so viel zu erzählen, was aus einer uns bekannten und sonst eher unser eigenen Dimensionsebene gewohnte stammte. Beschenkt mit selbst gemachter Seife, Marmelade, eingemachtem Gemüse endete diese unterhaltsame Begegnung.
Durch einen anderen Artikel hatten wir die Begegnung mit dem jungen sehr aufmerksamen Vietnamesen, welcher so viele Aspekte zum Leben ansprach und dies in einem Tempo, da hatten wir die grösste Schwierigkeit den sehr interessanten Aussagen zu folgen und das in diesem Alter, – Respekt! Da war ich selbst noch die reinste Schlaftablette.
Bei einem anderen Verkauf war es die Frau aus Portugal, welche Ihre Schwester in der Schweiz besuchte. Eine Konversation war eher schlecht möglich, mit digitaler Technik (Translater) gelang uns dennoch ein kleiner Austausch mit der handicap geplagten Frau. Trotz misslicher Lage dieser Frau, liess sie sich von alledem nicht aufhalten und ist, bewunderungswürdig, weiterhin voller Tatendrang sich auch nicht von komplizierten Aufgaben abschrecken zu lassen.
Die Frau aus Südafrika, welche aus dem Nichts auftauchte – Kahm – sah und kaufte und viele sehr Interessante Weisheiten deponierte. Eine spannende junge Frau mit vielen unglaublich ungewöhnlichen Erfahrungen, durften wir so einmal mehr kennenlernen. Eine Frau, welcher Mensch nicht erzählen braucht, wie das Leben läuft oder zu laufen hat. Eine Frau unerschrocken, die anzupacken weiss.
Oder der pensionierte mit seiner an MS erkrankten Frau, welcher begonnen hat zu malen, mit einer sehr spannenden Technik , zeigte uns einmal mehr, dass wie schwierig das Leben sich auch zeigen mag, es immer einen Weg gibt. Wichtig dabei ist, zu akzeptieren – es ist wie es ist und Mensch macht für sich das Beste daraus.

Ebenso waren auch die Bekanntschaften aus dem Parkplatzverkauf oft sehr lehrreich oder aber sicher aufschlussreich. Es zeigt sich immer wieder, dass wir Menschen, als unterschiedliche Individuen, in diesem System, alle ihre eigenen Sorgen zu bewältigen haben. Manche sind grösser und sehr bedrückend, manche geringer und manche sogar unbedeutend. Doch auch hier ist entscheidend, egal was es ist, trotzdem weiter zu machen, mit dem was Mensch hat, – kann – und will. Alles andere ist nur hinderlich und führt in die Irre wie auch in ein Dilemma aus dem nur noch schwer ein Weg hinaus führt.
Lustiges & Ärgerliches


Viel Lustiges, manchmal auch etwas Ärgerliches durften wir in dieser Verkaufsphase erleben. Da war der Pizzaiolo welcher im Begriff war etwas zu kaufen und den Preis derart herabsenken wollte, dass es für uns nicht mehr stimmig gewesen wäre. So einigten wir uns auf den reduzierten Preis und eine frisch gelieferte vegane Pizza. So waren beide Seiten äusserst zufrieden, besonders nach der prompten Lieferung.
Oder die Holzplatte, unsere Bettrückseite, welche Gratis zum Mitnehmen bereitstand, erhielten die Interessenten eine Heimlieferung auf dem Veloanhänger. Dieser Service wurde denn auch prompt mit zwanzig Franken belohnt. Wie auch der Schuhschrank über die Strasse hinweg in sein neues Zuhause geliefert wurde und die „Transportkosten“ spontan mit fünf Franken beglichen wurden. Die Frau Pfarrerin welche ihrem Mann eine Kommode kaufte, ohne sein ausdrückliches OK, die Baumstamm-Skulptur welche auf einem Veloanhänger aufgebunden werden musste, oder unsere Wanduhr welche durch einen Uhrensammler erworben wurde, welcher sein ganzes Haus voller Uhren hat. Alles Wanduhren, versteht sich.
Der unscheinbare welcher staunend oder beobachtend im Wohnzimmer stand und unsere Bilder betrachtete, welcher sich als Architekt entpuppte und die lange liegengebliebenen Cross-Rollschuhe kaufte und ein Rucksack für seinen Sohn für das anstehende Sommerlager benötigte und auch dies bei uns fand. Tage danach, besuchte dieser erneut mit seiner Frau unseren Parkplatz. Irgendwie kam uns die Frau bekannt vor, konnten diese jedoch nicht Einorden, bis uns später ein Lichtlein aufgegangen ist, dass es sich um eine in der Öffentlichkeit (SRF) bekannte Person gehandelt hat und wir nicht TV Schauer ahnungslos waren.
Die Anekdote, einer Besucherin, über das immer schlechtere Sehen im Alter, sei ein reiner Selbstschutz um nicht jeden Morgen zu erschrecken, amüsierte uns sehr.
So gab es die eine und andere Aussage welche zum Schmunzeln oder Lachen veranlasste.
Leider gab es, zum Glück nur wenige, ärgerliche Momente. Leute die abholten, mit dem ausdrücklichen Versprechen, später nochmals vorbei zu kommen um die Schuld zu begleichen und nie wieder gesehen wurden. Gratis Artikel in einwandfreiem Zustand welche ohne ein kleines Danke mitgenommen wurden.
Oder beim Fitnessgerät von Tunturi, welches mit einem Gefühl von, „Du kannst jetzt glücklich sein, dass wir das Gerät bei euch gratis abholen“ eingeladen wurde und im Anschluss ein knappes Danke über die Lippen der neuen Besitzer rutschte. Kein Wort zu viel, für was-weshalb-wo und warum, könnte eventuell ein Gespräch zur Folge haben welches wir mit euch sicher nicht führen möchten. Ein Geschmack der Bitterkeit blieb bei diesem Treffen zurück.
Dies zeigt, auch das Andere ist möglich, eine andere Ebene in einer komplett anderen Dimension, führt zu Unwohlsein und etwas Unverständnis. Wichtig aber auch dann, zu akzeptieren und nicht zu urteilen. Denn auch hier ist das Wahre nicht bekannt nur ein kleiner Teil ist sichtbar.
Der Schlussspurt

Alle unsere Fahrzeuge (Velos) sind verkauft, unser Veloanhänger ist weg, unsere geliebten Einrichtungen für Hobby’s und Unterhaltung sind weg, unsere Betten (Lattenroste) sind weg, unsere Möbel sind zum grössten Teil weg und vieles mehr. Schon bald wird auch unser Kochherd abgeholt und die Küche wird somit kaum noch nutzbar.
Was momentan noch bleibt ist ein mittleres Chaos von Unmengen kleinstartikel, Gestelle die niemand kaufen möchte und dass wir immer wieder etwas am suchen sind welche doch noch benötigt werden.
Alles was in der Küche nicht mehr benötigt wird kommt raus auf den Parkplatz, alle Notvorräte wurden bereits seit Tagen aufgeknabbert oder gratis vergeben. Bis Mitte August soll alles noch brauchbare weg und Platz für die Mulde gemacht werden oder aber ein Anruf in eine Brockenstube sich aufdrängt.
Als Fazit dürfen wir erkennen, viele sehr angenehme Bekanntschaften zu erleben und zu erfahren, welche sich nie und nimmer ergeben hätten ohne unseren Parkplatzverkauf.
So war denn auch der Trennungsschmerz gut auszuhalten. Denn meistens gelangten alle Habseligkeiten an geeignete neue Orte, an welchen die Dinge weiter genutzt werden können.
Somit warten wir auf die kommende Episode nach unserem Parkplatzverkauf und unsere Reisevorbereitung in der zweiten Hälfte August 2023. Aktuell dürfen wir das Auto meiner Mutter nutzen, so dass wir die Möglichkeit haben, das eine oder andere, welches weiter weg liegt, auch noch anzugehen . Mensch sieht sich wieder in der später folgenden Reisevorbereitung.
Parkplatzverkauf – unsere letzten Kunden
Wir schreiben den 13. August 2023. Heute beenden wir unseren Parkplatzverkauf. Wir sind wirklich geschafft, Müde und froh dieses Thema endlich beenden zu dürfen. Es war eine sehr lehrreiche, aber auch sehr anstrengende Zeit. Wie oben bereits erwähnt, durften wir viele spannende Bekanntschaften schliessen und auch dadurch viele neue interessante Leute kennenlernen.
Genug ist genug, oft haben wir unseren ganzen Hausrat auf den Parkplatz geschleppt, um am Abend das Ganze wieder in unseren Gartenschopf zu verräumen, damit am nächsten Tag, sofern das Wetter mitspielte, wieder erneut alles heraus zu tragen. Endlich ist Schluss.
Hier unsere letzten und sehr treuen Kunden aus Polen, welche auch Ende September wieder in Ihre Heimat zurückkehren werden und ein neues Kapitel beginnen, so wie wir. Ende Gut alles Gut.



Endspurt
Es ist endlich soweit, obwohl wir eine extreme Zeit erleben durften mit dem Parkplatzverkauf, geht es nun ans eingemachte.
Eine Mulde darf nun noch alles was defekt oder sonst unbrauchbar ist für die Entsorgung aufnehmen. Leider trägt die Mulde all die Sachen nicht selber aus dem Haus. Da wären dann wieder wir und unsere Muskelkraft und Ausdauer gefragt.
Leider zeigt sich nicht immer alles von der unbrauchbaren Seite, viel zu vieles liegt noch herum, welches ganz sicher nicht in die Mulde soll. Also sind noch so einige Gänge in die naheliegende Brockenstube angesagt. Auch wird unser Gasherd noch abgeholt und abtransportiert nach Italien.
Erste endgültige Verabschiedung. Eine langjährige und immer lustige Bekanntschaft sagt Adieu. Hanspeter wünscht uns mit seiner stets aufgestellten Art eine gute Reise. Seine Spässchen werden uns immer in guter Erinnerung bleiben, als bewundernswertes Vorbild, auch in schwierigen Zeiten das Lachen nie zu vergessen.
Die letzten Aufgaben
Unsere Checkliste erhält immer mehr Haken und doch sind noch viele Punkte leer, welche darauf warten, auch noch ein als erfüllter Punkt angekreuzt zu werden.
Es wäre sicherlich langweilig hier alles aufzuzählen, doch so einige Meilensteine sollen doch genannt werden wie:
- Aktuelle Steuer bezahlen für Abmeldebestätigung zu erhalten
- Steuer für die Grundstücksgewinnsteuer ausfüllen
- Kontoauflösung unserer Hausbank
- Kapitalüberweisung auf neues Konto
- Dollar organisieren
- Erste Hostel-Übernachtungen reservieren
- Abmeldebestätigung den diversen Versicherungen zukommen lassen
- Check-in 23h vorher nicht vergessen
- Gepäck endgültig packen und wägen etc…
…und vieles mehr. Manche Kleinigkeiten, manches was doch auch wieder mehr Zeit in Anspruch nahm.
Spontane Abschiede von Nachbarn und Bekannte, welche in den letzten Tagen noch bei uns vorbeigekommen sind.
Leider hatten wir keine übrige Zeit mehr, um selber noch zu diversen Leuten zu fahren um persönlich Abschied zu nehmen. Unser Plan bis Ende August unser altes Heim zu verlassen ist nun kurz vor dem Ziel. Unsere Nerven, besser unsere Gefühle sind aktuell derart emotional geladen, dass vieles, wenn auch nur Kleinigkeiten, zu Stresssituationen führte. Die letzten 3 Tage vor Abflug waren die wirklich schlimmsten.




Die letzten Abschiede
Der Parkplatz ist leer, alles ist weg,
Das letzte loslassen gilt zum einen für einige Dinge welche schlussendlich doch keinen Platz im Gepäck finden konnten und zum anderen das loslassen von lieben Menschen. Menschen welche man gern hat und eigentlich nicht missen möchte und trotzdem gilt es nun Abschied zu nehmen. Da denken wir doch oft an Krishnamurti, welcher meint, dass wir nichts besitzen sollten, keine Menschen und keine Dinge, ausser unseren eigenen Körper. Loslassen zu können ist wichtig um wirklich zu leben. Wenn auch dies nur im kleinen geschieht ist das OK, bei uns ist es im Moment ein grosser Brocken. Veränderungen sind wichtig, wenn auch oft schmerzhaft oder sicher zuerst einmal mühsam. So gilt
„Schliesse ab, mit dem was war, Sei glücklich mit dem was ist, sei offen für das was kommt“.
In diesem Sinne beginnt nun unser neues Kapitel, wir blättern um und schauen auf ein weisses Blatt in einer uns fremden Kultur, fremder Sprache auf einem anderen Kontinent. Einfach wird es nicht.
Lassen wir es angehen.


Beginn des neuen Kapitels – Abflug
Entgegen den Empfehlungen unserer Reiseberaterin vom Reisebüro, Frau Flury, hatten wir eh keine Rückreise gebucht und auch keine Gabelflüge. Sie meinte, es sei möglich, überhaupt nicht abreisen zu können, sollte dies verlangt werden.
Nach unserer Recherche schienen uns solche Optionen nicht zwingend, daher überlassen wir uns zu diesem Thema einmal mehr der Fügung. So wie es kommt, wird es richtig sein.
Natürlich waren wir froh, absolut problemlos in den Flieger von Edelweiss steigen zu können um direkt nach Arusha/Tansania zu starten. Alleine eine Rückfrage bestand, warum wir kein Visum E hätten für die Einreise.
Unsere kurze aber bestimmte Antwort, dieses lösen wir direkt im Kilimanjaro Airport in Tansania, genügte und wir durften einchecken.
Der Flug war wie erwartet eher mühsam, obwohl das bestellte vegane Essen wirklich gut war, wie auch der Service an sich, alles top war, bleibt es eng, sehr laut und die trockene kühle Luft wird mit der Zeit problematisch.
Wir fliegen beide nicht gern, diese Problemchen, sind jedoch nichts was uns sicher erwartet. Also nehmen wir es eben wie es ist und wir haben es überlebt, wie soviel vor und nach uns.

Ankunft in Arusha – Savannah House

Wir hatten einen Flughafentransfer von unserem ersten Gastgeber „Savanne-House“ organisiert. Unsere Ankunft Abends, sollte kein Problem werden.
Nachdem wir nach knapp einer Stunde unser Tourist-Visum für 90 Tage in der Tasche hatten, wurden wir auch empfangen mit einem Schild „Ursula & René“. War schön anzusehen, viele welche auf Gäste gewartet hatten, alle mit Schilder in der Hand und das Eine galt uns. Bisher scheint doch wirklich alles ohne Schwierigkeiten zu funktionieren.
Die ersten Zeilen auf dem leeren Blatt des neuen Kapitels, füllen sich mit positivem. Das ist doch ein toller Start auf einem für uns komplett neuen Kontinent.

Durch die stressigen Tage zuvor und der doch lange Flug, haben wir bereits den ersten Morgen verschlafen. Wir haben uns auf 09:00Uhr zum Frühstück angemeldet und erschienen erst auf 10:00Uhr.
Dies schien jedoch kein Problem zu sein, allerdings, dass wir kein Fleisch und keine Eier wollten, schon eher. Die beiden Frauen schauten sich kurz verdutzt an, lachten und meinten, OK.
Zehn Minuten später hatten wir zwei tolle Teller mit Bratgemüse, Früchte, Fruchtsaft und Toast vor der Nase stehen. Alles schmeckte wunderbar, obwohl wir uns bereits hier umzustellen haben, denn in der Vergangenheit genossen wir nur ein kleines Frühstück, wenn überhaupt.
Die Bäuche gefüllt, wagten wir uns zum ersten mal als Msungo (Weisse) in die Strassen von Arusha/Moshono. Zum Glück sind wir nicht in der Stadt selbst, sondern nur in einem Vorort Namens Moshono. Hier ist es etwas ruhiger und für die Ersten Einblicke sicher besser.
Die allerersten Eindrücke

Dass wir als Msungo’s (Weisse) auffallen ist klar. Hier bewegen wir uns zudem in einem Touristen freien Ort, was die Leute natürlich noch erstaunter werden lässt.
Doch eines gleich zu Beginn, überall werden wir mit einem Lächeln begrüsst. Wir bemühen uns in der Landessprache eine Begrüssung auszusprechen, welche sich von der aktuellen Tageszeit unterscheiden. Nun sind wir am Vormittag unterwegs, also gilt, „Habari ya asubuhi“ oder etwas schlichter nur „Habari“ zu rufen. Kommt ein Gruss zurück, sagt man „Salama“. So wenigsten unsere erste Lehrstunde.
Erfolgt eine solche Begrüssung, kommt umgehend ein lautes und deutliches „Karibu in Tanzania“ zurück. Also „willkommen in Tansania“ mit einem Daumen hoch und ein breites Grinsen.
Ja, hier ist alles anders, wirklich anders, dass ist so und vieles auf den ersten Blick vielleicht erschreckend. Denn wir sind anderes gewohnt. Wir Europäer sind eher, so kommt es mir vor, wie verwöhnte kleine Kinder. wenn wir umfallen, stellt uns wieder jemand auf die Beine. Oder irgendeine Versicherung kommt für entstandene Schäden auf.
Hier gilt, Selbstverantwortung, und dies ist mehr als ersichtlich. Überall wird gearbeitet und das meist unter freiem Himmel. Da entstehen Möbel, Eisentore, Bausteine, Auto-/ oder Motorradreparaturen, Coiffeurleistungen bis hin zum Bäcker oder Copy-Center und vieles mehr.
Als Msungo zu Fuss unterwegs
Nach unserer ersten Schnuppertour, getrauten wir uns am nächsten Tag in die Stadt zu laufen, ca 1Stunde von unserem Hostel entfernt. Das meiste Leben geschieht direkt an der Strasse, so durften wir die unterschiedlichsten Handwerker bei der Arbeit bestaunen. Aus nichts, vieles zaubern. Manchmal denken wir, war überhaupt einmal irgendetwas ganz?
Überall werden wir mit einem Karibu begrüsst und viele Eindrücke prasseln auf uns. Anstrengend ist alleine immer zu überlegen wie denn nun die Begrüssung lautet, den am Nachmittag heisst es „Habari ya mchana“.
Natürlich werden wir auch ab und zu belagert, sei es von Kindern welche an den feinen Haaren an den Armen zupfen, oder ein Verkäufer welcher seine Ware zum Kauf anbietet. Meist reicht ein respektvolles „Hapana asante sana“ aus und der Verkäufer zieht weiter seines nicht ganz einfachen Weges.
Noch getrauen wir uns nicht die Leute abzulichten mit dem Smartphone, so bleiben die wirklich eindrücklichen Szenen verborgen.
Zwischendurch zeigt sich die Natur, wenn der Mensch nichts verbaut hat.

Besuch eines Bekannten in Kwa Mrefu

Uns war bekannt, dass unser „kleiner Mentor“ in Sachen Tansania/Arusha im Vorort Kwa Mrefu Zuhause sein soll.
Er lebt dort mit seiner Frau seit gut 2 Jahren und veröffentlicht immer wieder gute YouTube Videos zum Thema Tansania, Land und Leute.
Von Ihm durften wir doch so manchen Hinweis übernehmen und Information erfahren.
Also machten wir uns auf die Suche, wir hatten nicht viel, nur die Region wo er Zuhause ist. So organisierten wir uns ein Taxi, leider viel zu teuer, aber egal, ist eben so am Anfang und fuhren in diese Region Kwa Mrefu.
Dort angekommen, fragten wir an der Hauptsrasse irgendeinen welcher gerade dastand nach „Stephano“.
Der gefragte stieg auf sein Motorrad, fuhr voraus und nach einer abenteuerlichen kurzen Fahrt von etwa 5 Minuten über eine grausame Holperstrasse, landeten wir vor der Haustüre unseres Mentors.
Natürlich war dies nicht in unserem Sinne, denn die Abmachung war, ein Anruf zu tätigen und er würde kommen. So standen wir mit entschuldigen Worten Morgens vor seiner Tür und stellten uns vor, denn er kannte uns ja nicht, nur wir Ihn.
Kurzum packte er sein Telefon und Geldbörse ein und zeigte uns kurz seine nahe Umgebung. Bei einem Bierchen und Pepsi tauschten wir uns aus und bedankten uns nochmals für seine informativen Videos.
Der Taxifahrer kostete so viel, dass er gleich den ganzen Tag für uns zur Verfügung stand. So hatten wir nach dem Besuch wieder eine Rückfahrgelegenheit.
Besuch bei Peter Zuhause

Als Msungo (Weisse) empfiehlt es sich eine Hilfe zu organisieren um zu einem gescheiten Busticket zu gelangen. Ansonsten erfährt man die „Hölle“.
Auf dem Busbahnhof will jeder sein Bus als das einzige mögliche Reisevehikel verkaufen. Da wird gezogen und gerupft, bis der potentielle Käufer im besagten Office steht um ein Ticket zu erwerben. Wie der Bus aussieht, wohin er überhaupt fährt steht nirgends geschrieben.
So bot uns Peter, ein Angestellter aus unserer Unterkunft Savannah-House seine Hilfe an. Zugleich würde er uns zu seiner Familie mitnehmen um uns seine Kinder und Frau vorzustellen.
Gesagt getan, am nächsten Morgen begannen wir die abenteuerliche Reise zu Fuss, Dala-Dala und PickiPicki.
Nach einer langen und sehr staubigen wie auch holprigen Fahrt, sind wir dann bei Peter Zuhause angekommen. Von unserem Mentor wussten wir, nie mit leeren Händen zu Besuch gehen, dies gehört sich nicht. Also fragten wir Peter, ob es denn einen Laden in der nähe gibt um einzukaufen, was jedoch überhaupt nicht danach aussah.
Der einzige Laden weit und breit, war eine Holzkiste von ca. 2m x 2m mit einer Öffnung nach vorne inklusive Verkaufstheke. Nun gut, schauen wir mal was es da gibt. Wir gaben Peter zu verstehen, dass er für seine Familie einkaufen könne. Peter eher sehr schüchtern traute sich nicht, so kauften wir eben für Ihn ein. Eier, Früchte, Brot, Spagetti, Saft und für die Kleinen Süssigkeiten, sprich gesüsstes Popcorn in kleinen Tüten.
Mit voller Tüte, getrauten wir uns nun in das Haus von Peter, seine Frau und Kinder begrüssten uns schon am Hauseingang.
Wir wollten nicht für lange bleiben, da schnell etwas gekocht wird um zu essen, gaben wir früh zu erkennen, dass wir unbedingt die Bustickets organisieren wollten.
Nach einer spannenden Unterredung, die Frau, eine Massai, sprach besser englisch als ich und Peter zusammen. Wir erfuhren, doch so einiges politisches, also überhaupt kein Small talk. Wir waren überrascht.
Die Temperaturen wechseln schneller als man schauen kann, kaum weht noch ein kühler Wind, brüht auch schon wieder die sonne auf den Buckel.
Unser PickiPicki Fahrer war längst wieder weg, so dass wir zu Fuss durch den Ort wo Peter wohnt marschierten und so nochmals ein anderes Bild von Tansania erhielten. Ein sehr zufriedener wirkender und ruhiger Ort, aber mit noch weniger Mittel zum Leben und sein.
So dass sich die Frage aufdrängt, wieviel braucht Mensch wirklich um zu sein?
Organisation Busticket nach Dar es Salaam

Nach kurzen 15 Minuten erschien ein Platz mit wartenden PickiPickis. Preis vereinbart und ab zum Busbahnhof, mir graute es schon jetzt. Doch da müssen wir nun durch.
Kaum am Busbahnhof, eher Platz mitten im Chaos, angekommen gehts los. Unser Picki Picki wird gleich gestürmt. Aber vom richtigen Mann. Dank Peter, wusste er gleich, dass ist die richtige Buslinie welche wir nehmen sollten.
Also Fahrer bezahlen vom PickiPicki und durch das Getümmel dem einen Mann folgend bis zum Busoffice, wo die Tickets ausgestellt werden.Naja Office ist etwas übertrieben, das Ganze glich eher einem ehemaligen Schlachtraum mit Holzverschlag von ca. 3m auf 3m. Darin standen weitere vier Männer, bis sich dann einer zu erkennen gab, hier ist der Boss, welcher Ticket ausstellt.
Dann ging alles ganz flott, Fahrtroute und Fahrtzeit erfahren, Fahrtpreis erhalten, Fahrtpreis bezahlt, Ticket ausgestellt und fertig war der Spuk.
Doch, noch waren wir nicht wieder draussen. Peter begleitete uns auch hier mit wachem Auge auf Hedli (Ursula) damit wir schön alle zusammenbleiben und alle Werber abschütteln konnten.
Geschafft, Ticket in der Tasche und die Höhle des Löwen entronnen. Doch auch ausserhalb vom Busbahnhof ist es sehr hektisch mit viel Verkehr, vielen Leuten, alle 10m wird man angehauen etwas zu kaufen, kurzum, Stress pur für uns Msungo’s.
Wir luden Peter noch zum Essen ein und etwas zum Trinken, leider ist sein Englisch noch schlechter als meines und mein Swahili ist noch nicht existierend, blieb die Unterhaltung eher spärlich. Natürlich bezahlten wir Peter für seine Zeit und Mühe mit uns und für seine Hilfe.
Wir verabschiedeten uns mit einem zusätzlichen herzlichen Dankeschön um zu Fuss wieder Richtung Hostel zu laufen.
Letzter Snack auf dem Nachhauseweg in Arusha

Auf unserem Weg zurück zum Hotel, ca eine Stunde Fussweg, gönnten wir uns noch ein Getränk und ein Teller mit Chipsi (Pommesfrites) und etwas Salat.
Alles war sehr lecker, die Bäuche gefüllt, entschieden wir uns um und wählten den Rückweg doch mit einem Dala-Dala zu fahren. Das heisst, an die Strasse stellen, warten bis ein Dala-Dala daher kommt, Hand hoch und schon quitschen die Bremsen. Wir drängen uns in die Blechdose und wurden so ganz schnell an unseren Ort Moshono gefahren.
In einer Bäckerei, welche wir am Vortag bereits entdeckten, kauften wir noch für uns unbekannte Gebäcke, welche sich als sehr lecker herausstellten.
Nun ist auch die Zeit bereits in Arusha schon fast Geschichte für uns, denn am Sonntag bleiben wir im Hostel und geniessen den Tag mit Nichts tun.
Bald geht es weiter mit Daressalam 3. September 2023.
12 Stunden Fahrt nach Daressalam
Das Taxi, welches für uns organisiert wurde, holte uns pünktlich um 04:30 Uhr ab. Denn 05:30Uhr, sollten wir beim Bus sein, so hiess es. Nochmals eine Fahrt im Dunkeln durch Arusha. Der Fahrer wusste auch wo die Busse unserer Gesellschaft standen, ist nicht selbstverständlich.
Am 05:45 startete der Bus, statt wie angegeben 06:00. Naja, wir sassen drin und alles ist gut. Die Fahrt entsprach nicht unserer Vorstellung. Das Ganze entsprach eher einem grösseren DalaDala, denn oft stoppte der Bus und nahm erneut Passagiere auf, welche dann, stehend im Gang des Busses verweilen mussten, da alle Sitzplätze besetzt waren. Auch die Unterhaltung über die andauernd laufenden Musikvideos oder Filme waren eher anstrengend als Unterhaltsam. Andere Länder andere Sitten, wir haben auch das überstanden.
In Daressalam angekommen, mussten wir entscheiden wo wir den Bus verlassen sollten, anhand der Karte und dem GPS Signal, auf dem Smartphone, sahen wir wo sich dieser aktuell befindet. Unsere neue Absteige war nördlich von der Stadt gelegen, im Bezirk Mikocheni-B im Hotel Daysi.
Als der Bus in der Nähe einen Stopp einfügte, beschlossen wir auszusteigen. Ein Platz an einer stark befahrenen Hauptstrasse, laut und dreckig. Kaum ausgestiegen dauert es kaum 3 Minuten und wir hatten unser PickiPicki, welches uns in unser Hotel fuhr. Wir hatten nicht reserviert, denn meist hat es genügend freie Zimmer. Wir versuchen im Preissegment von ca. 30- bis 45’000TZS (ca. 12-25$) zu bleiben. Dementsprechend sind die Unterkünfte einfach. Wir brauchen auch nicht mehr, sauber sollte es dennoch sein.
Genau eine Nacht verbrachten wir in diesem Hotel, denn kaum etwas funktionierte richtig. Das Lavabo war verstopft und aus der Dusche Kahm nur ein Rinnsal. Also am nächsten Morgen hiess es erneut Koffer packen und weiter.
Erneut mit einem PickiPicki unterwegs zu unserer nächsten Destination etwas südlicher gelegen, jedoch weiter weg vom Strand. Das Hostel hatte gute Bewertungen im Booking.com, so versuchten wir unser Glück.
Die Zimmer waren sauber und gemütlich, allerdings war die Umgebung komplett daneben. Kaum eine Gelegenheit an einem Stand etwas zum essen zu erhalten. Alles war laut, starker Verkehr. Ein Fussmarsch von ca. 1 Stunde zum Meer zeigte uns eine stinkende Kloake. Ebenso gefiel uns die Atmosphäre überhaupt nicht in diesem Hotel, Paul Polanski lässt grüssen. War wirklich etwas seltsam dort.
Also weiter, Koffer packen und los. Doch diesmal soll es etwas direkt am Meer sein. Ganz im Süden von Daressalam im Kipebeo Beach Resort zwischen Mahagoni und Kibada gelegen. Wir brauchen 5 Tage Urlaub und gönnen uns daher eine etwas teurere Unterkunft für 67000TZS (27$), jedoch ohne Frühstück. Also fast das doppelte als sonst für uns üblicher Unterkunftspreis.
Geplant, getan, machten wir uns auf ein Taxi ausfindig zu machen, denn die Strecke welche zum neuen Ort führt, ist zu weit für ein PickiPicki. Da es üblich ist, überall von PickiPickifahrer angesprochen zu werden, waren wir kaum 50m von unserem letzten Aufenthalt abgelaufen, vermittelte uns ein PickiPickifahrer ein Taxi, welches 100m von uns weg stand. Ein älterer Herr mit Kathetersack, zeigte sich als Fahrer. Er komme sofort, noch schnell den Sack leeren und er sei bereit für die Fahrt.
Eine Abkürzung mit einer Fähre, bot ein zusätzliches Erlebnis. Nach gut einer Stunde Fahrt, hat uns der sehr nette Fahrer an unsern neuen Zielhafen geführt.



Aufenthalt im Kipebeo Beach Village
Für unser Budget eine doch teure Angelegenheit, aber es ist wirklich auch traumhaft gemütlich. In einer kleinen Hütte haben wir unsere Schlafstätte. Die Duschen und WC sind in einem separaten Häuschen untergebracht.
Wir versuchten noch einen Rabatt herauszuschinden, ohne Erfolg. Doch die nette Damen an der Rezeption meinte, wir sollen doch einfach über Booking.com Buchen, dann hätten wir automatisch den Preis von 67’000TZS. Nach Aktivierung unserer WIFI Verbindung vom Hotel, reservierten wir also online und alles war erledigt.
Alles ist wirklich sauber und gepflegt, wenn doch einfach gehalten. Gefällt uns sehr. Ebenso das erste Abendessen ab einer Speisekarte bestellt, schmeckte absolut köstlich und das sogar Vegan.
Bei der morgendlichen Dusche waren wir sogar überrascht über das warme Wasser, obwohl es hier wunderbar warm ist, kann eine warme Dusche immer erfreuen, besonders am Morgen, wenn die Luft noch etwas frischer ist.
So versuchen wir in den kommenden 5 Tagen die Gegend zu Fuss zu erkunden und ab und zu ein erfrischendes Bad im warmen Meer zu geniessen.
07.09.2023



Auf der Suche nach der richtigen Region
Wir waren uns immer schon bewusst, dass wir in die Wärme wollten, über’s ganze Jahr über. Arusha bot diese Annehmlichkeit im Winter eher nicht. Denn während der Winterzeit, also von ca. April/Mai bis Ende August sind die Nächte doch recht frisch und die Temperaturen können auch einmal sogar unter 10°C fallen. Tagsüber wird es dann wiederum warm, aber in den Nächten und am frühen Morgen, sind dickere Kleider doch empfehlenswert.
Genau dies möchten wir jedoch vermeiden. Hier im Süden sind die Temperaturen das ganze Jahr über zwischen 22°C bis ca. 30°C. Aus diesem Grund wollen wir unser zukünftiges Zuhause in der Region um Dar es Salaam ausfindig machen. Die Stadt bietet alles, wohnen möchten wir jedoch auf keinen Fall in dieser vom Verkehr überfluteten Strassen und hektischem hin und her. Sicher gibt es auch ruhigere Gegenden, aber in der Stadt leben möchten wir nun wirklich nicht. Nach einigen Tagen von Erkundungstouren und Aufenthalte, in dieser Region, beschlossen wir etwas nördlich der Stadt, im Bezirk „Mbezi“ fündig zu werden. Wenn wir nun noch etwas in der nähe der Küste, also nähe Strand finden könnten, wäre es perfekt.
So zogen wir aus der südlichen Region Kibada/Magogoni unterhalb von der Stadt Dar es Salaam mehr in die Stadt selber, um von dort aus eventuell notwendige Kontakte zu Knüpfen. In Tansania ist es tatsächlich so, sprich irgendjemand an und irgendwer wird dir helfen, für was auch immer. Das Problem liegt nun eher darin, einen eher seriösen Menschen anzusprechen und nicht irgend ein Plauderer welcher dich oder uns nur etwas abzocken möchte. Diese Erfahrungen haben wir bereits hinter uns. Also nicht gleich jede angebotene Hilfe annehmen, ist die Empfehlung.
Auch waren wir wieder gezwungen Geld zu wechseln und dies ist nun mal am besten in einer Stadt, besonders wenn keine Dollar zu wechseln sind sondern Schweizer Franken. Dieser Reisezustupf von unseren Lieben will in Schilling umgewandelt sein. Erneut galt es die Zelte abzubrechen. Diesmal früher als geplant, denn unsere gewählte Unterkunft im Bezirk Magogoni erwies sich als totaler Reinfall. Obwohl wir 8 Tage bleiben wollten, direkt am Strand, zogen wir nach einer Ruhelosen Nacht wieder aus. Nach einer kurzen Schilderung, warum wir uns zum Aufbruch entschieden, willigten die Unterkunftsbetreiber ein 50% zu retournieren, obwohl sie dies nicht müssten. Leider funktionierte in dieser Unterkunft kaum etwas richtig und in der Nacht wurden wir von Mottfeuer geräuchert. Naja, auch solche Erfahrungen gehören einfach dazu. Das ist Tansania live.


Schlüsselunterkunft "Triniti"
In der Stadt Dare es Salaam, also im Bezirk Oysterbay, angekommen, bezogen wir unsere neue Destination im Triniti Oysterbay. Ein grosses Zimmer, sogar mit einer kleinen Küche. Auf den ersten Blick wunderbar, auf den zweiten Blick, etwas zu teuer. Nun sind wir da und versuchen unser bestes Kontakte zu knüpfen, um endlich Mietobjekte besichtigen zu können.
In der Region Mbezi würden wir gerne etwas ausfindig machen. Wer könnte uns helfen dabei.
Nach stundenlanger Suche im Internet in dieser Region, zeigte sich sehr schnell, dass dieser Weg zu keinem guten Ziel führen wird. Die inserierten Angebote waren oft nur Lockvögel.
Zeitgleich konnten wir unsere Schweizer Fränkli in Schilling wechseln und eine Telefon SIM-Karte von Tansania besorgen. Denn eine hiesige Nummer zu haben ist Pflicht. Ohne Nummer keine Kontakte, keine Kontakte keine Chance ein Mietshaus zu finden.
Ein Tag zuvor, hatten wir ein kurzes Gespräch mit einem älteren Herrn aus Dodoma, welcher auch im Triniti für ein paar Tage verweilen wird. Wir erwähnten unsere Situation. Denn alle wollen natürlich wissen was wir in Tansania zu finden gedenken.
Natürlich binden wir unser Vorhaben nicht gleich irgendwelchen Leuten auf die Nase. Zeigt sich jedoch eine Möglichkeit eine gute Informationsquelle gefunden zu haben, erklären wir unseren Wunsch uns hier niederzulassen. In Tansania wird geholfen–, also, nach so einer Aussage kommt meist ein Hilfsangebot. So auch bei diesem freundlichen Herrn.
Damit geholfen werden kann, braucht es eben einen Kontakt und dieser läuft immer über eine Telefonnummer. Aus diesem Grund besorgten wir uns umgehend eine SIM-Karte von Tansania. Damit waren wir automatisch Kontaktfähig.
Denn ein Tag nach unserem Gespräch mit dem Herrn, hatten wir bereits eine Vereinbarung mit einem Fahrer, welcher uns in die Region Mbezi fährt um dort drei Mietshäuser zu besichtigen. 15.09.2023

Erste Besichtigung eines Mietshauses
Wir schreiben den 17. September 2023, es ist Sonntag. Gestern hatten wir tatsächlich unsere erste Hausbesichtigung. Eigentlich sollten wir wie vereinbart drei Häuser besichtigen, doch dazu später mehr.
Wie abgemacht erschien unser Fahrer tatsächlich auf die vereinbarte Zeit. Ganz erstaunt über diese Pünktlichkeit stiegen wir ein und fuhren Richtung Mbezi. Das heisst durch die halbe Stadt Dar es Salaam Richtung Norden. Verkehr hat es immer, ob in der Stadt oder ausserhalb. Mit Verkehr ist ein kleines Chaos mit den unterschiedlichsten Fahrzeugen gemeint, welche einfach mal drauf los fahren. Allerdings trotzdem mit einem gewissen Respekt gegenüber den anderen Fahrzeugen.
Nach gut 40 Minuten Holperfahrt und abholen des Vermieters, sind wir beim ersten Mietobjekt angekommen…welches ein Apartment war. Also nicht wie vereinbart, ein Stand alone House.
Wir gaben gleich zu bekennen, dass wir kein Apartment suchen, sondern ein Haus. Wir schauten uns trotzdem die Wohnung an, welche in normalem Zustand, aber eben nicht unserer Vorstellung entsprach.
Also weiter zum nächsten Objekt, ein Haus mit kleinem Garten soll es doch bitte schön sein. Erneut aufsuchen des Vermieters, welcher jedoch kein Schlüssel vom Tor besass. Nochmals warten auf die Person welche dann den Schlüssel vorbeibrachte. Diese Sondereinsätze kosten natürlich, denn jeder hier in Tansania verdient so sein einkommen. Wir hatten einen Pauschalpreis mit dem Fahrer vereinbart, so dass er selber für diese extras aufkommen musste.
Nach 10 Minuten warten, konnte das Zugangstor geöffnet werden und wir erhielten unseren ersten Anblick auf ein mögliches Mietshaus.
Wie soll ich dies nun beschreiben, dass nicht alles auf Hochglanz poliert ist, war uns eh klar. Auf den Bildern ist der Zustand nicht wirklich erkennbar. Das Haus war eher in einem leicht schmuddeligen katastrophalen Zustand. Löcher in der Decke, Badezimmer welche mit den besten Reinigungsmittel nicht sauber zu kriegen sind und Farbklecksereien wohin man sah. Das einzige was uns gefiel, obwohl total verschmutzt, war der wirklich grosse Garten. Wenn man das Gelände als das bezeichnen darf. Auf unsere Frage, wann den das Haus einzugsbereit sein könnte, wurden uns 5 Tage genannt. Dies entsprach nach unserem Eindruck eher nach einem Hochleistungseinsatz einer 5 Mann Reinigungstruppe und mindestens soviele Handwerker mit vollem Einsatz, sollte nach fünf Tagen alles bereit sein. Wir nickten verständig.
Kurzum, das Haus war abgehakt. Nicht wegen dem Chaos, mit diesem ist hier scheinbar zu rechnen, nein es waren andere Kriterien. Gleich nebenan, ca. 300m Luftlinie befand sich eine Chemie Fabrik, auch wohnte der Besitzer in unregelmässigen Abständen in einem kleinen Häusschen im Garten. Zudem trauten wir dem Versprechen nicht, dass in 5 Tagen alles in Ordnung gebracht wäre.
Egal welches Haus wir besichtigen werden, muss von Grund auf gereinigt werden, dies ist uns bewusst. Sind die Verschmutzungen jedoch derart stark, dass selbst nach grossem Aufwand keine wirkliche Besserung des Zustandes ersichtlich sein wird, lässt Mensch es am besten vorneweg bleiben.
Schade, denn der Garten wäre toll gewesen mit sicher 20 Bananenstauden, Bäumen welche Schatten spenden und der Grösse an und für sich.



Das wichtige Fussballspiel
Nun das beste, es sollten noch zwei Besichtigungen stattfinden, dies sei heute jedoch leider nicht möglich. Auf unsere Frage hin weshalb denn, meinte unser Fahrer, heute sei ein sehr wichtiges Fussballspiel im Fernsehen. Dies schauten alle Leute und niemand sei verfügbar um die weiteren Häuser zu besichtigen.
Auch das ist Tansania, da muss Mensch sich einfach fügen. So fuhren wir zusammen zur Bar, welche unserem Fahrer gehörte. Zum einen waren wir eh fast am verdursten und zum anderen mussten wir unsere erste Besichtigung auch verdauen. Wäre eh ein Wahnsinns Glück gewesen, dass gleich die erste Besichtigung zum Erfolg führen würde. So naiv sind wir nun wirklich nicht.
Das Spiel war echt spannend, mitten unter den Fans der einen Mannschaft, welche denn auch zum Ende hin zum Glück gewonnen hatte, alle waren zufrieden, auch wir endlich wieder zurück zu unsere Unterkunft zu gelangen. Es war längst dunkel und der Magen leer. Wenigsten war unser Durst gelöscht.
Wir vereinbarten für die kommende Woche eine erneute Besichtigungstour, denn er hätte noch 3 Häuser welche uns sicher gefallen würden, auch mit kleinem Garten. So ist eine neue Chance bereits geplant. Am Montag verlassen wir das Triniti und ziehen weiter nördlich in die Nähe der vermeintlichen Häuser, in der Hoffnung, günstiger für die Besichtigungstouren wegzukommen.
Kein Treffen von Tansaniern ohne weitere Kontaktmöglichkeiten. Während dem Fussballspiel, natürlich nur in der offiziellen Spielpause, hatten wir eine überraschende Bekanntschaft mit einem Tansanier mit perfektem Deutsch. Einen solchen Kontakt nimmt Mensch natürlich sehr gerne auf. So erfuhren wir so nebenbei Interessante Informationen über mögliche Niederlassungen. Welche Ortschaften sich zum Wohnen besonders eignen. So hat sich doch auch dieser Abstecher mit Fussballspiel schlussendlich gelohnt. Immer mit dem Bewusstsein, Zufälle gibt es nicht.
So lassen wir uns überraschen was nächste Woche auf uns zu kommt.

Die Unterkunft welche es nicht gab
Montag den 18. Sept. 23. Unsere neue Destination „Real Roxy Beach House“, nördlich vom Bezirk Konduchi, nahe am Strand war nicht auffindbar. Auch ein telefonischer Anruf an die Unterkunft führte zu keinem Erfolg. Der Taxifahrer fragte nahegelegene Nachbarn nach dieser Unterkunft, leider wusste niemand etwas über diese Location.
Wir beschlossen die Suche abzubrechen und zu unserem nahegelegenen Helfer zu fahren. Dieser führte nebenbei eine Bar. Dort wollten wir zuerst einmal unseren Durst löschen, denn es war kaum 10:00Uhr und schon sehr heiss.
Unser bekannter Helfer war vor Ort und empfing uns sogleich. Ohne lange Umschweife zog er los, um für uns eine neue Unterkunft zu finden. Natürlich witterte er darin sein nächster Verdienst, nett war es trotzdem. Geholfen wird immer, doch soll etwas herausspringen. Dies finden wir absolut korrekt, nur ist unser Hilfsbereiter Tansanier eher hochpreisig. So war es denn auch, alles läuft durch seine Hände, auch die Bezahlung für die gebotene Übernachtungsmöglichkeit.
Spontane Hausbesichtigungstour Nr. 2
Wir begutachteten das Zimmer, willigten dem etwas zu hohem Preis ein, deponierten unser Gepäck und zogen umgehend los. Denn Unser netter Hilfsengel mit stolzen Dienstleistungspreisen, wollte uns drei mögliche Mietshäuser zeigen. Sehr erfreut über diese tolle Nachricht, zogen wir zuversichtlich auf unsere nächste Besichtigungtour los.
Mit anderen Worten Buckelfahrten durch diverse kleine Quartiersträsschen, wobei Strasse hier nicht die richtige Definition ist. Bachbettähnlich ist da schon zutreffender. Auch das ist Tansania. Nur die Hauptverbindungsstrassen enthalten Asphaltierte Strassen, alle restlichen Verbindungswege, sind reine Buckelpisten.
Um es kurz zu machen, alle besichtigten Häuser, siehe nachfolgend einige wenige Bilder (aus Datenschutzgründen nur Innenbilder oder Ausschnitte), waren grundsätzlich gut, jedoch viel zu gross für uns. Allesamt glichen diese eher kleinen Villen und die Gartenumgebung entsprach nicht wirklich unserer Vorstellung. Auch wäre hier eine massive Grundreinigung der Häuser zwingend gewesen, was jedoch kein Problem wäre.
So war dieser Montag am späteren Nachmittag Geschichte und wir um einige Erkenntnisse reicher. Unser Hilfsengel hat unsere Vorstellung eines kleinen Hauses mit Garten komplett missverstanden oder er hat wirklich nichts anderes zu bieten.
Wir waren wieder zurück in unserer Unterkunft. Diese erwies sich zuerst als klein und fein, wirklich einmal sauber. Leider Hatte das Bett kein Mückennetz, soll heissen, dass das Fenster durch die Nacht hindurch geschlossen bleiben muss, sofern Mensch nicht von den Mücken gefressen werden möchte.
Also muss die uns verhasste Air conditioning Kiste doch angeworfen werden. Ansonsten droht verstickungsgefahr in diesem kleinen Raum. Leider war es nicht möglich diese zu starten, so dass wir noch späht Abends das Zimmer wechseln mussten. In ein Zimmer in welchem ein Geruch in der Luft war, wir trauten uns kaum zu atmen. Zu alledem begannen am Morgen Bauarbeiter den kleinen Gartenweg zum Zimmer umzugraben, anscheinen soll dieser durch Randsteine besser abgegrenzt werden.
Das Frühstück am nächsten Morgen wurde zum Zimmer auf einem Tablett serviert, Tee und Toastbrot. Leider gab es keine Sitzmöglichkeit dieses gemütlich einzunehmen. Auf der Treppenstufe vor dem Zimmer, die Bauarbeiter direkt vor uns, schlürften wir nun unseren Instant-Kaffee und wussten, heute wird eine neue Unterkunft gesucht. So war auch dieser Tag bereits wieder verplant. Denn ab sofort begutachten wir nach Möglichkeit unsere neuen Übernachtungsstätten.






Wir gönnen uns was
Da wir in der kurzen Vergangenheit mehrheitlich Pech mit unseren eher günstigen Unterkünften hatten, gönnen wir uns ausnahmsweise wieder für 5 Tage etwas Luxus. In einer privat geführten Villa, dürfen wir uns in ein Zimmer inklusive Bad einquartieren. Die Küche ist frei nutzbar, wie auch der Aufenthaltsraum, genannt Dining room, wie dieser hier immer anzutreffen ist. So fanden wir einen überaus freundlichen Gastgeber mit tollem Garten und ebenso gemütlichem Zimmer. Sogar eine Waschmaschine ist nutzbar, so das wir unsere nur von Hand gewaschenen Kleider, wieder einmal richtig säubern können.

Nach einigen kurzen Gesprächen mit dem Hausherr, ergaben sich auch hier sofort Hilfsangebote um ein Haus ausfindig zu machen. Er gebe uns Bescheid und versuche in der Zwischenzeit Kontakte zu knüpfen.
Das erste Frühstück unseres Gastgebers verwöhnte unsere Gaumen mit frischen Früchten, Toast und einem guten Kaffee. In einer gebührenden Umgebung, im Dining room, was eher einem Saal gleichkommt, genossen wir dieses.
Kaum war das Frühstück bei einem zweiten Kaffe verdaut, kam das Angebot ein Haus zu besichtigen, welches eventuell unserem Budget und unserer Vorstellung entsprechen könnte. Er, der Hausherr, würde uns hinfahren, ob uns das jetzt recht sei.
Natürlich war uns das gut und recht. Erfreut über diese Nachricht machten wir uns umgehend bereit zur Abfahrt.
Spontane Hausbesichtigung Nr. 3
Unser Gastgeber gab uns bekannt, dass sich das kleine Haus mit Garten gleich in der Nähe befindet und für 1000’000TZS/Mt. zu haben sei.
Gespannt liessen wir uns hin chauffieren, nicht aber um vorher noch wie immer, einen Zwischenhändler abzuholen, welcher den Weg zum Haus weiss.
Beim Objekt angekommen, waren wir sichtlich enttäuscht bevor wir überhaupt eintraten. Denn leider handelte es sich nicht um ein alleinstehendes Haus, sondern um mehrere Bungalowwohnungen. Auch war nichts von einem kleinen Garten sichtbar. Sechs Wohneinheiten waren auf diesem eher kleinen Grundstück und ohne etwas grün herum. Der Preis war für diese Wohnung viel zu hoch angesetzt. Auch unser Gastgeber musste uns zustimmen, dass dies wohl eher nicht unserer Vorstellung entsprach.
Nach kurzer Erklärung und Absprache mit dem Zwischenhändler, wusste dieser auch sofort ein weiteres Objekt welches wir umgehend besichtigen könnten.
So fuhren wir weiter über wenige Buckelpisten bis zum nächsten Haus. Nach kaum 10 Minuten Fahrt stoppten wir bei einem Haus, welches unsere Herzen höher schlagen liess.
Bereits die Ansicht von Aussen, versprach vieles. Ein schöner Garten um das Haus begrüsst uns. Wir schöpfen Hoffnung. Das Innere Raumangebot ist kleiner als in den vorrangigen Häusern, aber für uns mehr als genügend. Grosse Badezimmer, Wandschränke, alles sehr nach unserem Traum. Ja, das ist es. Es stimmte alles. Da das Haus nicht so gross war wie die anderen, könnte sogar der Preis unserer Vorstellung entsprechen. Wir fragten leider erst jetzt nach dem Preis und jetzt kommt’s. 6000’0000TZS soll der Spass kosten. Wir lachten…oh…sind wir plötzlich in St. Moritz gelandet, fragten wir uns.
Nach einem Telefongespräch mit dem Besitzer, würde dieser den Preis noch reduzieren auf 4000’000TZS. Wir gaben zu erkennen, dass wir ein Budget haben welches mehr als 1000’000TZS nicht erlaubt.
Diese Preisansage war überirdisch und entspricht in keiner Weise den üblichen Preisen für ein Haus dieser Grösse. Da wirklich alles stimmte, wären wir bereit gewesen etwas über unser Budget zu gehen, bestimmt aber nicht so viel.
Unser Gastgeber welcher uns chauffierte, meinte auch, dass dieser Preis nicht akzeptabel wäre und viel zu hoch. So soll es eben nicht sein warum auch immer, es blieb einmal mehr die Hoffnung, dass sich irgendwann und irgendwo das richtige finden wird.
Zurück in der Villa, meinte unser Gastgeber, er würde uns etwas kleines kochen. Nach ca. zwanzig Minuten hatten wir einen Gemüseteller vor uns stehen, wir waren sprachlos glücklich. Der aufmerksame Gastgeber wusste aus unseren Gesprächen, dass wir uns Vegan ernährten.
Wir bedankten uns herzlichst für das tolle Essen, sowie für seine Bemühung uns ein Haus zu vermitteln. Er wollte dafür auch keine Bezahlung, alleine dem Zwischenhändler, haben wir freiwillig etwas abgegeben, dies gehört sich hier einfach so.
Der aktuelle Stromausfall, welcher bereits seit am Morgen andauert, verhindert unseren geplanten Waschtag. Auch das ist Tansania. Mehrere Stunden kein Strom zu haben ist normal, Mensch richtet sich ein. Dann waschen wir vielleicht eben Morgen, denn eine Waschmaschine zur Verfügung zu haben ist nicht alltäglich, dies will genutzt sein.




Wir schreiben den 22. September 2023, bald gehts weiter, so hoffen wir…
Auf nach Bagamoyo
Nach der letzen Besichtigung eines überteuerten Mietobjekts, hatten wir noch eine weiter Option. Diesmal mit Möblierung. Leider entsprach auch dieses Haus nicht ganz unserem Wunsch. Das Haus selber war sogar recht gut, leider glich der Garten einer Baugrube, welche zuerst mit Humus aufgeschüttet werden müsste.
Nach diversen Überlegungen, kommen wir zum Entschluss, diese Gegend wieder zu verlassen und in Richtung Norden nach Bagamoyo zu reisen. Denn laut Internetanzeigen waren südlich von Dar es Salaam keine wirklich geeigneten Häuser und Infrastruktur vorhanden. Daher auf in den Norden.
Bagamoyo soll unser neues Ziel heissen. Unser überaus freundliche Gastgeber, bot uns an, uns zur Busstation zu fahren. Wir schreiben den Montag 25. September 2023.
Leider war sich unser Gastgeber nicht ganz im klaren wo die Busse denn überhaupt abfahren, er selber nutzte nie den Bus. Warum auch, er ist mit seinem Auto besser unterwegs. So waren wir an diesem Morgen auf der Suche nach der Abfahrtstation der Busse nach Bagamoyo. Die Busse waren wenig grösser als ein DalaDala. Das heisst, wir mussten befürchten, dass unser Gepäck, die Riesen zwei Reisetaschen, nirgends untergebracht werden könnten. Die Buse gleichen eher einer fahrenden Sardinenbüchse, als ein angenehmer Reisebus.
Endlich fündig geworden, ging es ganz schnell. Kaum war bekannt, welcher Bus nach Bagamoyo fährt, packten auch schon diverse Leute unser Gepäck, so schnell konnten wir überhaupt nicht schauen. Wir griffen noch schnell unser wichtigstes Reisegepäck, unsere Rucksäcke und sicherten uns eine Sitzplatz im Bus. Denn auch das geht ruckzuck. Kaum ist bekannt welcher Bus wohin fährt, füllt sich dieser in Sekundenschnelle.
Wir konnten uns bei unserem Gastgeber nur noch durch das Busfenster verabschieden und uns mit einem kleinen Entgelt bei Ihm bedanken und schon fährt der Bus los nach Bagamoyo. So gefüllt, dass ein umfallen der stehenden Leute im Gang nicht zu befürchten war. Zum Glück dauert die Fahrt nur eine Stunde. Mit einem Kind auf den Knien, erreichen wir wie geplant, die ursprüngliche erste Hauptstadt von Tansania sicher und schon fast entspannt. Denn alle Fenster vom Bus waren offen, so dass sich eine angenehme Reisetemperatur ergab.



Die Suche nach einem Geeigneten Haus in Bagamoyo
Bisher haben wir alle möglichen Mietobjekte ausschliesslich über private Kontakte gefunden. Dies führte bisher nicht zum erwünschten Erfolg. Eine andere Gelegenheit bot sich jedoch nicht, wenigsten bisher.
Nun versuchten wir also einen Makler in Bagamoyo ausfindig zu machen. Dies war in den vorangegangenen Regionen tatsächlich nicht möglich. Wenigstens wir haben niemand gefunden. Bagamoyo, ein kleines schon längst vergessenes Nest, jedoch sichtlich im Aufschwung , bot uns tatsächlich zwei Makler. Der eine lag kaum 10 Minuten von unserer Unterkunft entfernt. Wir beschlossen für einmal diesen Weg zu versuchen, wer weiss, vielleicht ergaben sich dadurch neue Möglichkeiten. Gedacht getan, gleich nach unserem Anreisetag und erste Beschnupperung der Umgebung suchten wir das Büro des Maklers auf.
Erster Besuch beim Makler

Tatsächlich wie auf der Google Map vermerkt, befand sich ein Büro mit entsprechender Überschrift für Land/-und Hausverkauf oder Vermietung.
Ein eher kleiner Raum mit einem Schreibtisch und einem weiteren Tischchen sowie einem kleinen Wandregal. Gefüllt mit einigen wenigen Diplomen und fein geordnete drei, vier Aktenbündel. Ordner gab es keine zu sehen.
Das einzig sichtbare technische Mittel, war ein Laptop. Smartphones brauche ich nicht zu erwähnen, jeder Tansanier/In verfügt über sicher zwei dieser neuzeitlichen Kontaktmöglichkeiten. Selbst die wirklich Mittellosen haben sicher eines zur Hand. Kontakte zu haben und zu pflegen ist eine Lebensnotwendigkeit hier in Tansania. So wenigstens empfinden wir es.
Nach kurzer freundlicher Begrüssung und Erläuterung unseres Vorhabens, uns hier in Tansania niederzulassen, gab die als Notarin sichtlich erkennbare Frau, namens Beatrice uns die Bedingungen durch. Unser Englisch dürfte wirklich in solchen Situationen besser sein, erstaunlicherweise funktioniert die Verständigung schlussendlich trotzdem immer wieder.
Wir erfuhren, dass zuerst die Kasse klingeln muss, bevor überhaupt etwas in Bewegung gerät. Sie hätten kein Geld um das Benzin zu bezahlen welche die Fahrer benötigen um zu den Mietobjekten zu gelangen.
Kaum erstaunt darüber, waren wir für eine sonst unübliche Vorauszahlung einverstanden. Jedoch mit der Bedingung, mindestens 4 Mietshäuser für diesen Betrag zu Gesicht zu bekommen. Die Notarin war damit einverstanden, so dass wir gegen eine ausgestellte Quittung den Betrag bezahlten. Für heute konnten wir nichts weiter tun, als den entstandenen Durst löschen zu gehen und nochmals die Umgebung unter die Lupe zu nehmen.
Anruf von der Maklerin
Erster Rückruf der Maklerin

Bereits ein Tag nach unserer Anmeldung im Maklerbüro, erhielten wir die Information, dass Rashid unser Kontaktmann sei und uns ab sofort betreut. Kaum hatten wir die Nachricht gelesen, erhielten wir auch bereits die erste Nachricht unserer Kontaktperson.
Wir sollten, sofern möglich, in einer Stunde im Büro erscheinen, um die ersten Objekte zu besichtigen. Hoch erfreut über diese so schnelle Rückmeldung, bestätigten wir unser kommen.
Beim Büro angekommen, wurden wir über mögliche Häuser informiert. Nach begutachten einiger Videos und Bilder, gaben wir zu erkennen, dass wir für eine vor Ort Besichtigung bereit wären.
Kurzum wurden zwei BodaBoda (Motorradfahrer) herbeibestellt. Dies ist hier in Tansania die günstigste art der Fortbewegung auf kurzen Strecken.
Wir stiegen zusammen auf das erste BodaBoda auf und der Makler mit einem weiteren Kontaktmann auf das andere. Zu dritt, je auf einem Motorrad, geht es los. Zuerst gilt es immer den Schlüssel zum Haus zu organisieren. Dass heisst, wir fuhren durch, wie gewohnt, über diverse Holperstrassen, bis der Schlüssel verfügbar war. Immer mit einer enormen Spannung im Bauch, was wir wohl diesmal antreffen werden, geht es weiter zum Haus selbst.
Um das Ganze nicht künstlich in die Länge zu ziehen, gleich vorab, die ersten Häuser entsprachen wenig bis kaum den Voraussetzungen welche wir gerne zu sehen bekommen hätten. Entweder war das Haus OK, der Garten oder die nahe Umgebung jedoch nicht, oder der Zustand des Hauses war eher bedenklich bis abstossend. So wie die Kunstvollen Zimmerdecken, welche wohl vom restlichen katastrophalen Zustand des Hauses, ablenken sollten.
Bei einem Haus machten wir bereits auf der Türschwelle rechtsumkehrt, als uns ein penetranter Uringeruch in die Nase schoss.
So war auch diese Besichtigung über einen Makler erstmals enttäuschend.
Auch am zweiten Besichtigungstag war es nicht wirklich besser. Scheinbar wurden wir auch hier nicht verstanden was wir suchten. Wir zeigten unserem Kontaktmann Bilder von bereits besichtigten Häuser, was OK ist und was eher nicht.
Wir sind bereits vier Tage in Bagamoyo ohne ein wirklich interessantes Objekt im Auge zu haben. Wir beschlossen, da es scheinbar in Bagamoyo keine wirklich guten Häuser gibt, wieder zurück in die Region um Waza Hill/Konduchi zu unserem anderen Kontakt, Namens Peter zurück zu reisen. Denn wir haben nur 5 Tage in der Unterkunft gebucht.
Wir benachrichtigten unseren Kontaktmann sowie die Maklerin, dass wir morgen Samstag wieder abreisen werden, da wir leider keine Aussicht auf ein interessantes Haus erwarten würden.
Etwas enttäuscht, machten wir uns gedanklich schon wieder reisefertig für den kommenden Tag. Wieder eine Unterkunft suchen und wieder von vorne beginnen.
Es besteht doch noch Hoffnung in Bagamoyo

Am Freitag Abend, ein Tag vor unserer Abreise, erhielten wir von unserem Kontaktmann Rashid, vom Maklerbüro eine Interessante WhatsApp Nachricht.
Er hätte noch zwei weitere für uns sicherlich sehr Interessante Angebote ausfindig machen können. Wenn wir bereit wären, könnten diese morgen Samstag besichtigt werden.
Da unsere aktuelle Unterkunft wirklich günstig und zudem sauber war, gaben wir zu erkennen, gerne diese zusätzliche Möglichkeit einer Besichtigung auch noch in betracht zu ziehen. Wir vereinbarten für Samstag also einen Termin.

Voller Spannung, was es denn diesmal sein könnte, erschienen wir vor dem Maklerbüro. Umgehend zogen wir erneut mit zwei BodaBoda Fahrer los.
Das erste Haus, welches wir anfuhren, war tatsächlich sehr nahe an unserer Vorstellung von einem Mietshaus. Guter Garten mit Baumbestand, vernünftig grosse Badezimmer und eine gute Wahrscheinlichkeit das Haus sauber zu kriegen. Generell das erste Objekt welches uns tatsächlich auf den ersten Blick gefiel.
Das zweite geplante Objekt war ebenso sehr interessant, jedoch nur, sofern Mensch plant, ein Bed & Breakfast zu eröffnen. Wir haben so etwas nicht in Aussicht. So blieb es auch heute bei dem einen Objekt, welches nun genauer zu betrachten galt.
Wir schreiben Samstag den 30. September 2023.

Ein zweiter Blick erfolgt
Wir denken, dass sich ein Favorit herausbildet. Noch am gleichen Abend, nach ausführlicher Besprechung, vereinbaren wir einen zweiten Besichtigungstermin. Das vermeintliche Haus entspricht wirklich den meisten unseren Vorstellungen unseres neuen Heimes, hier in Tansania. Nun anhand der Bilder könnte ein Eindruck entstehen, dass wir es etwas hoch im Kopf haben. Tatsächlich ist das Haus etwas zu gross für uns zwei. Doch mussten wir erkennen, dass etwas kleineres mit etwas kleinerem Garten einfach nicht zu finden ist. Zudem entspricht der Preis unserem Budget. Bei den herrschenden Temperaturen fühlt sich ein hoher Raum einfach angenehmer an, als kleine niedrige Zimmer.
So fuhren wir am Tag darauf nach Absprache mit unserem Kontaktmann Rashid, nochmals zum Haus. Mit dem Ziel die Aufmerksamkeit den Details zu widmen. Denn fast alle Häuser erscheinen zuerst einmal toll mietbar.
Der zweite Blick lohnt sich aber unbedingt. So auch in diesem Haus. Mit einer Liste zogen wir durch die Räumlichkeiten und notierten uns auftauchende und sichtbare Schwächen oder fehlende Ausstattungen wie z.B. einer Wasserpumpe oder ein möglicher Standort für eine Waschmaschine.
Nach gut einer Stunde waren wir durch, bedankten uns für die Geduld und Zeit und fuhren zurück zum Maklerbüro. Wir baten um weitere Überlegungszeit und dass wir uns spätestens am folgenden Tag melden würden.
So war es denn auch. Nachdem wir alle Pro’s und Kontra’s notiert hatten, beschlossen wir uns für weitere Schritte.
Diese Schritte beinhalten alle Forderungen aufzulisten, welche erfüllt werden sollten, bevor es zu einer Miete kommt. Sowie die entsprechende Abklärung mit dem Besitzer ob dieser gewillt ist den Forderungen nachzugehen.
Die Liste wurde leider mit 11 Punkten sehr lang. Darunter auch kostspielige Forderungen wie eine Warmwasseraufbereitung. Meist werden in Tansania einfache Durchlauferhitzer installiert. Oder die Entleerung der Abwassertanks.
Da wir als potentielle Langzeitmieter gelten, welches nicht zwingend üblich ist, sind die Vermieter meist bereit, in solche Kosten zu investieren. Akzeptiert Mensch einmal den Zustand des Hauses, passiert im Anschluss nichts mehr. Daher muss zwingend alles im Vorfeld so sein, wie es erwünscht ist.
Wir schreiben den 1. Oktober 2023. Der Besitzer hat sich zwischenzeitlich bereit erklärt, unseren Forderungen nachzukommen, jedoch mit einer leichten Erhöhung des Mietpreises. Nach kurzer Rücksprache konnten wir die Forderung wiederum um etwas senken, mit der Betonung auf potentielle Langzeitmieter und andere Faktoren, welche nicht beseitigt werden können.
Sollte nun alles zu unserer Zufriedenheit instand gesetzt und hinzu installiert werden, könnte es tatsächlich sein, dass wir unser neues Heim in Tansania gefunden haben.



Zurück auf Feld Eins im Thema Haussuche
Kurz vor dem Ziel, fordert der Besitzer unseres Favoriten eine Vorauszahlung um alle unsere Forderungen umsetzen zu können. Diese Vorauszahlung werde uns dann an der zu leistenden Miete wieder abgezogen. Nun geschieht genau dass, wovor gewarnt wird. Generell sollte nie eine Vorauszahlung geleistet werden, denn stimmen die ausgeführten Arbeiten nicht in Qualität oder der ausgemachten Forderungen, ist das Geld weg und im schlechtesten Fall die Arbeiten nicht, oder nur teilweise ausgeführt.
Wir entschlossen uns für Abbruch der Verhandlungen, da der Besitzer kein wirkliches Interesse zeigt. Auch das Angebot die Vorauszahlung mit einem Vertrag zu besiegeln konnte uns wirklich nicht begeistern, denn der Vertrag kostet zusätzlich und ist nicht das Papier wert, worauf er geschrieben wurde.
So beginnt die Suche von neuem

Täglich neue Optionen in Sicht
Wir stehen in der ersten Oktoberwoche. Täglich treffen wir neue Helfer um ein Haus ausfindig zu machen.
Bei Simon, welcher Pflanzensamen verkauft, war plötzlich das Thema Haussuche im Gespräch. Wie es so läuft hier in Tansania, zehn Minuten später wusste er jemanden, welcher sein Haus gerne vermieten möchte und das sogar in der Nähe vom Strand.
Leider stellte sich diese Haus als kompletter Flop heraus. Absolut nichts für uns, trotz einer super Lage. Auch unser Makler bot uns weitere drei Häuser. Allesamt nicht unser Ding. Irgendwie stimmte immer irgendetwas nicht mit unserer Vorstellung überein.
Dann noch Neema, welche auch gerne ihr Haus vermieten möchte. Neema hat einen kleinen Laden direkt unter unserer Lodge. So kommt Mensch überall ins Gespräch. Doch auch dieses Haus war nichts für uns, zu teuer für den Ausbaustandard.
Wir sind langsam ratlos und die Hoffnung auf ein geeignetes Haus schwindet von Tag zu Tag. Wir stecken in einem Loch und fragen uns was wir noch weiteres unternehmen könnten.
Wir sitzen beim Kioskmann Chanzi. Ein überaus freundlicher Herr mit seinem Laden, bietet uns in diesem Moment einen geeigneten ruhigen Platz, um einen ganzen Nachmittag über weitere Optionen zur Haussuche nachzudenken.
Nach langer Überlegungszeit und immer grösserem Frust, keine Idee mehr zu haben, sprach ich Chanzi den Kioskmann zum Thema Hausmiete an.
Auch hier, der Herr zückt sein Telefon und eine Stunde später sitzen wir erneut auf einem BodaBoda und fahren zu einer weiteren Hausbesichtigung.
So geht es erneut weiter. Die ganze zweite Oktoberwoche waren wir täglich unterwegs zu diversen Häusern. Nun melden sich täglich Makler und Freunde dass sie noch ein Haus zur Besichtigung hätten.
Wir wussten schon bald nicht mehr, wann wir welches Haus gesehen hatten und warum uns gewisse Häuser nicht ganz passten. Es war eine anstrengende Woche, aber besser als tatenlos dazusitzen und über seine eigene Ratlosigkeit genervt zu sein.
Die richtige Entscheidung
Nach einer Woche Häusertrip, und dauernder Verlängerung unserer Unterkunft, kommen wir zur wichtigen Einsicht.
Bisher haben wir das richtige Haus noch nicht gefunden, doch wissen wir jetzt, dass wir in Bagamoyo bleiben wollen. Wir möchten trotz allen Misserfolgen hier in Bagamoyo einen Platz zum Leben finden. Obwohl Bagamoyo nicht klein ist, mit ca. 82400 Einwohnern, ist es dennoch ruhig und gemütlich, ähnlich einem grossen Dorf. Wenn Mensch in Tansania überhaupt von ruhig sprechen darf. Denn von irgendwoher lärmt immer etwas.
Aus diesem Grund gehen wir nochmals alle Angebote durch, ob wir bei einem Haus doch nicht etwas vorschnell entschieden haben. Dabei stiessen wir auf gute Bilder von einem Haus, welches wir beim ersten mal nur von aussen besichtigen konnten. Der Besitzer konnte mit dem notwendigen Schlüssel nicht kurzfristig vorbeikommen. Damals war uns der Garten etwas zu klein. Das Haus jedoch schien in einem guten Zustand zu sein.
Wir entschlossen unseren Makler anzurufen, um dieses eine Objekt doch nochmals zu besichtigen.

Auf den zweiten Blick doch das richtige
Unser Makler versuchte den Besitzer zu kontaktieren um das Haus nochmals genauer zu besichtigen, diesmal auch noch von innen.
Diesmal klappte es fast, der Besitzer war vor Ort und hatte auch den Eingangsschlüssel dabei. Leider waren innen alle Zimmertüren verschlossen und dieser Schlüssel fehlte leider. Naja, Pole Pole sagt man in Tansania. Nur langsam, am Schluss kommt alles gut und so war es denn auch. bei der dritten Besichtigung hatten wir Einsicht in alle Räumlichkeiten und konnten lange mit dem Besitzer verhandeln was fehlte und was zu verbessern wäre.
Das mag nun etwas extrem, erscheinen, mit vielen Forderungen aufzutreten. Hier in Tansania geht leider nachdem die Miete bezahlt wurde meist nichts mehr. Also muss alles vorher in Ordnung gestellt sein. Obwohl wir mit diesem Besitzer wirklich Glück haben. Denn zum einen hat er Ahnung in Sachen Bauen, da er selber ein Baugeschäft führt und zum zweiten erkennt er dadurch selber, was nicht wirklich fertig oder in Ordnung ist. Das Haus hat einen überaus überdurchschnittlich gut ausgeführten Ausbau. Dies ist leider nicht immer der fall.
Viele Häuser sind kurz ausgedrückt, leider richtig stümperhaft ausgebaut. Lieblos und mangelhaft.
Lange Rede kurzer Sinn, wir denken unser Haus gefunden zu haben. Dieses Haus ist wertig. Der Besitzer hat zugesagt alle Unstimmigkeiten zu erledigen und sogar mit Zustimmung das Haus zu säubern, bevor wir einziehen. Das ist doch ein Wort und wir sind plötzlich im Besitz eines Mietshauses. Noch können wir unser Glück nicht so richtig fassen. Noch sind wir nicht im Haus, noch könnte etwas dazwischen kommen. Tansania ist voller Überraschungen.
Wir haben den 07.10.2023. Nächsten Samstag dürfen wir einziehen. Wir sind gespannt ob es klappen wird.
Die Einladung
Während der Zeit für die Auffindung eines neuen Heims, hatten wir die unterschiedlichsten Bekanntschaften. So auch direkt in unserer Lodge. Hier ist der Fußballtreff schlechthin. Denn aktuell läuft scheinbar eine afrikanische Meisterschaft und alle kommen Samstags und Sonntags zum gemeinsamen Fussball fiebern. So auch unser Bekannter Selim Makunde. Ein liebenswürdiger Mensch in fortgeschrittenem Alter. Nach einigen Gesprächen, selbstverständlich nach dem Fussballspiel, lud er uns für den nächsten Tag zum Essen zu sich nach Hause ein. Da in unseren Unterhaltungen von unserer Veganen Ernährung die Rede war, mussten wir nicht befürchten mit einer Fleischplatte mit Reis überrascht zu werden. Denn er überzeugte sich mit einer Nachfrage, was wir denn alles essen würden.

Am Folgetag holte uns Selim von der Lodge ab. Er wohnte ganz in der Nähe. Nach einem kleinen Fussmarsch durch die Dunkelheit, denn es war bereits 20:00Uhr, gelangten wir zu seinem Haus mit tollem Garten.
Wir wurden seiner Frau und seinen Teenager Kindern vorgestellt. Mit den unterschiedlichsten Köstlichkeiten wurden wir verwöhnt. Alles Vegan selbstverständlich. Mit einem selbstgerösteten Kaffee beginnt das Essen und als unsere Bäuche schon längst voll waren, gab es noch einen frischen Fruchtsalat. Als krönendes Ende wird ein toller Tee mit Limonengras, Kardamom und Ingwer serviert. Absolut köstlich.
In Tansania reicht es nicht aus zu sagen , ja es schmecke wirklich lecker. Der Gastgeber meinte nur, zeige mir, dass es dir schmeckt. So assen wir uns für die nächsten Tage satt. Zum Glück war alles sehr lecker.
So endete dieser ungewöhnliche Abend mit einem kleinen Spaziergang zurück zur Lodge. Selbstverständlich in Begleitung unseres Gastgebers. Er wollte dies unbedingt so haben.
Ein Erlebnis mehr, dass uns beweist am richtigen Ort gelandet zu sein. Die offene hilfsbereite und herzliche Art der Menschen hier überrascht uns tagtäglich.
Natürlich gibt es auch hier mürrische Menschen, diese sind jedoch wirklich eher selten anzutreffen.
Bald geht es weiter mit dem Einzug, so hoffen wir doch am nächsten Samstag 14.10.2023
Vertragliche Hürden
Es ist nun also soweit. Wir dürfen tatsächlich nächsten Samstag in unser neues Heim einziehen. Zuvor gab es noch kleine Verhandlungen zum Thema Kautionszahlung und Mietdauer. Eine Kaution ist hier eher unüblich und wir wollten anfänglich zuerst einmal nur für 6 Monate einen Mietvertrag abschliessen. Denn noch wissen wir nicht ob wir jemals ein Langzeitvisum erhalten werden. Langzeit heisst, 2 Jahre, danach muss ein Antrag gestellt werden für weitere 2 Jahre und so weiter.
Unser Vermieter wollte jedoch eine Jahresmiete, da er auf unseren Wunsch hin, kostspielige Investitionen tätigen muss. Nach einigem hin und her, einigten wir uns tatsächlich auf eine Jahresmiete, indem er uns versprach und versicherte, sollten alle Stricke reissen, er uns die vorbezhalte Miete zurückerstatten würde. Dies allerdings ist nur möglich wenn ein Nachmieter dieses Geld wiederum finanziert. Dieses Vorgehen ist tatsächlich so in Tansania und das kann manchmal sehr lange dauern.
Nun, wir entschlossen uns den Deal einzugehen, da der Vermieter wirklich vertrauenswürdig ist und er uns in allen Belangen tatkräftig unterstützt, eventuell auch in der Visa Beschaffung. Dies sollte jedoch bedenkenlos sein, so versicherte er uns.
Auch handelt es sich nicht um eine Riesensumme, sondern um eine Monatsmiete von umgerechnet ca. CHF 185.- , was hier in Tansania viel Geld ist und auch für uns. Denn noch müssen wir von unserer vorgezogenen eher kleinen Pensionskassenrente leben können. So wenigstens unser Plan. Unser Sparschwein soll möglichst unbehelligt bleiben.
Eine Rückzahlung der Kaution wurde nun also vertraglich festgesetzt, ebenso dass nicht wir als Mieter einen Nachmieter suchen müssen. Der Vertrag steht und wurde zur Zufriedenheit aller Beteiligten unterzeichnet, wir können endlich einziehen.


Die Notwendigen Dinge im Leben
Bevor wir einziehen, gilt es leider wieder, Ballast zu erwerben. Es ist noch nicht lange her, haben wir uns von unserem Ballast in der Schweiz komplett befreit. Es fühlte sich sehr gut an. Nun sind wir wieder an einem Punkt angelangt, an dem wir uns erneut beladen müssen. Leider ist es so, dass Mensch vieles braucht, damit er sich wohl fühlt. Wir sind jedoch sehr bedacht mit Anschaffen. Nur das wirklich für uns absolut notwendigste soll erneut aufgeladen werden.
So beginnt die Einkaufstour, damit wir bis nächsten Samstag über das wichtigste verfügen.
Dies wäre ein Bett mit allem was dazu gehört, ein Wasserkocher für Kaffee, etwas Geschirr und eine Pfanne. Etwas Luxus gönnen wir uns mit einer Waschmaschine.
Für das Bett suchten wir einen Schreiner, welcher uns ein Bett zimmern soll, damit auch das Moskitonetz seinen Platz findet. 4 Tage reichen ihm und wir können es abholen. Die Waschmaschine besorgte unser Häusermakler in Dar es Salaam und für die kleinen Dinge umrundeten wir Bagamoyo zu Fuss bestimmt 10 mal. Nicht der älteste Einwohner von Bagamoyo marschierte in seinem ganzen Leben so viel wie wir in diesen Tagen.
Die Matratze, wie auch die Bettwäsche war eine besondere Herausforderung um die für uns gewünschten Grössen zu finden. Es gelang uns nach weiteren Fussmärschen. Wir sind uns sicher, die Einwohner von Bagamoyo kennen uns jetzt alle.
Alles notwendige ist organisiert und bestellt auf den nächsten Samstag. Wir sind für den Umzug gerüstet. Zum Glück wissen wir jetzt noch nicht was uns erwartet. Nur noch vier Tage zum Umzug.

Matratzentransport
Der Vermieter kontaktierte uns bereits am Freitag, dass wir, sofern bereit, bereits einziehen könnten, es sei alles soweit fertiggestellt. Wir freuten uns darüber, lehnten aber dankend ab, mit der Begründung, die Lodge bereits bis Samstag bezahlt zu haben.
Einzig unsere reservierte Matratze und das Geschirr, holten wir in den entsprechenden Läden, um diese bereits ins Haus zu bugsieren.
Leider konnten wir die entsprechenden Läden nicht mehr ausfindig machen. Ganz selbstbewusst fuhren wir mit einem Dreirad (PickiPicki) in besagte Strasse. Wir wiesen den Fahrer wohin er zu steuern hatte. Wir waren uns plötzlich nicht mehr sicher wo sich der Laden befindet. Dazu muss erwähnt werden, dass sich die kleinen Schuppen gleichen, wie ein Ei dem anderen. Ratlos standen wir auf der Strasse und schauten in alle Himmelsrichtungen. Wir glaubten es selber kaum, sind wir tatsächlich so blöd.
Wie Tansania eben ist, nach kürzester Zeit standen plötzlich einige Ladenbesitzer mit uns auf der Strasse und die Diskussion ging los, jeder wollte uns helfen den verloren gegangenen Laden ausfindig zu machen.
Plötzlich die Erlösung, viele Hände fuchteln in der Luft und zeigen in eine Richtung, etwas zurück, woher wir gekommen sind. Dadurch, dass tags zuvor, ein Baugraben entlang der Strasse und vor den gesuchten Läden, ausgehoben wurde, waren alle Läden welche in dieser Bauzone lagen geschlossen. Nur ein grosser Dreckhaufen war zu sehen und verhinderte den Zugang. Unsere Helfer von der Strasse informierten die entsprechenden Ladenbesitzer, damit diese für uns trotzdem öffnen um die bestellten Waren in empfang zu nehmen.
Unser PickiPicki Fahrer und sein Bruder, welcher im Moment als Lernfahrer dabei ist, packen im Laden die Matratze, bevor wir etwas dagegen hätten sagen können, hievten diese über den Dreckhaufen auf das Dreirad. Matratze Festgezurrt, das Geschirr vom Nachbarladen verstaut, gehts los zum Haus.

Die grosse Überraschung
Beim Haus angekommen, trauten wir unseren Augen nicht. Unser Vermieter hatte wenige Tage zuvor eine ganze Putztruppe organisiert, welche das Haus, respektive die Böden schrubbten. Von dieser Arbeit ist nichts mehr erkennbar. Alles voller Baustaub, Dreck wohin Mensch schaut. Diverse Handwerker gehen noch ein und aus und wir hätten am Freitag scheinbar bereits einziehen sollen.
Auch das ist Tansania. So laden wir unsere Matratze und Geschirr aus, suchen uns einen Weg ins Haus um diese in einem Zimmer zu deponieren, welches so einigermassen sauber ist.
Kaum etwas später, wie vereinbart, kommt ebenso mit einem PickiPicki, unsere Waschmaschine angeliefert. Direkt von Dar es Salaam, mit Makler und Verkäuferin. Diese fuhr den weiten Weg gleich mit um den Garantieschein abzugeben und das Geld natürlich persönlich entgegenzunehmen.
Die Verkäuferin wollte genau wissen wo die Maschine zu stehen kommt. Der Vermieter, welcher auch unter dem Chaos zu finden war, musste Rechenschaft abgeben, dass diese richtig montiert und angeschlossen wird. Zufrieden mit der Auskunft, zog sie mit dem Makler wieder ab.
Nachdem die Maschine an einen provisorischen und sicheren Platz verstaut wurde, zogen auch wir wieder ab, jedoch mit der Rückfrage an den Vermieter, ob denn nun morgen Samstag wirklich alles bereit sein wird.
Er versicherte, dass er heute hier bleibe bis alles abgeschlossen und fertig sei. Uns bleibt nichts anderes übrig, diesem Versprechen Glauben zu schenken. Wir zogen ab, wir waren am Verdursten und hungrig dazu. Mit einem BodaBoda fuhren wir wieder zurück Richtung unserer Lodge.

Der Umzug ins neue Heim
Samstag den 14. Oktober 2023. Wir haben ausgecheckt in unserer lieb gewonnenen Unterkunft namens „Mega Link“. Wobei die Internetverbindung nicht immer mega war. Aber wenigstens gab es eine Verbindung. Wir verabschiedeten uns bei den Hotelangestellten, welche uns immer freundlich begegneten und unser Zimmer zu unserer Zufriedenheit stets sauber hielten, mit einem persönlichen Trinkgeld. Die Taschen sind gepackt, der PickiPicki Fahrer ist informiert, dass er uns abholen soll.
Heute wird es ein anstrengender Tag, dass ahnten wir schon. Denn wir mussten unser Gepäck im Haus abladen um gleich weiter zu unserem Schreiner zu fahren um das Bett abzuholen. Auch war uns bewusst, dass wir unser Badezimmer und Schlafzimmer, nach unserem Sauberkeitsempfinden, bestimmt noch reinigen müssen. Von der Küche ganz zu schweigen.
Wir treffen im Haus ein und nein, das Versprechen vom Vermieter, dass alles fertig sein würde, macht nicht den Anschein. Die vom Baustaub verschmutzen Böden wurden nicht wirklich gereinigt, noch immer liegt die Matratze vom Sicherheitsmann, welcher zum Haus schaute während es leer stand, in der Küche. Entsprechend riecht es noch immer muffig stinkig.
Wir ziehen wieder ab um unser bestelltes Bett abzuholen, doch auch das ist noch nicht ganz fertig, der Feinschliff fehlte noch und zwei obere Leisten. Wir sind jedoch sehr zufrieden mit der Arbeit und Umsetzung unserer Vorstellung für ein Bett aus Naturholz und unbehandelt. Das Bett könne um 5 Uhr abgeholt werden.
Das gibt uns Zeit uns zu verköstigen und den Durst zu stillen. Zudem hätten wir noch einen Termin vereinbart, um Fahrräder zu besichtigen. Dieser Termin fiel leider ins Wasser, unser Kontaktmann hatte einen Notfall, wie wir im Nachhinein erfuhren.

Es ist 5 Uhr, wir holen das Bett. Wir bezahlen die zweite Hälfte des zuvor vereinbarten Preises und baten jetzt die ebenso abgemachte Transportmöglichkeit zu organisieren. Keine 10 Minuten später, fuhr ein kleiner, nach Fisch stinkender Minilaster vor um unser Bett aufzuladen. Der Laster wurde scheinbar kurz bevor abgespritzt und gereinigt, der Gestank blieb. Wir hatten keine Wahl, also versuchten wir das Bett so zu laden, dass wirklich nichts in Berührung der Ladefläche geriet und nur auf den Seitenklappen zu liegen kommt. Das gelang recht gut. Nun kommt das Problem wo wir selbst noch mitfahren können. Vorne waren die Sitze total durchnässt und hinten auf der Ladefläche stank es grausam nach Fisch. Ok, ich setze mich in die Pfütze vorne beim Fahrer und Hedli wählt den Fischgeruch auf der Ladefläche. So fahren wir zurück zum Haus und entladen möglichst schnell unser gut riechendes Holzebett von diesem penetrant stinkenden Fischlaster.
Als sich endlich alle verabschiedet haben, Vermieter und Handwerker, war es neun Uhr Abends. Die Schlüssel wurden übergeben und wir standen alleine in einem mit Baustaub verschmutzten Haus. Nun galt es das Schlafzimmer und Badezimmer zu reinigen. Es war wirklich dringend notwendig. Auch das Bett musste noch vom Schleifstaub befreit werden, bevor wir es in das gereinigte Schlafzimmer stellen können.
Zum reinigen brauchten wir also Wasser, obwohl wir bereits vorher alle Hausfunktionen kontrolliert hatten, lief plötzlich kein Wasser mehr. Es war mehr ein leichtes Rinnsal. Von einer Dusche heute, nicht zu denken. Bevor wir den Vermieter anrufen, versuchen wir selbst das Problem ausfindig zu machen. Wir entdeckten, dass irgend jemand den Haupt-Wasserhahnen vor dem Haus geschlossen haben muss. Das war sicher einer der anwesenden Handwerker. So mussten wir zuerst den leeren Tank wieder füllen um überhaupt mit dem Reinigen beginnen zu können. Nach 15 Minuten stellte das Stadt-Wasser erneut plötzlich ab bevor wir den Tank ganz füllen konnten. Auch war der Druck aus den Wasserhähnen derart gering, dass an eine Dusche vor dem zu Bett gehen, nicht zu denken ist. Wenigstens reichte es für die Zimmerreinigung. Trotzdem informierten wir umgehend den Vermieter über das Problem. Auch die Boiler schienen nicht zu funktionieren. Er versprach morgen Sonntag das Problem anzugehen. Es ist 04 Uhr als wir nach einer Pseudo Dusche ins Bett fallen.
Tatsächlich erschien er tags darauf mit verschiedenen Handwerkern. Betrachtete das Problem und meinte nur, dass bis heute Abend alles läuft. Tatsächlich war es so. Die Boiler wurden entlüftet, die Wasserleitungen richtig angeschlossen, so dass wir den Wasserdruck vom Stadtwasser erhalten und nur bei Stromausfall, was leider öfter vorkommt, mit einem geringeren Wasserdruck auskommen müssen. Der Wassertank würde ebenso, um auch diesem Problem etwas entgegenzusetzen, um weitere 1.5m höher gesetzt. Der Vermieter fuhr höchst persönlich an diesem Sonntag mit uns zum Schlosser, welcher bereits kräftig an der Arbeit war um das Metallgestell für den Tank zusammen zu schweissen. Wir sind über die Bemühungen unseres Vermieters Sprachlos und ebenso überaus dankbar.
Auch das ist Tansania, es gibt keine Wochenenden.
In den nächsten tagen, werden wir mit Putzen beschäftigt sein. Bis alles so ist wie wir es gerne hätten.
Ab diesem Punkt geht es auf einer neuen Seite weiter mit dem Titel „Kapitel-01“. Bis dahin werden mit Sicherheit einige Tage, wenn nicht Wochen vergehen. Aktuell haben wir den 17. Oktober 2023
