Jiddu Krishnamurti

Jiddu Krishnamurti 1895 bis 1986 Bilderquelle Google

Sicher haben die meisten Leute bereits von Krishnamurti gehört, oder haben irgendwann einmal durch jemand anderes, etwas erfahren dürfen. Ob Krishnamurti eine Berühmtheit war, kann ich nicht beurteilen. Ich persönlich durfte leider erst sehr spät auf seine Aussagen stossen, welche mich sofort tief berührten.

Weisse Tulpe aus dem Garten im Streiflicht Mai 2023 © by RELU

Ob Berühmt oder nicht, soll hier keine Bedeutung haben. Viel wichtiger, so scheint mir, sind seine Hinweise an die Menschheit, oder besser ausgedrückt, an das Bewusste sein jedes Menschen.

Dabei soll Krishnamurti keinesfalls als Guru, oder sonst irgendwie als Autoritäre Person betrachtet werden. Genau das Gegenteil war ihm wichtig und versuchte er sein Leben lang den Menschen welche ihm zuhören wollten zu vermitteln.

Über die Person Jiddu Krishnamurti gibt es unzählige Berichte, Bücher und nicht zuletzt sogar Viedeomitschnitte aus seinen Vorträgen. So dass jeder sein eigenes Bild über Ihn machen darf.

Ich persönlich verfolge ausschliesslich seine berührenden Aussagen, welche ich gerne näher betrachten und analysieren möchte. In der Hoffnung durch die Analyse mit jedem Schritt mehr verstehen zu dürfen.

Für mich persönlich, bin ich in der Überzeugung, dass seine Aussagen, uns Menschen, unser Dasein und unser Wirken während unserer Zeit hier auf Erden zu einem Bewusstsein führen kann, welches uns gibt was der Mensch Zeit seines Lebens sucht und meist nie findet…einfach zu sein. 

Möglicher Fahrplan

Als „roter Faden“ möchte ich mich, mehr oder auch weniger,  an die Veröffentlichung „Einbruch in die Freiheit“ vom Lotos Verlag 2015 halten.

In einem unscheinbaren Büchlein, erhält Mensch die Chance das wesentliche zu erkennen, sofern Mensch das möchte.

Geschrieben nicht von Krishnamurti selbst, jedoch mit dessen Erlaubnis, aus verschiedensten Bandaufnahmen seiner Vorträge.

Beginnen werde ich oder wir, mit dem ersten und sehr wichtigen Thema „Der Mensch und die Welt“.

Das Ganze werde ich sehr ge­mäch­lich angehen. Jedes Thema erhält so viel Zeit, um das erfahrene im Alltag zu erkennen. Auch werde ich nicht regelmässig die Zeit finden um weitere Themen aufzugreifen. Wir werden sehen was in Zukunft möglich ist und was mehr Zeit und Ruhe benötigt.

Alle mit (*) gekennzeichnete Texte sind Zitate/Texte von Jiddu Krishnamurti!

Verblühter Löwenzahn im Mai 2023, Ende vom einen, Start vom Neuen © by RELU

Der Mensch und die Welt

Deutsche Bank Frankfurt Sept. 2019 © by RELU

Der Mensch und die Tradition

Tradition: Definition von Wikipedia

Tradition bezeichnet die Weitergabe von Handlungsmustern, Überzeugungen, Glaubensvorstellungen oder Anderem oder das Weitergegebene selbst. Tradition geschieht innerhalb einer Gruppe oder zwischen Generationen und kann mündlich oder schriftlich über Erziehung, Vorbild oder spielerisches Nachahmen erfolgen.

* „Nichts Ursprüngliches ist am Menschen, der blind der Tradition folgt“. (Jiddu Krishnamurti)

A1.1.1 Meine persönlichen Gedanken dazu

Die eine gestellte Frage „Was möchtest Du gerne werden“, sollte lauten, „wie möchtest Du gerne Sein, welche Aufgabe entspricht deinem Wesen“.

Wir überlegen wie wir uns am besten in das vorgefertigte Muster integrieren können und nicht wie wir das Muster durch unsere einzigartige Art beleben könnten. 

* Wir schauen nach jemandem aus der uns sagt, was rechtes oder was falsches Betragen, was rechtes oder falsches Denken ist, und indem wir uns nach dieser Norm (Form) ausrichten, wird unser Verhalten, unser Denken mechanisch, werden unsere Reaktionen automatisch.

A1.1.2 Meine persönlichen Gedanken dazu

Die Menschheit vertraut seit Menschengedenken gewissen Autoritäten (Staat, Politik, Wissenschaft), sogenannten Institutionen, Organisationen, Kirchen, oder Persönlichkeiten und nicht zuletzt auch den unterschiedlichsten Medien.

Es sind nicht aus uns gewachsene Meinungen und Erfahrungen. Wir übernehmen fremde Erfahrungen ohne wirkliches Wissen.

Gefangen in der konventionellen Ehrbarkeit

* 1) Die Welt akzeptiert den traditionellen Weg und folgt ihm.

* 2) Die eigentliche Ursache der Unordnung in uns ist das Suchen nach einer Realität, die uns von einem anderen versprochen wurde.

* 3) Wir folgen mechanisch dem, der uns ein wohltuendes spirituelles Leben zusichert.

* 4) Es ist höchst seltsam, dass, obgleich wir uns der politischen Tyrannei und Diktatur widersetzen, wir innerlich die Autorität, die Tyrannei eines anderen hinnehmen, die unseren Geist und unser Leben verwirrt.

* 5) Wenn wir nun jede sogenannte spirituelle Autorität, mitsamt allen Zeremonien, Riten und Dogmen verwerfen, nicht intellektuell, sondern tatsächlich, bedeutet das, dass wir allein stehen und uns damit bereits in Konflikt mit der Gesellschaft befinden.

*  6) Für die Gesellschaft hören wir auf geachtete Menschen zu sein. Doch ein von der Gesellschaft geschätzter Mensch kann unmöglich dieser unendlichen, unermesslichen Realität näher kommen.

Kolophonium Manufaktur Goetheanum Dornach © by RELU
Autarkes Haus Vitra Design Weil am Rhein © by RELU

A1.2.1 Meine persönlichen Gedanken dazu

Das Dilemma beginnt leider damit, dass viele die sogenannte  unendliche unermessliche Realität, oder für mein Verständnis besser genannt als „DAS GROSSE GANZE“ als nicht existent anerkennen.

Die Naturwissenschaften haben sich längst von der Metaphysik abgewendet, als ob es keine Fragen gäbe.
Zu diesem Thema sollten unbedingt unsere ursprünglichen 3 Wissen mit einbezogen werden.
Die  Menschheit  täte gut daran diese 3 Wissen wieder gleichwertig zu gewichten.

  • 1. Erlösungswissen (alle Fragen zur Metaphysik und mehr)
  • 2. Geisteswissen (Psychologie, Philosophie, Antroposophie)
  • 3. Arbeitswissen (technisches Wissen unserer Wissenschaften)

Hat Mensch sich entschieden welchen Weg er begehen möchte, kommt das wirklich schwierige, denn das verneinen einer Tradition führt zu einer Reaktion. Diese Reaktion schafft sogleich eine andere neue Norm (Form) und Mensch steckt so in der Falle.

* Wenn Mensch das Falsche jedoch verneint, weil er den Stumpfsinn, die Unreife der gesellschaftlichen Konvention versteht, wenn er aus tiefer Einsicht verwirft, weil er frei ist und sich nicht fürchtet, wird Mensch eine grosse Unruhe in sich und um sich hervorrufen; aber Mensch wird aus der Falle der konventionellen Ehrbarkeit herauskommen. Dann wird Mensch entdecken, dass er nicht länger sucht. Das ist das Erste, das zu lernen ist; nicht zu suchen! So lange Mensch sucht, macht er nur einen Schaufensterbummel.

A1.2.2 Meine persönlichen Gedanken dazu

Generell darf gesagt sein, dass alles was Mensch tut aus seiner inneren Überzeugung entstehen sollte. Alle Äusseren Einflüsse führen nur in eine andere neue Norm (Form). Wenn Mensch im Verstand ist und nicht im Herzen, kommt es von aussen. Der Verstand sagt uns, nett zu Mitmenschen zu sein, da es so verlangt wird, es besteht eine Norm (Form). Ist Mensch jedoch aus innerer Überzeugung generell nett zu jedem Menschen, ohne sich innerlich überhaupt daran erinnern zu müssen, dann ist Mensch Formlos und frei. Mit anderen Worten, wenn wir unser Denken anpassen oder verändern, nur weil Herr Krishnamurti es so empfohlen hat, schreiten wir einen falschen Weg. Das Verlangen nach Veränderung ist zuerst in uns und die Worte von Krishnamurti helfen uns vielleicht einen wichtigen Fokus zu setzen um überhaupt beginnen zu können.

* Leidenschaft ohne Motivation!

A1.2.3 Meine persönlichen Gedanken dazu

Eine für mich wichtige Aussage von Krishnamurti, „Leidenschaft ohne Motivation“, ist sicher eine Grundvoraussetzung aller Handlungen und um aus der Form ausbrechen zu können. Wenn wir etwas tun mit der Absicht Zuneigung zu erhalten, etwas zu verdienen, ein Lob zu erhalten oder einen Vorteil daraus zu bekommen, handelt nicht aus innerer Überzeugung heraus, sondern aus einer Motivation. Dies im Alltag umzusetzen erweist sich als wirklich extrem schwierig, aber möglich. Dann sind wir in der Wirklichkeit.

In Arbeit, bald geht es weiter

Befreiung als Einzelner aus den Fesseln der Umwelt

*  Die Frage ob es einen Gotte gibt oder die Wahrheit oder die Realität oder wie Menschen es sonst benennen mögen, kann niemals durch Bücher, Priester, Philosophen oder Erlöser beantwortet werden. Niemand und nichts kann diese Frage beantworten als Mensch selbst; und darum muss Mensch sich kennen. Wenn Mensch sich selbst nicht kennt, ist man unreif; sich selbst zu verstehen ist der Anfang der Weisheit.

* Darum ist jede Philosophie, sind theologische Begriffe jeder Art nur eine Flucht vor der eigentlichen Wirklichkeit, vor dem was ist.

A.1.3.1 Meine persönlichen Gedanken dazu

Wenn wir Menschen erkennen, dass wir ein kleiner Teil des „grossen Ganzen“ sind, erkennen wir uns zum einen als Individuum hier auf Erden. Das vergängliche, das einmal endende und zum anderen…

…das wirkliche und reale, eben der kleine Teil des „grossen Ganzen“ dasjenige, dass den wirklichen Menschen ausmacht.

Wenn wir das „grosse Ganze“ als Makrokosmos betrachten, ist der Mensch ein Teil des Mikrokosmos Erde und die Erde ist Mikrokosmos vom „grossen Ganzen“.

So leben wir in einem Mikrokosmos, als wichtiger Bestandteil eines unendlichen  Makrokosmos.

Das „grosse Ganze“ selbst, ist nicht in der Lage Erfahrungen zu machen. Dazu ist Mensch und viele andere da. Unsere Erfahrungen sind die Erfahrungen vom „grossen Ganzen“. Wenn jeder einzelne sich verändert, verändert sich das „grosse Ganze“.

7. Mai 2023 Tulpe in fremden Garten ©RELU

* Alle äusseren Veränderungen, die durch Kriege, Revolutionen, Reformationen, Gesetze und Ideologien veranlasst wurden, haben es nicht vermocht, die Natur des Menschen und damit die Gesellschaft grundlegend zu verwandeln.

A1.3.2 Meine persönlichen Gedanken dazu

Wir sollten erkennen, dass wir alle EINS sind. Jeder einzelne gehört zum „grossen Ganzen“. Daher sind wir mitverantwortlich was geschieht auf dieser Erde, egal wo, egal wann.

Wenn Mensch sich ändert, ändert sich die Welt.

Was uns Menschen voneinander trennt, sind all die Religionen, Nationen und nicht zuletzt die Regierungsformen und Parteien in unserer heutigen Zeit.

Was also können wir tun um eine völlig neue Welt aufzubauen?

Der Nachfolgende Text von Krishnamurti, finde ich besonders erwähnenswert um aus dem Dilemma heraus zu finden.

Wolkenformation Möglichkeiten ©RELU
Wolkenformation Trampelpfad @RELU

* Uns wurde gesagt, dass alle Wege zur Wahrheit führen: Der eine geht auf seinem Pfad als Hindu, ein anderer folgt seinem Pfad als Christ und wieder ein anderer als Moslem, und sie alle begegnen sich an derselben Tür, und das ist, wenn Mensch es richtig betrachtet, offensichtlich völlig unsinnig.

* Zur Wahrheit führt kein Pfad, und darin liegt ihre Schönheit; die Wahrheit ist etwas Lebendiges. Eine tote Sache hat einen Pfad, der zu ihr führt, weil alles tote statisch ist. Wenn Mensch aber erkennt, dass die Wahrheit etwas Lebendiges ist, das in Bewegung ist, das keine bleibende Stätte hat, das in keinem Tempel, keiner Moschee, oder Kirche zu finden ist, wohin den Mensch keine Religion, kein Lehrer, kein Philosoph führen kann – dann wird Mensch auch erkennen, dass dieses Lebendige das ist, was Mensch in Wirklichkeit selbst ist: Menschlicher Ärger, Rohheit, Heftigkeit, Verzweiflung, Trübsal und das Leid darin zu leben. Im Verstehen all dieser Dinge liegt die Wahrheit; doch Mensch kann nur verstehen, wenn Mensch weiss, wie er auf diese Dinge, die zu seinem Leben gehören, zu schauen hat. Und Mensch kann nicht aus einer Ideologie aus schauen, nicht durch einen Schleier von Worten, nicht mit Hoffnungen und Ängsten.

* Mensch sieht also ein, dass Mensch von niemandem abhängig sein darf. Es gibt keinen Führer, keinen Lehrer, keine Autorität. Es gibt nur der Mensch – Seine Beziehung zu anderen und zur Welt – nichts sonst ist da.

* Wenn Mensch dies erkennt, mag er in tiefe Verzweiflung geraten, aus der Zynismus und Bitterkeit erwachsen. Doch wenn Mensch der Tatsache ins Auge sieht, dass Mensch und niemand sonst für die Welt und für Mensch selbst verantwortlich ist, für alles, was Mensch denkt, was Mensch fühlt, wie Mensch handelt, dann verschwindet alle Selbstbemitleidung. Normalerweise gedeihen wir dadurch, dass wir andere tadeln, was eine Form der Selbstbemitleidung ist.

A1.3.3 Meine persönlichen Gedanken

Nur wenn wir ungezwungen und frei unseren eigenen Weg gehen dürfen, den Weg den wir empfinden gehen zu wollen und dieser Weg wurde noch von niemandem sonst betreten, auf diesem frischen und unberührten Weg finden wir zu unserer wirklichen und eigenen Wahrheit zu unserem wirklichen Sein.

Lernen zu fühlen wäre der Zauberspruch. Zu fühlen ob der gewählte Weg richtig ist und genau das haben wir verlernt durch die alltäglichen Ablenkungen und wir werden darin nicht sensibilisiert.

Gehen wir also in die Selbstbestimmung und damit selbstverständlich in die Selbstverantwortung, mit der nötigen Aufmerksamkeit auf uns selbst, um zu erkennen ob wir uns nicht auf einem Trampelpfad befinden. Ob wir uns wirklich auf unserem Seelenweg befinden.

Wolkenformation Veränderung @RELU

„Nur der Furchtlose ist grosser Liebe fähig“

Was Krishnamurti mit dieser Aussage ansprechen will, versuchen wir in diesem Abschnitt zu ergründen.

* Können wir im Kern unseres Wesens eine totale Revolution, eine psychologische Umwandlung hervorbringen?

* Dann wären wir nicht länger brutal, heftig, wetteifernd, unruhig, furchtsam, gierig, neidisch und was sonst noch zu den Ausdrucksformen unserer Natur gehört. 

*  Es ist wichtig, von Anfang an zu verstehen, dass ich (Krishnamurti) keine Philosophie, kein theologisches Gebäude von Ideen oder Begriffen formuliere. Mir scheinen alle Ideologien äußerst töricht zu sein. Wichtig ist nicht eine Lebensphilosophie, sondern dass wir beobachten, was tatsächlich in unserem täglichen Leben geschieht–innen und aussen.

* Wenn Mensch genau beobachtet, was vor sich geht und es prüft, wird Mensch sehen, dass alles auf einer verstandesmässigen Vorstellung beruht.

Der Verstand umfasst jedoch nicht das Dasein in seinem ganzen Umfang; er ist ein Stück davon, und Bruchstücke, wie klug sie auch zusammengesetzt sein mögen, sind nur ein geringer Teil des Lebens, während wir uns mit seiner Ganzheit befassen müssen.

* Wenn wir sehen was in der Welt vor sich geht, beginnen wir zu verstehen, dass es keinen äusseren und inneren Prozess, sondern nur einen einheitlichen Prozess gibt, eine alles umfassende Bewegung, wobei die innere Bewegung sich im Äusseren darstellt und die äussere wiederum auf das innere zurückwirkt.

A1.4.1 Meine persönlichen Gedanken

Sind wir fähig uns im Innern zu verändern, verändern wir automatisch auch unser Umfeld. Die Frage stellt sich nur, will sich Mensch überhaupt verändern. Denn jede Veränderung bedeutet zuerst Aufwand und Mühe. Erkennen wir einen Bedarf für eine Veränderung?

Viele Menschen wollen vieles verändern und scheuen auch keinen Aufwand. Erfolgt eine Veränderung nur im Aussen und/oder durch äusseren Druck, wird diese Veränderung keinen Bestand auf lange Zeit haben.

Unser Verstand gaukelt uns oft falsches vor und Glaubenssätze erfüllen dann noch den Rest, damit wir alles so lassen wie es eben ist.

Nur wenn wir aufmerksam im Augenblick durch den Alltag gehen, sind wir, so finde ich, in der Lage zu erkennen was zu erkennen wichtig ist.

Meist ist eine Veränderung eher nur eine Anpassung an ein bestehendes Muster. Dass das Muster falsch ist, bleibt unerkannt oder wir bleiben einfach in der Akzeptanz.

Oft hat sich Mensch entsprechend anzupassen. So werden äussere Veränderungen als Tatsachen übergestülpt, was es Mensch nicht einfacher macht.

Der Spruch von Krishnamurti „Nur der furchtlose ist grosser liebe fähig“ ist nicht einfach zu verstehen. Doch genau diese Aussage ist einer der Schlüssel um besser zu verstehen was er mit einer psychischen Revolution ansprechen will. Auch das Wort „Liebe“ wird noch genauer besprochen, hier vorab nur einen kurzen Hinweis.

Warum sollte Mensch furchtlos sein um in der Liebe leben zu können?

Weil zuerst jegliche Furcht (Angst) erkannt und abgelegt werden muss, bevor man zur Liebe fähig ist. Auch hier sei gesagt, dass dieses Thema „Furcht“ ebenso später angegangen wird.

* Niemand braucht Mensch zu sagen wie Mensch zu schauen hat, Mensch schaut eben.

Damit Mensch richtig schauen kann, hat er sich innerlich, aus ganzem Herzen heraus für folgendes entschieden:

* Mensch sieht ein, dass er sich vollkommen, bis in die Wurzel seines Seins verwandeln muss.

Er kann nicht länger von irgendeiner Tradition abhängen, denn die Tradition hat diese ungeheure Trägheit, Unterwerfung und Abhängigkeit geschaffen. Mensch kann auf keinen Fall von einem anderen Hilfe erwarten, um sich zu verwandeln – von keinem Lehrer, keinem Gott, keinem Glaubenssatz oder System, keinem äusseren Zwang oder Einfluss.

A1.4.2 Meine persönlichen Gedanken

Mit anderen Worten, eine psychische Revolution ist eine so tiefgreifende Veränderung, welche nur funktioniert wenn Mensch dies von innen heraus und aus ganzem Herzen möchte und ohne wenn und aber als Lebensziel sich vornimmt.

Eine solche Aufgabe anzutreten, bedarf wahrlich einer absoluten inneren Überzeugung zum „grossen Ganzen“ und wird nicht von heute auf morgen zu schaffen sein. Denn alle unsere Muster und Glaubenssätze sind auch nicht von einem Tag zum anderen entstanden.

Mit jedem Tag schaut Mensch aufmerksamer, mit jedem Tag können mehr und mehr Autoritäten abgelehnt werden, Ängste werden dadurch erkannt und abgebaut, unbekannte Lasten werden abgeworfen. Mensch fühlt sich plötzlich vitaler, voller Energie und ohne Furcht.

Mensch fühlt sich frei.

* Mensch ist sich also selbst überlassen. In diesem Zustand befindet sich tatsächlich der Mensch, dem es ernsthaft um diese Dinge zu tun ist. Und da Mensch nicht länger von irgendjemandem oder irgendetwas Hilfe erwartet, ist Mensch bereits frei, um zu entdecken. Und wo Freiheit ist, ist Energie, wo Freiheit ist, kann nichts mehr falsch getan werden. Freiheit ist etwas ganz anderes als Revolte. In der Freiheit gibt es kein rechtes oder unrechtes Tun mehr. Mensch ist frei, und von diesem Zentrum aus handelt Mensch, daher gibt es keine Furcht mehr, und ein Mensch, der keine Furcht hat, ist grosser Liebe fähig. Und der wahrhaft Liebende kann tun, was er will.

A1.4.3 Meine persönlichen Gedanken

Generell lebt Mensch in dauernder Angst. Die Angst nicht zu genügen, die Angst die Arbeit zu verlieren, die Angst nicht angesehen zu sein, die Angst nicht akzeptiert zu werden und viele Ängste mehr.

Nicht zuletzt die Angst vor dem Tod, welche oft lebenslang verdrängt und nie richtig angeschaut wird. Doch dazu auch mehr im Thema „Furcht“.

Wenn Mensch wirklich frei ist, bestehen keine Ängste mehr und  auch der Tod hat keinen Einfluss auf unser tun. Egal was wir unternehmen, Mensch ist im Vertrauen. Besonders wichtig scheint mir auch, im Vertrauen zum eigenen Körper. Viele Menschen vertrauen ihrem einzigen Besitz nicht. Alles andere ist wertvoller und hat mehr Gewicht als der eigene Körper. Diese seltsame Einstellung sollte überdacht sein.

Unsere eigene innere Autorität

* Nachdem Mensch klar erkannt hat, dass wir, um eine totale Revolution in unserem Seelengefüge hervorzubringen, von keiner äusseren Autorität abhängig sein dürfen, stehen wir vor der weit grösseren Schwierigkeit, unsere eigene innere Autorität zu verwerfen, die Autorität unserer persönlichen belanglosen Erfahrungen und angesammelten Ansichten, Kenntnisse, Ideen und Ideale.

Um uns selbst zu verstehen, bedarf es weder der gestrigen noch der tausendjährigen Autorität, weil wir etwas lebendiges sind, in ständiger Bewegung fliessend, niemals ruhend. Wenn wir mit der toten Autorität von gestern auf uns schauen, wird es Mensch nicht gelingen, diese lebendige Bewegung und die Schönheit, die darin liegt, zu verstehen.

* Frei zu sein von aller Autorität, von der eigenen und der eines anderen, bedeutet, sich von allem, was gestern war, loszusagen, sodass der Geist immer frisch, immer jung, unschuldig, voller Kraft und Leidenschaft ist. Nur in diesem Zustand kann Mensch lernen und beobachten, und das bedarf einer umfassenden Bewusstheit, eines unmittelbaren Gewahrseins des inneren Lebensprozesses, ohne ihn zu korrigieren, ohne vorzuschreiben, was Mensch sein sollte oder nicht sein sollte. Denn in dem Augenblick, da Sie korrigieren, haben Sie eine andere Autorität, einen Zensor eingesetzt.

A1.4.4 Meine persönlichen Gedanken

Es ist nicht einfach, plötzlich alles zu entsorgen was sich in vielen Jahren so angesammelt hat. Vieles scheinbar nützliches, aber auch vieles welches nur Ängste, Sorgen oder Bitterkeit hervorruft.

Der Gedanke, dass uns nichts gehört, absolut nichts, kein Partner, kein Kind, kein Haus, ist wichtig zu verstehen. Wir sind alleine hier mit unserem Körper, der Seele und dem Geist, aus dem, was unser Bewusstsein ausmacht. „Unsere Realität basiert auf Bewusstsein und wir leben in einer virtuellen Realität. (Tom Campbell)“

Genauso soll auch der Geist von Vorurteilen, Meinungen ect. entrümpelt sein. Zu vieles schleppen wir mit uns. Dabei soll die Vergebung ein wichtiger Hinweis für die Auflösung vieler Gedanken dienen.

Unser Gedankenkarussell beschäftigt uns täglich ohne Pause. Unser Verstand ist ohne Zweifel wichtig, damit wir notwendige Handlungen ausführen, Arbeiten verrichten und unser Leben strukturieren können. Ist Mensch jedoch nur im Verstand und nie im Gefühl, besteht die Gefahr der Maschine gleich zu sein, Automatismen schleichen sich ein. Mensch ist nicht mehr fähig zu erkennen, was wirklich wichtig ist. Denn der Verstand hat immer etwas wichtiges zur Hand was zu erledigen er vorschiebt.

Selbsterkenntnis

Sich selbst zu erkennen

  • Wir müssen unser eigener Lehrer und Schüler sein
  • Leben ist Beziehung
  • Wir lernen uns nur im gegenwärtigen Geschehen kennen
  • Selbstsicherheit verhindert Selbsterkenntnis
  • Voreingenommenheit beschränkt alles Tun
  • Jedes Gefühl der Störung zeugt von unserer Abhängigkeit
  • Unvoreingenommenes Sehen ist befreiende Handlung

Links in der Auflistung sehen wir die von Krishnamurti wichtigsten Standpunkte zum Thema Selbsterkenntnis.

Auch hier gehen ich die Themen durch und äussere auch meine Gedanken dazu.

Ausfahrt, oder Ausweg im Juni 23 ©RELU

In den ersten zwei Sätzen, ist ersichtlich, wie Krishnamurti verstanden werden möchte, mit seiner Aussage: 

* Wenn Mensch glaubt, dass Selbsterkenntnis wichtig sei, weil ich oder ein anderer Mensch auf ihre Bedeutung hingewiesen haben, dann, fürchte ich, hört jede Verständigung zwischen uns auf. Aber wenn wir darin übereinstimmen, dass es wesentlich ist, uns selbst vollkommen zu verstehen, dann haben wir eine ganz andere Beziehung zueinander, dann können wir zusammen in einer beglückenden, sorgfältigen und verständnisvollen Weise Untersuchungen anstellen. 

Ebenso taucht der Hinweis immer wieder auf:

*  Jede Autorität, ganz gleich, welcher Art, besonders auf dem Gebiet des Denkens und der Verständigung, ist verderblich und von Übel. Führer zerstören ihre Anhänger und diese zerstören die Führer.

A2.1.1 Meine persönlichen Gedanken

Zuerst scheint mir wichtig zu betonen, dass wir unser Arbeitswissen von jemandem lernen müssen.  Dies ist wichtig und auch notwendig. Doch etwas von sich zu entdecken, ist etwas komplett anderes und kann daher nie von aussen kommen.

Wichtig auch hier, überhaupt zu erkennen, dass nicht eine vorgegebene Meinung oder Muster gelebt wird, sondern auf das eigene aufmerksam zu werden. Zu erfahren wie Mensch in Wirklichkeit ist und nicht wie Mensch gern sein möchte. Zu lernen und erkennen was ist wirklich wertvoll und notwendig oder was ist eher nur Ballast.

Wenn Mensch niemandem folgt, geht er alleine. Dies kann im ersten Moment vielleicht belastend sein, siehe dazu weiter unten die Aussage von Krishnamurti. 

All dies klingt so einfach und einleuchtend, ist es aber bei weitem nicht. Wir alle leben in einem System. So geraten die beiden Systeme aufeinander. Das System Mensch und das äussere System. Beide wollen natürlich ihre notwendige Sicherheit für das jeweilige Weiterbestehen. Beide Systeme basieren und funktionieren auf völlig unterschiedliche Weise. 

Das heutige äussere System ist abhängig vom Mensch und der Mensch ist abhängig vom System. Da entstehen unweigerlich Zwänge und weitere Abhängigkeiten.

Das menschliche System ist vielfältig und in dauernder Veränderung. Das äussere System ist starr, langsam und auf Bereicherung ausgelegt. Da stellt sich die Frage, wann – wieviel – ausgenutzt wird.

Dadurch entsteht zuerst eine mögliche Entscheidung, kann und will ich aus dem äusseren System ausbrechen. Gibt es dann noch ein vernünftiges Leben, kann Mensch ohne System leben?

Welche Möglichkeiten hat nun der  Mensch. Dadurch, dass nur eine Veränderung im Individuum Mensch möglich und auch sinnvoll ist, bleibt zu überlegen, wie dieses aktuelle System 2023 dem Mensch nützt und nicht umgekehrt.

Jedoch ohne das System auszunützen, denn dies würde mit Sicherheit auf Kosten eines anderen Menschen gehen, welcher sich ganz dem System ergeben hat. Nein, es gilt einen Weg zu finden sich selber zu sein ohne andere zu belasten. So wären wir wieder zurück in der Selbstverantwortung.

Kurz und bündig, nur Mensch selbst, kann sich lernen was er ist und warum er ist.

Abendrot im Juni 2023 @RELU

*  Wenn Mensch niemandem folgt, fühlt er sich sehr einsam.

So sei er eben einsam! Warum fürchtet er sich davor allein zu sein?

Weil Mensch sich dann selbst gegenüber steht, so wie er ist, und feststellt, dass er nichtssagenden, träge, stumpfsinnig, hässlich, schuldbewusst und ängstlich ist – ein unbedeutendes, minderwertiges zweitrangiges Wesen.

Sieht Mensch dieser Tatsache ins Auge; schaut er darauf und geht dieser Tatsache nicht aus dem Weg. In diesem Augenblick, da Mensch davonlaufen würde, beginnt die Furcht.

A2.1.2 Meine persönlichen Gedanken

Mit der Furcht und Angst wird Mensch kontrolliert. Seit jeher lebt Mensch in der Angst. Früher vor wilden Tieren, heute vor Arbeitsverlust, Existenzängste, nicht angenommen zu werden in der Gesellschaft, unheilbaren Krankheiten und vieles vieles mehr. Es gibt unzählige Ängste unter den Menschen. Der Mensch – so scheint es mir – ist sein leben lang auf der Flucht oder aber auf der Suche nach dem entscheidenden alles erfüllendem.

Das äussere System nutzt diese Ängste auf raffinierteste Weise. Nur so bleibt das äussere System am leben.

Aller Anfang ist schwer. Sich selbst erkennen, den eigenen Ängsten bewusst werden und diese erfassen wie auch beurteilen können, ist wohl der schwierigste Teil einer Selbsterkenntnis. Dazu auch hier, später weiter unten  im Thema „Furcht“.

Sich selbst als das zu erkennen was Mensch wirklich ist und nicht was er sein möchte ist hier das sicher entscheidende. Wir wollen gefallen, Sieger sein. Verlierer haben kaum Chancen im äusseren System.

Sich jedoch annehmen wie Mensch eben ist, mit all seinen Fehlern bewirkt bereits Wunder. Nicht etwas nacheifern zu wollen, nur weil die Gesellschaft oder das System das gut findet. Nein sich selbst und seine Bedürfnisse erkennen und leben, auch wenn dies Opfer fordern sollte.

Ist Mensch überzeugt, gibt es keine Opfer. Mensch tut etwas von innen heraus. Nicht weil es die Meinung vieler ist. Sondern die eigene wirkliche.

Erkennen in Beziehungen

Schattenspiel mit Margerite, Zuchwil Juni 2023 @RELU

*  Mensch muss seines eigenen Selbst in seinem ganzen Umfang gewahr werden, und das umfasst das Bewusstsein des Individuums und der Gesellschaft.

Nur wenn der Geist des Menschen, über dieses individuelle und soziale Bewusstsein hinausgelangt, kann Mensch zu einem Licht werden, das niemals erlischt.

*  Mensch kann sich nur in Beziehung zu anderen wahrnehmen, weil alles Leben Beziehung ist. Es hat keinen Sinn, in einer Ecke zu sitzen und über sich selbst zu meditieren. Mensch kann nicht für sich allein bestehen. Mensch existiert nur in Beziehung zu Menschen, Dingen und Ideen, und wenn Mensch seine Beziehung zu den äusseren Dingen und Menschen wie auch zu inneren Dingen untersucht, beginnt Mensch, sich zu verstehen. 

* Das Wissen was Mensch über sich selbst anhäuft, gehört immer der Vergangenheit an, und ein Mensch, der mit der Vergangenheit beladen ist, ist voller Kummer und Sorgen.

Im psychologischen Bereich lernt Mensch sich immer nur in der Gegenwart kennen, während das Wissen immer der Vergangenheit angehört; und da die meisten Menschen in der Vergangenheit leben und mit der Vergangenheit zufrieden sind, wird das Wissen ausserordentlich wichtig. Darum verehren wir die Gelehrten, die Gescheiten, die Klugen.

Aber wenn Sie jederzeit lernen, in jeder Minute lernen – wenn Mensch lernt während er beobachtet und lauscht, während Mensch schaut und handelt – , dann wird Mensch finden, dass das Lernen eine ständige Bewegung ohne Vergangenheit ist.

Aus vergangener Zeit, Zuchwil 2023 @RELU

A2.1.3 Meine persönlichen Gedanken

Die Schwierigkeit im Alltag ist unser Gedankenkarussell. Dauernd sind wir in Gedanken, egal was wir tun. Sei es beim Zähneputzen, beim Spazieren, bei der Arbeit, sofern uns diese nicht so sehr fordert. Immerfort Drehen sich die Gedanken.

Dabei sei zu betonen, dass nicht nach einer Idee gesucht wird, oder einer Idee nachgegangen wird, dies wiederum wären konstruktive Gedankengänge welche Mensch unbedingt benötigt. Nein,– gemeint sind wirklich wild durcheinander gewirbelte Gedanken welche uns beschäftigen, kaum haben wir die Augen am Morgen offen.

Dadurch haben wir verlernt in der Aufmerksamkeit zu sein. Aufmerksam zu schauen, zu horchen oder zu beobachten. Nach einem Spaziergang wurden viele Gedanken gewälzt, sei es aus der Vergangenheit oder aus der Zukunft. Die Gegenwart im Wald blieb dabei unbeachtet. Doch dazu später mehr im Thema „Achtsamkeit“, welches auch noch angegangen werden soll.

Wenn wir nun aufmerksam unseren Alltag bewältigen, fallen uns plötzlich Dinge auf, welche vorher unbeachtet blieben. Sei es die winzig kleine Blume am Strassenrand, der Duft der blühenden Linde, oder der unglaubliche Lärm mitten in einer Stadt.

Da wir in Beziehung zu anderen stehen, dürfen wir lernen alle Menschen so zu nehmen wie diese eben sind. 

Einfach gelingt uns das bei für uns sympathischen Menschen, schwieriger wird’s bei eher abstossenden und ungepflegten Menschen. Doch genau dort kann Mensch am meisten lernen. Auch wenn es sehr schwierig ist, wer sehr aufmerksam ist, lernt bei diesen Menschen wirklich am meisten.

Genauso verhält es sich wenn wir etwas beobachten, sei es eine Blume, eine Landschaft oder ein Vogel in der Luft, wenn Mensch sich nun in das beobachtete hineindenkt und fühlt, ist Mensch ohne Gedankenkarussell.

Der Augenblick ist was zählt, alles bereits vergangene und in der Zukunft liegende erzeugt meist Angst oder Hoffnung welche vielleicht nie eintrifft und dadurch Enttäuschung hervorruft. 

Innewohnende Wachsamkeit

*  Lernen erfordert eine grosse Sensitivität. Mensch ist aber nicht einfühlsam, wenn er eine Vorstellung hat, die der Vergangenheit angehört und die die Gegenwart beherrscht. Dann ist der Geist nicht mehr lebendig, geschmeidig, wachsam. 

A2.1.4 Meine persönlichen Gedanken

Unsere äussere Sensitivität wird betrübt durch Unmengen von Ablenkungseinflüssen, wie alle Medien welche uns konstant Meinungen/Bilder vorgeben, statt neutral zu berichten ohne eine Meinung zu hinterlassen. Oder unsere eigene abgestumpfte innere Sensitivität zu unserem Körper. Sendet unser Körper ein Signal, wird dieses ignoriert, oder bei Schmerzen umgehend durch moderne Mittel unterdrückt. Wir sind nicht wirklich in der Lage uns zu spüren uns zu erfahren, im Stillen. Uns unserer Organe bewusst zu sein. 

Meist sind wir von unserer Meinung so überzeugt, dass wir eine andere Meinung nicht mehr wahrnehmen bereit sind. Eine einmal manifestierte Meinung aus der Vergangenheit, wird selten umgestossen. Dabei sollten wir bereit sein, tagtäglich neues anzunehmen. Dies scheint mir der schwierigste Teil. Versuchen wir offen und unvoreingenommen gegenüber allem zu sein, funktioniert es dann aber doch vermehrt. Dies verlangt nach der notwendigen Flexibilität und gesundem Menschenverstand um nicht jedem Humbug aufzusitzen. Denn diese Gefahr besteht natürlich konstant.

Zu hinterfragen, egal um was es geht, scheint immer ein guter Rat zu sein. Zu debattieren um die Sache und nicht um die Meinung zu verteidigen

Aufmerksamkeit in alle Richtungen, auch in sich selbst hinein.

Als schlechter Schüler in der Schule ist Mensch automatisch ein Verlierer. Als gegen den Strom schwimmender ist Mensch schnell ein Querulant. Als anders Gläubiger ist Mensch plötzlich ein ungläubiger. So könnte die Aufzählung noch sehr lange weiter geführt werden. Zu erkennen was Mensch wirklich ist, sollte die Herausforderung sein.

Ist Mensch langsam, soll er langsam sein, ist Mensch eher in sich gekehrt, so ist auch dies wichtig und richtig. Mensch braucht keiner Schablone, keinen Richtlinien zu folgen. Alleine sein Wesen soll Beachtung erhalten.

Wir sind und bleiben Individuen und daher unterschiedlich im Sein, wie auch im Denken.

Zu beachten ist, dass wir nie ausgelernt haben. Wer meint, nun wirklich Meister seines Faches zu sein, scheint nicht erkannt zu haben, dass es keine wirklichen Meister gibt.

Gedankenkarussell © by RELU

Ein freier Geist

*  Um etwas zu verstehen, muss Mensch damit leben, er muss es beobachten, seinen ganzen Inhalt, seine Natur, seine Struktur, seine Strebungen kennen. Wenn Mensch mit sich selbst lebt, erkennt er, dass er kein statischer Zustand darstellt, sondern ein frisches, lebendiges Wesen ist und um mit etwas lebendigem zu leben, muss auch sein Geist lebendig und wach sein; er kann es nicht wenn er durch Meinungen, Urteile und Wertsetzungen gefesselt ist.

*  Um die Regung des Menschen seines Geistes und Herzens, dem Menschen seines ganzen Seins aufmerksam zu beobachten, muss Mensch einen ungebundenen, freien Geist haben, keinen Geist der zustimmt und ablehnt, der in einer Auseinandersetzung Partei ergreift, der über blosse Worte debattiert, sondern der sich beteiligt, um wirklich zu verstehen.

*  Wenn wir verurteilen oder rechtfertigen, können wir nicht klar sehen, wir können es auch nicht, wenn unser Geist unaufhörlich schwatzt. Dann sehen wir nicht, was ist. Wir haben nur die Projektionen vor Augen, die wir von uns selbst geschaffen haben. Wir alle haben ein Bild von dem, was wir zu sein glauben oder was wir nach unserer Meinung nach sein sollten, und dieses Leitbild, diese Vorstellung hindert uns ganz und gar daran, uns so zu sehen wie wir tatsächlich sind.

Unschuld und Demut

* In dem Augenblick in dem Mensch etwas erreicht hat, verliert er Unschuld und Demut. In dem Augenblick da Mensch sich gedanklich festgelegt hat, oder Mensch sich aus seinem Wissen heraus anfängt zu prüfen, ist es mit dem Lernen vorbei. Denn dann deutet Mensch alles lebendige nach alten Begriffen. Wenn Mensch hingegen keinen Rückhalt hat, wenn keine Sicherheit da ist, keine Zweckerfüllung, dann hat Mensch die Ungebundenheit zu schauen und zu schaffen. In dieser Freiheit ist alles neu. Eins selbstsicherer Mensch ist ein totes Wesen.

A2.1.5 Meine persönlichen Gedanken

Schnell verfallen wir in einen Glauben, etwas wirklich gut zu können, oder gut zu wissen. Ein sogenannter Fachspezialist zu sein. Meist aus dem Zwang heraus etwas darzustellen in der heutigen Gesellschaft. Mensch ist ja schliesslich wer. 

Bleibt jedoch immer alles offen und nie abgeschlossen, besteht entsprechend nie ein Zwang sich gegenüber anderen behaupten zu müssen oder sich zu bestätigen.

Mensch ist gezwungen immer wieder von neuem zu betrachten, heranzugehen zu prüfen. Was gestern war sieht heute vielleicht komplett anders aus. Nicht weil es sich verändert hat, aber weil Mensch anders schaut.

Leichtes verschmitztes Lächeln © by RELU

Im Juli 20/23 …Bald gehts weiter…