Tagebuch
Erläuterung
Wir haben uns gedacht, an dieser Stelle über kleine und spezielle Erfahrungen wie auch Erlebnisse zu berichten, wie eben so ein Tagebucheintrag in etwa aussieht. Allerdings werden wir sicher nicht tagtägliche Geschehnisse auflisten, dazu ist unser Alltag mit Sicherheit zu wenig spannend.
Kleine lustige, aber auch traurige Anekdoten sollen hier ihren Platz finden um vor dem Vergessen bewahrt zu werden. Stets mit Datum und Thema. Dementsprechend wünschen wir einen lustigen oder auch nachdenklichen Lesespass.

5. September 2024 – Der Spion
Tansania ist in einem gewissen Grad ein Überwachungsstaat. Der Staat will wissen was Ausländer so treiben. Das gleiche gilt auch für die Hausbesitzer. Jeder Hausbesitzer will wissen was sein Mieter so treibt. Damit die richtigen Informationen auch gesammelt werden können, gibt es die Spione, Aufpasser oder freundlicher ausgedrückt die Wachleute. Jedes Haus, auch wenn es leer steht oder auch nur eine Bauruine ist, verfügt über so eine Wachende Person. So also auch bei unserem Mietshaus. In unserem Fall ist es die nahegelegene Nachbarin, welche ein genaues Auge auf uns hält. Diese Nachbarin scheint zugleich auch die staatliche Spionin zu sein. Obwohl wir ein zufriedenes herzliches Verhältnis mit Ihr haben, ist uns von Anfang an bewusst, welche Aufgabe die Gute hat.
Mensch darf diese Spionagetätigkeit auch nicht negativ betrachten. Es geschieht aus gutem Grund, nämlich die zufriedene Atmosphäre zu bewahren, für Land und Leute. Wer nichts böses im Schilde führt, hat auch nichts zu befürchten.
So haben wir uns kürzlich dazu entschlossen, da es nicht so heiss war, zu Fuss die nahe Umgebung auszukundschaften. Damit wir ein besseres Bild bekommen, wo wir uns überhaupt befinden und was es alles so in der Nähe sonst noch gibt.
Unterwegs begutachten wir immer wieder Pflanzen, welche eventuell auch in unserem Garten eine gute Figur machen könnten. Dadurch, dass wir immer wieder längere Stopps einlegten und uns unterhielten, ist uns aufgefallen, dass wir von einem Spion verfolgt werden. Es war nicht möglich, sich auf freiem Feld zu verstecken, so– dass der Spion uns zwangsweise überholen musste. Nun erkannten wir unsere Nachbarin. Sie und wir grüssten uns gegenseitig freundlich. Allerdings kam sie jetzt in Verlegenheit, welche Richtung sie gehen sollte, denn nun hatte sie plötzlich kein Ziel mehr. Dass wir schlicht und einfach nur in der Gegend spazieren gehen, ohne jegliche Absichten, ist etwas, was ein Tansanier nicht verstehen kann, so mit Sicherheit auch nicht unsere Nachbarin. Warum im Gottes Namen sollte Mensch einfach so durch die doch eher uninteressante Gegend latschen.
So stand denn auch Sie mitten in der Pampa in der Verlegenheit, wohin sie nun am besten gehen sollte, denn es gab nicht viele Möglichkeiten. So trennten sich ungewollt unsere Wege, denn wir bevorzugten die entgegengesetzte Richtung.
Den Spion ungewollt abgeschüttelt, entdeckten wir in einem plötzlich auftauchenden und ganz überraschend gut ausgestatteten Handwerkerladen, eine Holzsäge. Schon lange wollten wir uns eine besorgen. Nun stossen wir ohne zu Suchen auf eine. Mit dem Einkauf einer Holzsäge, einer Machete, einem Staubwedel und mit Gummizügen aus Lastwagenpneus, schleppten wir unsere unverhoffte Errungenschaft mit gut sichtbarem Staubwedel durch das Niemandsland wieder zurück nach Hause. „Spazieren“ gehen werden wir wohl wieder einmal, dann aber bei brütender Hitze, dann haben wir mit Sicherheit den Stempel „Die spinnen doch die Ausländer“.

6. September 2024 – Der Plastiksammler
Bereits ein Tag später ergab sich eine weitere Situation, welche uns sehr berührte und daher hier erwähnt werden soll.
In unserer Wohnregion fahren leider keine Taka-Fahrer, welche diversen Abfall gegen eine kleine Gebühr sammeln. Das sind dreirädrige Motorräder mit einer integrierten Ladefläche. So sind wir gezwungen, unseren Abfall umständlicher zu entsorgen. Organischer Küchenabfall landet auf dem Kompost (Erdloch, damit keine Tiere angezogen werden). Alles was brennt und kein Plastik ist, wird gelegentlich verbrannt. Leider sammelt sich auch immer wieder diverser Plastik an. Obwohl wir Tee kochen und daher nur wenige PET-Flaschen haben, müssen diese und anderer Plastikabfall irgendwie entsorgt werden.
Hier in Bagamoyo und wir denken in ganz Tansania gibt es die Plastiksammler. Das sind Menschen welche mit einem riesigen Sack durch die Gegend laufen und alles, oder fast alles was Plastik ist, aufsammeln. An ihrer Kleidung ist manchmal zu erkennen, dass diese Menschen nicht viel zum Leben haben. Solche Plastiksammler sind, wenn auch seltener, in unserer Gegend unterwegs. Am besagten Tag hörten wir das Knacken einer PET-Flasche. Dies ist meist das Zeichen, dass ein Sammler unterwegs ist und seine Fundstücke in den grossen Sack presst.
Schnell sprangen wir zu unserem Haustor um den Plastiksammler zu begrüssen und ihn darauf hinzuweisen, dass wir viel Plastik hätten. Wir waren so froh endlich so jemanden erwischt zu haben. Für uns war es selbstverständlich, dass wir ihn mit einem durchschnittlichen Tagelohn von umgerechnet CHF 3.50.- unseren Dank beweisen wollten. Für uns eine kleine Summe, für ihn viel Geld. Denn normalerweise erhalten diese Leute von niemandem Geld, ausser für das Sammelgut bei der Abgabestelle und dies wird mit Sicherheit ein äusserst bescheidener Lohn sein.
Ich drückte ihm die grössere Geldnote etwas dezent in seine Hand und wir bedankten uns mit zusätzlichem Händedruck, bis er vor Freude zu weinen begann.
Wir sagten nur, dass er eine wertvolle Arbeit verrichte (unafanya kazi ya thamani) und wir ihm dafür danken. Mit gefülltem Sack und einer Freude im Gesicht zog er wieder ab und uns ging die Situation doch sehr an unsere Herzen, fast hätten wir mit ihm mitgeweint.
Wir versuchen immer wieder ganz gezielt gewissen Menschen eine kleine Freude zu bereiten, heute war es der Plastiksammler.

26. September 2024 – Die Massai
Für diese Erfahrung an besagtem Tag, ist es notwendig etwas auszuholen und die Vorgeschichte zu erzählen. So geschah es, dass wir am 15. September 2024 Besuch von unserer Nachbarin erhielten. Die sonst eher sehr resolute starke Frau, zeigte sich uns heute traurig und Niedergeschlagen. Wir erfuhren, dass ihre älteste Tochter, bei der Geburt ihres Kindes Probleme hatte und ein Kaiserschnitt notwendig wurde. Diese Operation habe nun zusätzliche Kosten verursacht. Sie bat uns um Geld für Medikamente, welche die Tochter benötige. Wir willigten ein, ihr den gewünschten Geldbetrag zu geben. Dankend ging sie wieder nach Hause. Am Tag darauf, klopfte es erneut an unser Tor. Wieder war es unsere Nachbarin, diesmal noch niedergeschlagener als Gestern. Traurig zeigte sie uns die Krankenhausrechnung, welche zu bezahlen ist. Hier in Tansania müssen die Krankenhauskosten vor einer Entlassung in Bar bezahlt werden.
Der notwendige Betrag war nochmals, um einiges grösser, als unsere erste finanzielle Unterstützung. Wir spürten jedoch, dass die Frau das Geld wirklich benötigte, sonst hätte sie uns nicht darum gebeten. Auch heute waren wir wieder bereit ihr finanziell zu helfen. Dankend, aber auch traurig und Müde von der Betreuung ihrer Tochter, kehrte sie wieder nach Hause zurück.
Tage später, erfuhren wir, dass Mutter und Kind nun wohlauf wieder bei ihr Zuhause seien. Schnell wurde uns einen kurzen Blick auf das Neugeborene und Mutter gewährt.
Am 26. September klopfte die Nachbarin strahlend und lachend erneut. In den Händen, diesmal, Geschenken für unsere Unterstützung. Wir hätten ihr damit sehr geholfen. Ein Traditionelles Stofftuch und ein grosses Zuckerrohr, wolle Sie uns als Dank übergeben. Die Stofftücher haben alle einen Spruch integriert, welcher zur Trägerin passend ist. So hat unsere Nachbarin ein Tuch mit folgendem Spruch ausgesucht „SICHAGUI, SIBAGUI, ATAYENIZIKA SIMJUI“, …heisst übersetzt…“Ich wähle nicht, ich diskriminiere nicht, ich weiss nicht, wer mich begraben wird“.
Wir waren zutiefst berührt für diese Geschenke und bedankten uns aus vollem Herzen mit der Bestätigung, dass wir gerne geholfen haben.
Mit dem Zuckerrohr und dem Stofftuch, wirkt Hedli schon fast wie eine Einheimische Massai. Ein besonderes Erlebnis mit wunderbarem Ende oder geht es noch weiter…später dazu mehr?

Im August 2024 –Der Plastik Bottich
Jeden zweiten Tag erhalten wir seit August Besuch von der, wir nennen sie, die „Gemüsefrau“. Eine zierliche kleine Frau, bestimmt ein Kopf kleiner als wir und wir gehören mit Sicherheit nicht zu den Grossen. Diese kleine immer freundliche Gemüsefrau beliefert uns jeden zweiten Tag mit frischem Spinat-Gemüse.
Sie stemmt und transportiert den Gemüsebottich mit geschätzten 15-20 Kg Gewicht auf bewundernswerte Weise durch die Gegend zu ihrer Kundschaft. Immer wieder fragen wir uns, woher diese Frau die notwendige Kraft hernimmt.
Es wurde uns eines Tages klar, dass wir mit der einen Sorte Spinat, tolle und sehr schmackhafte Smoothie’s zubereiten können. So sind wir dankbare Abnehmer für den immer frischen Spinat.
Zudem ist uns aufgefallen, dass der Bottich mit dem Gemüse, seit längerem defekt ist. Jedes mal wenn wir der Frau helfen, das enorme Gewicht auf ihren Kopf zu stemmen, wird der Spalt des Bottichs grösser und damit die Stabilität vom Ganzen schlechter. So beschlossen wir der bewunderungswürdigen Frau einen neuen Bottich zu kaufen. Gesagt getan, durch Messen der Bodenrille im Sand, konnten wir die Grösse des alten Bottichs in Erfahrung bringen. Eine wirklich schlaue Idee von Hedli.
Auf dem Wochenmarkt wurden wir fündig, die identische Grösse eines Bottichs zu erwerben. Wir freuten uns schon auf die Überraschung für die Gemüsefrau.
Wir können uns verlassen, auf die ohne Worte Vereinbarung, für eine Gemüselieferung für jeden zweiten Tag. So erschien denn auch wie erwartet die Gemüsefrau, wie immer, mit einem übervollen Bottich voller verschiedenen Spinatgemüsen. Voller Freude präsentierten wir ihr den neuen Bottich. Lachend und Dankend nahm sie unser Geschenk mit Freude im Gesicht an.
Zufrieden, jemandem eine Freude bereitet zu haben, schauten wir der kleinen Frau nach, wie sie heute mit zwei ineinander passende Bottiche wieder abzog, die Grösse passte perfekt.

30. September – Unser Experiment
Ein Garten, ausschliesslich in Sand, ist eine Herausforderung für uns. Geben wir zu viel Wasser, oder doch zu wenig. Die Pflanzen geben uns nicht die notwendige und garantiert richtige Rückmeldung für eine korrekte Bewässerung.
Unsere Nachbarin gab uns immer den Hinweis, dass es nicht zu feucht sein darf. Es bestehe dadurch die Gefahr für Mehltau oder eine Art Pilz, welcher die Unterseite der Blätter befällt und dadurch die Pflanze Schaden nimmt. Auch zieht die Feuchtigkeit diverses Ungeziefer an.
Tatsächlich haben wir schon diese erwähnten Schäden an Pflanzen beobachten können. Manche faulten plötzlich ab und andere zeigten Ansätze von dem besagten Pilz an der Unterseite.
So entschieden wir uns nur noch jeden zweiten Tag den Garten zu Wässern. Den erfolg, oder eher Misserfolg konnten wir am nächsten späten Nachmittag, zurück vom Markt, mit Schrecken erkennen. Alle Pflanzen liessen erbarmungslos ihre Ohren hängen. Sogar die sonst Robusteren Pflanzen, liessen die Blätter traurig Richtung Boden hängen. Oh jeh, unser Experiment scheint kläglich gescheitert zu sein.
Nun, ein Versuch war es wert. So geben wir wieder täglich Wasser, jedoch weniger und gezielt. Ob wir damit Erfolg haben, wird die Zukunft zeigen. Kein Tag vergeht ohne etwas gelernt zu haben.
Zu unserer Freude, war die trostlose Stimmung im Garten am nächsten Tag zum Glück vorüber und alle Pflanzen streckten sich wieder gen Himmel und waren zufrieden. Zudem entdeckten wir den goldenen Froschkönig, entblösst von den hängenden Gemüseblättern, sieh unscharfes Bild unten.


30. September 2024 – Die unbeachtete
Es ist Montag. Ein Tag an dem wir mit unseren Fahrrädern auf den Wochenmarkt fahren um unser Gemüse einzukaufen. Wir haben festgestellt, dass auf dem Wochenmarkt zusätzliche Gemüsesorten angeboten werden, welche sonst nirgends zu finden sind.
Kaum auf der grossen sandigen Strasse angekommen, sehen wir im Augenwinkel ein unscheinbares kleines Bäumchen. Ein Bäumchen, welches eher zu bedauern ist als zu bewundern, so spärlich sein Wuchs. Allerdings war es nicht der bedauernswerte spärliche Wuchs, sondern die grossen stacheligen Früchte, welche unsere Blicke auf das Bäumchen zog.
Wir sind in dauernder Auskundschaftung um besondere Pflanzen in unserem Garten anzusiedeln. Bereits konnten wir einen Moringabaum aus einem Ast wieder fruchtbar zu werden, oder die grosse Jack Frucht aus Samen ziehen. Alles Pflanzen mit besonderen Eigenschaften.
So hatten wir heute das Glück, dieses kleine und unscheinbare Bäumchen zu finden. Gleich daneben, befand sich ein typischer kleiner Holzverbau, welcher einer Familie als Laden dient. Neben dem kleinen Laden standen noch weitere zwei Frauen in einem Gespräch vertieft.
Wir machten uns vorsichtig bemerkbar und fragten nach dem Namen dieser Frucht, welche in mittlerer Anzahl , mit ihrem grossen Gewicht das kleine Bäumchen schwer zu belasten schienen. Wir erfuhren den einheimischen Namen „Stafeli“.
Nun begannen die Frauen frisch fröhlich mit uns zu Plaudern, als ob wir ohne Probleme jedes Wort verstehen würden. Die Unterhaltung wurde mit Hilfe des Übersetzers von Google lustig und wir lachten alle über diese Art der Kommunikation.
Wir baten sodann um eine Frucht, kurzerhand erschien sogleich die eine Frau mit einem Stock, welcher am Ende einen speziellen Haken aufwies. Genau das richtige Werkzeug um diese Stacheldinger zu ernten. Nach dem dritten Versuch, gelang es uns einer der Früchte herunter zu holen. Nach der Frage was wir schuldig sind, bezahlten wir unsere Ernte.
Die Frauen erklärten uns noch, dass wir diese erst Übermorgen essen sollten. So hatten wir bereits vor dem Marktbesuch einen wertvollen Schatz geladen.
Vom Markt zurück, erkannten wir dann schnell einmal, anhand des Namens „Stafeli“, dass wir es mit der unvorstellbar vielseitigen Heilpflanze „Stachelanenone“ zu tun hatten.
Es ist unglaublich, was diese Pflanze, mit Frucht und Baum alles bietet. Wir sind überglücklich diese spontan und ohne zu suchen gefunden zu haben.
Natürlich befolgten wir den Rat, dass wir die Frucht erst am übernächsten Tag essen sollten. Wir warteten sogar noch einen Tag mehr, bevor wir uns vom Geschmack dieser Frucht überraschen liessen.
Eine sehr heikle Frucht, welche kaum reif, sofort gegessen werden muss, ansonsten wird diese schnell ungeniessbar und schmeckt nicht mehr zitronig frisch und fruchtig mit etwas Erdbeergeschmack, sondern ehr nach einem kräftigen Gorgonzola. Auch das cremige Fruchtfleisch, erinnert dann, sofort an diesen Schimmelkäse.
Wir wünschen uns, dass die damit erworbenen Fruchtkerne, schon bald in unserem Garten zu einem ebenso kleinen aber kräftigen Bäumchen heranwachsen dürfen.
So hat uns ein unbeachtetes kleines mageres Bäumchen, mit freundlichen Frauen, unverhofft zu einer wenig beachteten Superfrucht geführt…Danke.


2. Oktober 2024 – Das Prinzessinenkleid
Die Vorgeschichte vom 26. September wurde oben bereits berichtet und ja, diese Geschichte geht noch etwas weiter.
Unsere Nachbarin besuchte uns erneut am 2. Oktober mit einer Überraschung. Nachdem sie unseren Garten inspizierte und nützliche Hinweise abgab, soweit wir diese überhaupt verstanden, denn die Gute spricht ausschliesslich Swahili. Sie erklärt in einer Selbstverständlichkeit, als ob wir ihre Sprache bereits bestens sprechen würden. Sie sieht kein Hindernis mit uns zu kommunizieren.
Nach der Garteninspektion dann die Überraschung. Noch immer voller Dankbarkeit, dass wir sie finanziell unterstützt haben, hat sie nochmals Geschenke für uns. Diesmal waren es ein für uns ungewohntes Kleid, wir würden es als Prinzessinenkleid einordnen und selbstgemachte Korbflechter Arbeiten. Sie erklärte lange und ausführlich für welche Gelegenheit das Kleid zu tragen ist und für was die Flechtkörbe genutzt werden können. Das Kleid soll nach getaner Arbeit angezogen und so die Mussestunden genossen werden, als kleine Prinzessin.
Wir waren sprachlos und peinlich berührt. Dürfen oder müssen wir diese Geschenke annehmen? Wir versuchten zu erklären, dass es nicht notwendig sei, uns zu beschenken. Uns ist bewusst, wie wenig die Leute für sich selber haben. Aber sie erwähnte immer wieder, wie sehr wir ihr mit dem Geld geholfen hätten.
Wir versprachen, uns mit einem Foto von ihr und ihrer kleineren Tochter, zu revanchieren. Sicher werden wir noch weiteres dazulegen wie Salz und Speiseöl, um uns für ihre Geschenke und Mühe erkenntlich zu zeigen. Wir sind uns nicht sicher, aber mit grosser Wahrscheinlichkeit, hat sie das Kleid in einer der unzähligen kleinen Schneiderein extra für Hedli herstellen lassen.
So findet die schwere Geburt der älteren Tochter ein glückliches Ende. Mutter, Kind und Grossmutter sind alle wohlauf und zufrieden, alles gut überstanden zu haben.

9. Oktober 2024 – Das Neugeborene
Am 9. Oktober haben wir Besuch. Die Nachbarin, also die Grossmutter des neuen Erdenbewohners, kommt vorbei um uns den kleinen, erst wenige Wochen alten Neugeborenen, zu zeigen. Durch unsere Hilfe, hätten wir auch ein Anrecht, den Sprössling zu sehen, vor vielen anderen.
Wir fühlten uns geehrt und freuten uns mit ihr, dass tatsächlich alle Gesund und zufrieden sind. Der kleine sah aus als ob er bereits einige Monate alt sei, so viel Haare hat er bereits auf dem Kopf. Auch der Gesichtsausdruck schien uns von einem älteren Baby. Wenn wir es nicht selbst miterlebt hätten, würde man das Kind älter vermuten.
Der Junge schaut bereits jetzt wie ein grosser in die Welt. Hedli durfte den kleinen selber auch noch tragen und schaukeln. Auch ich sollte ihn noch etwas schaukeln, dankend lehnte ich ab, es sei mir zu riskant, da ich es nicht gewohnt sei mit Babys umzugehen. Sie lachten nur.
Nach einiger Zeit, übernahm die Grossmutter wieder den kleinen. Wir machten noch einige Fotos, um später einmal der Familie zum Dank mit einem Bild eine Freude zurückgeben zu können.



29. Oktober 2024 - Morgendliche Überraschung
Am Morgen geniessen wir immer unseren Kaffee und lassen den Tag gemütlich angehen. Es war um ca. 11 Uhr, die Sonne brannte bereits stark und wir verzogen uns auf die schattige Ostseite vom Haus. Hedli kochte bereits unser Spinatgemüse in der Küche, während ich noch auf der kleinen Terrasse der Stille lauschte, bis diese jäh von einer Krähe durch lautes und aufgeregtes Krähen unterbrochen wurde.
Diese Vögel sind weit verbreitet und daher überall anzutreffen, auch in unserem Garten. Da diese immer wieder miteinander zu Zanken haben, beachteten wir das Krächzen zuerst nicht besonders, bis es immer heftiger und lauter wurde. Nun wollte ich doch genauer wissen was da los ist und beugte mich nach vorn Richtung Garten, um herauszufinden was wohl der Grund sein könnte für die Aufregung.
Kaum war mein Blick in Richtung Garten, erkannte ich ein grösseres Etwas mit Fell, direkt auf mich zukommen – ein Tier – eine Katze? – ein Hund? Beides schien nicht richtig zu passen. Diese Gedanken schossen durch meine Hirnwindungen, bis mein Verstand dann endlich doch noch die Rückmeldung „Affe“ gab. Als wir uns gegenseitig endlich erkannten, also der grössere Affe den etwas kleineren oder umgekehrt, war dieser mit eleganten Sprüngen auch schon über die Gartenmauer wieder weg.
Dies zeigte einmal deutlich, dass unser Verstand auf unerwartetes, wie auch ungewohntes, auch einmal länger braucht bis die richtige Information den Verstand erreicht.
Leider konnte ich das Geschehene nicht im Bild festhalten, obwohl ich zu dieser Zeit das Smartphone in Händen hielt. Zu schnell war alles abgelaufen. So wissen wir nun, dass sich nächtlicher Besuch von kleineren Affen, wie auch einen Tagesbesuch von grösseren Affen ergeben kann.
Unsere nachträgliche Recherche ergab, dass es sich scheinbar um einen sogenannten „Vervet Affen“ (Meerkatzen-Affenart), handeln könnte. Jedoch ohne Gewähr, denn die Grösse des Tieres will nicht wirklich zu dieser Art passen. Wer weiss, vielleicht zeigt sich dieser wieder einmal, mit der Chance, ein Foto machen zu können.

8. November 2024 - Tansanisches Essen
Unser Freund oder besser unser Engel, welcher uns unser Mietshaus in Tansania zugespielt hat, kommt immer wieder mal auf Besuch. Beim letzten Treffen bei uns Zuhause, sprachen wir über das eher eintönige Essen in den tansanischen Restaurants hier in Bagamoyo. Darauf hin zückte er sein Smartphone hervor, fragte uns ob wir diesen Freitag Zuhause sind, er würde Essen für uns bestellen. Mit erstaunter Miene sahen wir ihn an und fragten uns, wo in Bagamoyo einen solchen Lieferservice angeboten wird.
Ja, wir seien Zuhause, aber er müsse unbedingt für sich selber auch etwas bestellen sonst geht das nicht wirklich. So bestellte Salim für übermorgen drei Essen für uns alle. Am Freitag, 8. November fuhr er mit seinem 17 jährigen Motorrad, welches auch danach aussah, zu uns.
Alles war perfekt in warmhalte Schüsselchen sicher verpackt. Kaum hatten wir die Deckel gelüftet, verbreitete sich ein wunderbar würziger Duft aus. Salim weiss, dass wir Veganer sind und entsprechend war die Bestellung. Gemüse mit dreifarbigem Reis, Kartoffeln in spezieller Tomatensauce gekocht und eine süss/saure scharfe Sauce mit den speziellen Sauerfrüchten darin. Leider ist uns der Name von diesen nicht bekannt.
Es schmeckte alles wunderbar. Auch das Menü von Salim mit Fleisch und Eier, schmeckte ihm vorzüglich. Nun wollten wir genaueres wissen über diesen Lieferdienst. So erfuhren wir, dass diese Familie immer Freitags für Bestellungen kocht. Abholen und dafür passende Behälter muss der Auftraggeber jedoch selber mitbringen.
So bediente uns Salim einmal mehr mit tollem tansanischen Essen, welches uns wunderbar schmeckte. Wieder ein Tag mit viel Freude und Zufriedenheit geht zu Ende.

14. November 2024 - Ein Besuch auf der Farm von Salim
Salim versprach uns schon lange, uns seine Farm zu zeigen. Heute war es soweit wir wurden von einem BodaBoda Fahrer abgeholt, so wenigsten die Abmachung. Denn die Farm lag zu weit ausserhalb von Bagamoyo für unser Eingang-Fahrräder.
Wir warten und warten, niemand kommt zur vereinbarten Zeit. Wir denken schon, dass ist eben Tansania, als unser Smartphone klingelte. Salim war dran und fragte ob wir bereit seien, der Motorradfahrer sei jeden Moment bei uns. Wir bejahten die Anfrage und warteten weiter, niemand kam in den nächsten Minuten. Wieder klingelte das Telefon, wieder war Salim dran, ob wir den BodaBoda Fahrer nicht sehen würden? Erstaunt über diese Frage lief ich schnell zum Haustor und schaute nach draussen. Obwohl wir kein Motorenlärm gehört hatten wartete tatsächlich ein Fahrer vor dem Nachbarhaus. So hätten wir noch lange warten können. Das Missverständnis hat sich aufgelöst, die Fahrt zur Farm konnte endlich beginnen.
Gute zwanzig Minuten waren wir unterwegs, durch Gegenden welche wir noch nicht ausgekundschaftet hatten. Soweit Mensch blicken kann kein Haus, keine Strommasten, nur etwas eintönige Natur und kaum Spuren durch Menschen. Nach einer kleinen Ortschaft bog der Fahrer plötzlich von der Piste ab und schlängelte sich durch einige kleinere Häuser und Hütten hindurch, bis wir ein Waldähnliches Gebiet erreichten. Dort sahen wir dann auch das Motorrad von Salim Stehen, wir sind am Ziel.
Vor 10 Jahren als Salim pensioniert wurde kaufte er sich dieses recht grosse Stück Land. Er räumte die Wildnis weg und pflanzte viele verschiedene Bäume und Sträucher. Die Grenze markierte er geschickt mit gepflanzten Teak-Bäumen.
Nach einem Rundgang durften wir zwei Jackfrüchte und Mangos ernten welche reif genug waren. Im Moment ist Mango und Jackfrucht-Saison.
Allerdings war es für uns nicht möglich die grosse Jackfrucht nach Hause zu transportieren, wir begnügten uns mit der kleineren.
Noch schwerer beladen als bei der Hinfahrt, strapazierten wir die eh schon sehr schlechten Stossdämpfer vom Motorrad bis zum Anschlag. Entsprechend hart war unsere Rückreise.
Der Besuch auf der Farm hatte noch Folgen…doch dazu mehr im nächsten Beitrag.


15. November 2024 - Die Folgen unseres Farmbesuchs
An jenem Tag als wir Salim auf seiner Farm besuchten, erfuhren wir auch die Geschichte einer Familie welche ihr Zuhause verlor.
Eine Familie mit 5 Kindern wusste nicht mehr wo sie bleiben dürfen. Aus uns nicht bekannten Gründen, war die obdachlose Familie an Salim gelangt. Dieser bot ihnen die Möglichkeit, auf seiner Farm, welche eine sehr einfache Unterkunft hat, vorerst zu bleiben. Einen Zusatzverdienst könne er ihnen anbieten, wenn sie gleichzeitig auf die Farm etwas aufpassen würden. So zog die Familie mit sehr bescheidenem Hausrat in diese Hütte ein.
Salim zeigte uns unter welchen Umständen die Familie wohnte. Es ist immer etwas schwierig die Schicksale anderer Leute zu ertragen, doch genau dies ist es wohl, welches wir hier in Tansania noch zu lernen haben, oder wenigsten ich, der immer etwas mehr hadert damit.
Es war wirklich kein schönes Bild anzusehen, so beschlossen wir die Familie finanziell zu unterstützen. Salim meinte jedoch dazu, dass es besser ist, direkt etwas zu kaufen mit dem Geld und das gekaufte, in diesem Fall, neue Matratzen, zu schenken. Gesagt getan. Wir gaben Salim das Geld und er versprach gleich morgen eine oder wenn das Geld ausreicht, zwei Matratzen zu besorgen. So hätten sie wenigstens einen sauberen Schlafplatz.
Salim hielt Wort, bereits am nächsten Tag, am 15. November, belieferte er die Familie mit zwei neuen Matratzen und schickte uns zur Information ein Video der Übergabe. Schön war die Freude der Familie im Video anzusehen. Auch dies ist Tansania, obwohl manche Menschen wirklich nichts besitzen, aber das Lachen kann ihnen scheinbar niemand und nichts nehmen. So stellt sich auch uns immer wieder die Frage, wieviel braucht es um zufrieden und glücklich zu sein.
Diese Familie war mit Sicherheit an diesem Tag sehr glücklich und zufrieden, so wenigstens unser Eindruck.
Diese Art der Hilfe passt für uns am besten. Direkt vor Ort. Wir werden sehen, ob für die Kinder auch noch Matratzen notwendig werden. Vorerst belassen wir es bei dieser Spende.

5. Dezember 2024 - Plastik Recycling
Das Trinkwasser kaufen wir in PET-Flaschen von örtlichen Mineralwasser Firmen. Unser Grundwasser welches wir mit einer Pumpe in unseren Haustank pumpen, verwenden wir nur abgekocht. Obwohl Sand ein sehr guter natürlicher Filter darstellt, wollen wir kein Risiko eingehen und kaufen uns das Trinkwasser. Obwohl wir das Wasser auch testen könnten, doch das wäre eh nur eine Momentaufnahme, so lassen wir es besser ganz sein.
Das hat jedoch die Folge, dass sich das PET der leeren Flaschen mit der Zeit zu einem Berg anhäuft. Normalerweise gibt es überall Plastiksammler, welche auf den Strassen herumliegenden Plastik sammeln. Der gesammelte Plastik, gibt diesen Leuten ein sehr kleine Einkunft und doch gibt es viele solcher Sammler.
Leider in unserer Wohngegend, sind diese Sammler kaum bis überhaupt nicht anzutreffen. Wir hatten immer wieder gehofft, dass jemand auftaucht, damit wir ihm das ganze PET übergeben könnten und dazu noch einen Dankes-Batzen.
Es kam nicht dazu, unsere Säcke waren allesamt voll und wir mussten diese endlich entleeren. So fuhren wir eben mit unseren Velos selber zu den Orten, an welchen die Sammler ihr Sammelgut abgeben konnten und ihren Lohn dafür erhielten.
Bei uns gab es noch ein Missverständnis. Der Plastikhändler nannte uns einen Kilopreis, so dass wir in der falschen Annahme waren, dass wir für unseren Plastik bezahlen sollten. Für uns war das eh OK, wir waren froh die PET-Flaschen überhaupt irgendwo abzugeben.
Bei der Bezahlung stellte sich jedoch heraus, dass wir Geld bekommen sollten und nichts zu zahlen hätten. Wir zahlten trotzdem und bedankten uns bei Ihm.
Er bedankte sich bei uns mit einem, zuerst verwunderten Gesichtsausdruck, dann aber mit einem Lachen und einem festen Handschlag.
Alle waren wir zufrieden, so sollte es doch sein.

10. Dezember 2024 - Neue Schuhe für die Gemüsefrau
Die Gemüsefrau, welche uns jeden 2. Tag mit frischem Blattgemüse versorgt (siehe auch oben im August-2024), konnte kaum noch gehen. Ihre Schmerzen im Bein wurden stärker. Dieser Zustand war absehbar, denn zu gross ist die Last, welche die Gute tagtäglich auf dem Kopf durch die Gegend trägt. Damit sie einige Tage ausruhen und sich schonen konnte, gaben wir Ihr Geld, damit sie sich das leisten durfte. Zugleich sollte sie unbedingt bessere Schuhe haben, ihre Füsse brauchten mehr Führung.
In Bagamoyo fanden wir tatsächlich gute „Teva“ Sandalen mit der benötigten Schuhgrösse, welche an drei wichtigen Punkten reguliert und so an den Fuss angepasst werden können. Zusätzlich schauten wir noch für eine Salbe gegen Muskelentzündung.
Nach den verordneten Ruhetagen kam die Gemüsefrau auch schon wieder bei uns vorbei. Diesmal jedoch vernünftiger mit Gemüse beladen als vorher, wir lobten sie.
Nun der Moment der Anprobe der neuen Sandalen, wir waren gespannt. Alles passt, nun haben die Füsse der Frau eine vernünftige und bessere Führung als durch die einfachen Schlappen vorher.
Natürlich kauften wir noch unsere zwei Gemüsebündel und informierten die Frau über die Salbe, bevor sie ihre Verkaufsroute erneut Startete. Ohne Arbeit keine Einnahmen, ohne Geld kein Essen.

13. Dezember - Besuch von den Vermietern
Im Dezember 2024 erhielten wir überraschend Besuch der Hausbesitzer, also von unseren Vermietern. Sie „warnten“ uns im August vor, dass sie uns im Dezember irgendwann besuchen werden. Normalerweise leben sie in den vereinigten Staaten, also im Staat Indiana. Sie, oder umgekehrt, ihre Eltern besuchen einander meist über die Weihnachtstage. Diesmal reisten sie nach Tansania, so dass sie uns besuchen konnten. So wie aus dem Gespräch zu erfahren war, müssen wir uns nicht sorgen, wieder ausziehen zu müssen wegen Eigenansprüchen. Die beiden werden höchstwahrscheinlich in den Staaten bleiben und wenn sie tatsächlich einmal zurückkommen sollten, werden sie in einem anderen Haus oder im Elternhaus wohnen. Ihre Ansprüche sind da wohl schon an amerikanische Verhältnisse angepasst.
So haben wir endlich, zwar überraschend, aber sehr angenehm, unsere freundlichen Vermieter kennenlernen dürfen.

26. Dezember 2024 - Ausflug zum Strand
Unser letzter Strandbesuch liegt schon Wochen, wenn nicht sogar Monate zurück. Die Gezeiten sind im Moment ideal, dass wir um ca. 14:00 Uhr mit einem Höchststand der Flut rechnen dürfen. Bei Ebbe ist Baden leider nicht möglich, so ist es ratsam immer vorher den Wasserstand der Gezeiten zu kontrollieren.
Heute ist es also wieder einmal soweit, es geht ab zum Strand mit unseren Fahrrädern. Wir meiden die Hauptstrassen und fahren durch die einzelnen Siedlungen. Die Kinder rufen uns meist schon von weitem zu und begrüssen uns. Weisse auf Fahrrädern ist nicht alltäglich.
Solche Fahrten bieten öfter auch immer wieder kleine Abenteuer, so auch diesmal. Zum einen versank ein Bajaji auf der Strasse in einer „Pfütze“, welche angestossen werden musste. Als Dank wollte der Fahrer umgehend das Fahrrad von Ursula über das Hindernis tragen, dankend stoppte sie das Vorgehen.
Kurz danach die Kinderschar am Strassenrand, welche nach „Pipi“ (Süssigkeit) fragten. Ein Sack voller Kaugummis ist immer dabei, so gab es für jedes herbeieilende Kind einen, bevor es weiter ging.
Am Strand angekommen geht es ab ins nicht kühle Nass. Das Meer hat hier im Dezember (Sommer) 27C° und im August, also im Winter kaum weniger, vielleicht 25C°.
Auch hier fallen wir als Weisse auf, sofort kommen Kinder zu uns, sie möchten lernen schwimmen. So gibt es einen kurzen Schwimmunterricht. Leider wurde der unterbrochen, weil eines der Kinder mit dem Fuss sich etwas hineingetreten war.
So gab es noch eine kleine Operation am Strand, um den kleinen Fremdkörper wieder zu entfernen, leider ohne grossen Erfolg, es fehlte eine spitze Pinzette um den Übeltäter vollständig entfernen zu können.
Im Anschluss seht ihr ein kurzes Video mit der Fahrt zum Strand. Viel Spass.
1. Januar 2025 - Einladung zu einem Geburtstag
Unser Freund Simon, ein Bekannter der ersten Stund in Bagamoyo, hat uns eingeladen. Sein Sohn feiere am 1. Januar seinen Geburtstag. Geehrt über die Einladung sagten wir natürlich zu. Leider habe ich unsere Antwort aus Versehen zwar geschrieben, aber nicht abgeschickt. Nach wenigen Tagen doppelte Simon nochmals nach, es wäre ein wichtiger Tag für sein Sohn Martin. Nachdem ich mich über mein Missgeschick entschuldigte, war er froh über unsere Zusage.
An besagtem Tag erschienen wir auf die gewünschte Uhrzeit (15:00 Uhr) bei seinem Haus. Zum Glück waren nicht unzählige Gäste da, das Ganze blieb übersichtlich im kleinen familiären Rahmen. Es zeigte sich, dass nicht nur Geburtstag von Martin gefeiert wird, sondern auch seine Kommunion, welche am Morgen stattgefunden hatte. Martin wurde 10 Jahre alt und nach den Schulferien darf er in die nächste höhere 4. Klasse gehen.
Simon hat uns herzlich empfangen und uns den anderen Anwesenden vorgestellt welche auch gleich wieder der Beschäftigung Kochgeschirr zu spülen, nachgingen. Noch wussten wir noch nicht, dass alle bereits gegessen hatten. Nach überreichen des mitgebrachten Geschenkes an Martin, wurde wir zu Tisch gebeten.
Dort wurde eine Porzellan Platte mit frischem Gemüse serviert und Getränke dazu. Simon forderte uns auf mit dem Essen zu beginnen. Diese Platte sei alleine für uns. Wir staunten über diese Aussage und wir staunten über die Porzellan Platte und Teller. Sonst ist eher Plastikgeschirr angesagt.
Auf unsere Frage, ob den die anderen nicht auch essen möchten, meinte er nur, sie alle hätten bereits gegessen und diese Platte sei eben für nicht Fleisch Esser extra für uns. Simon wusste, dass wir kein Fleisch essen, dass wir aber separat an einem Tischchen unser Gemüse jetzt verzehren sollten, war schon eine seltsame Situation. Na gut, andere Länder andere Sitten.
In Tansania bleibt der Gast welcher nicht zur Familie gehört in der Regel nur für kurze Zeit. Es gehört sich nach knapp zwei Stunden wieder aufzubrechen. Eh ging es auch bereits langsam in den Sonnenuntergang und wir wollen nicht bei Dunkelheit auf diesen Strassen voller Löcher unterwegs sein.
Zum Abschied steckten wir Martin noch etwas Geld zu, damit er sich etwas nach seinen Wünschen und seiner Vorstellung kaufen kann.
So erlebten wir einen etwas komischen Geburtstag inklusive Kommunion in Tansania.


Vergessener Eintrag vom November - 2024
Leider habe ich diesen Beitrag vom 28. November verschwitzt. Die Geschichte war jedoch so witzig, dass ich diese hier noch nachholen möchte.
Es gibt immer wieder Frauen welche ihre Produkte verkaufen möchten. Sei es Putzmittel, geknüpfte Teppiche oder eben auch Früchte oder Gemüse.
In dieser Geschichte handelt es sich um eine kleine, aber extrem aufgestellt Frau, welche uns immer wieder Früchte verkauft oder zuletzt auch Maniokmehl.
Meist mit einem Kommentar oder einer Frage, ob wir denn wüssten was wir damit in der Küche anfangen sollten. Zeigt sich eine Unsicherheit unserer Seite, beginnen die Erklärungen bis zur Handlungen.
Sie werde uns zeigen wie das Maniokmehl gekocht wird, heute Abend komme sie vorbei. Alles schön und gut, leider haben wir das „heute Abend komme ich vorbei“ nicht wirklich bewusst mitbekommen. Wie versprochen stand das kleine resolute Frauenzimmer vor unserem Tor, frisch gekleidet, sie zeige uns jetzt wie das funktioniert mit dem Mehl.
Es gab kein entrinnen aus der Situation, so baten wir die gute in unsere Küche, damit sie loslegen konnte. Allerdings mussten wir noch einen Bottich als Stehplatz organisieren, damit sie überhaupt in die Pfanne blicken konnte.
Sie zeigte uns wie sie mit stetem Rühren, während das beigefügte Wasser, das Manjokmehl zu einem dünnflüssigem Tee verkocht wurde. Immer mit dem Hinweis, auf die Konsistenz zu achten. Nach ca. 10 Minuten Kochzeit und unaufhaltsamem Rühren, war der Tee fertig.
Es sei ein mit vielen enthaltenen Vitaminen nahrhafter Tee, besonders für Kleinkinder. Ihr lautes Lachen während den Erklärungen steckte uns an. Zusammen tranken wir den dünnen Manjokbrei welcher Tee genannt wird draussen auf der Terrasse. Der Tee selbst war für uns nur mit Zucker trinkbar.
Wir bedankten uns für ihren Einsatz und Spontanität mit etwas Geld und einer Umarmung. Zufrieden zog sie wieder ab und wir waren um eine Erfahrung reicher.

Während den Monaten Dezember 2024 und Januar 2025
Die letzten Wochen haben wir Papayas ohne Ende. Die im März im Garten gefundenen und umgepflanzten Papaya-Pflänzchen tragen jetzt ihre Früchte. Drei Planzen von sechs, beliefern uns jetzt fast täglich mit mehreren Früchten. Obwohl wir natürlich auch in der direkten Nachbarschaft verteilen, ist unser Kühlschrank voll. Es gibt Papaya Smoothie, Papaya Curry mit Reis, Papaya Fruchtschale, Papaya Eiscreme und nicht zu vergessen Papaya Gebäck. Eine richtige Papaya Diät, wobei Diät der falsche Begriff ist, denn es schmeckt uns bis heute. Da wir selten Brot essen, lohnt sich die Herstellung für Marmelade nicht wirklich und frisch schmecken Früchte eh am besten.


2. Januar 2025 - Erweiterung unserer Mobilität
Diese Geschichte dauerte über mehrere Tage, so dass diese für einen Tagebucheintrag zu gross ist. Diese wieder abenteuerliche Geschichte wird demnächst unter „Leben in Bagamoyo“ erscheinen. Eine Geschichte welche wieder alle Geduld, Durchhaltevermögen und Vertrauen in die tansanische Bevölkerung von uns abverlangt hat. So wünschen wir bereits jetzt, viel Spass beim lesen unter „Leben in Bagamoyo“ => „Erweiterung unserer Mobilität“.

Kurzbesuch unserer Musketiere (ohne Datum)
Diese Besuche ereignen sich immer wieder. Wir nennen sie „Die drei Musketiere“. Denn sie scheinen unzertrennlich zu sein. Meistens treten sie zu dritt vor unserem Haustor auf. Hier leider nur zwei abgebildet, das grösste und das mittlere sind Mädchen, der kleinste unter den drei ist ein Junge und folgt den Girls auf Schritt und Tritt. Im Bild fehlt das mittlere Mädchen, welches lustige kurze Haarzöpfchen trägt.
Geht das Tor auf, sind die drei meist nicht weit entfernt und kommen herbeigeeilt, es könnte vielleicht etwas geben. Hier im Bild nach dem Besuch der Gemüsefrau, wollten sie den Stuhl auch noch ausprobieren.

11. Februar 2025 - In eigener Sache
Leider bin ich etwas in Verzug mit aktualisieren der Tagebucheinträge. Aber über so vieles gab es nicht wirklich zu berichten. So nutzte ich die eher ruhige Zeit, meinem inneren Drang nachzugeben und endlich das zu Schreiben, was mir noch besonders im Herzen liegt. Nun bin ich fertig geworden und das neue Werk liegt zum Download bereit. Dieses eBook wollte ich unbedingt noch festgehalten wissen, denn es betrifft uns alle Menschen ganz besonders. Aus diesem Grund, möchte ich, oder besser gesagt, möchten wir, euch allen das neue eBook „Neue Welt“ besonders ans Herz legen. Warum und wieso, erfahrt ihr im Buch selbst. So wünschen wir euch allen und auch uns selbst, das Erwachen welches notwendig ist für die Reise in die Neue Welt. Der Link zum Download findet ihr wie gewohnt unter Download. Danke
15. Januar 2025 - Es gibt Pfannenpizza
Im Januar feiern wir beide unsere Geburtstage. Etwas feines und nicht alltägliches soll auf den Tisch. Kuchen können wir nicht Backen, der Backofen dazu gibt es nicht in unserem Haushalt.
Die Fantasie von Hedli (Ursula), ist gefragt. So einiges wurde bereits ausprobiert und getestet, was sich alles in Pfannen bruzzeln lässt. Heute, soll es eine Pizza geben, aber nicht eine gewöhnliche Pizza, nein eine besondere Pfannenpizza.
Hedli zauberte zwei super fein schmeckende Pizza’s, viel besser als die gewohnte, in unsere Teller. Für jeden eine Pizzaschnecke, sollte ausreichen und etwas Salat dazu. Eine Pizza, welche die Zutaten mit dem Teig vermischt wurden und zu einer Schnecke gewickelt. Sehr schmackhaft und dazu noch sehr knusprig. Ein sehr gelungener Test.
Diese Pizza wird es garantiert ab und zu wieder geben.

19. Januar 2025 - Unsere Untermieter
Im Haus sind überall Geckos unterwegs und räumen Fliegenoder sonstige Insekten weg. Es gibt verschiedene Ausführungen, von sehr hellen, bis fast schwarzen. Zwei Geckos sind uns jedoch besonders aufgefallen. Manchmal grasgrün und manchmal beige. Immer wenn wir Früchte zubereiten für unser Früchtemüesli, schauen uns diese nicht sehr scheuen Hausgenossen bei der Arbeit zu. Dabei nähern sie sich bis auf wenige Zentimeter und manchmal sogar bis an die Finger um diese abzuschlecken.
Hedli (Ursula) begann die zwei Geckos zu füttern, mit kleinen Bananenstücken, Papaya oder auch Ananas. So kommen sie täglich vorbei, um ihr Frühstück zu schlecken. Auch die Eidechsen im Garten kenne keine Scheu. Wenn man sich ruhig verhaltet, laufen diese sogar über die Füsse. Die Tiere hier scheinen keine Scheu vor Menschen zu kennen.Die kleine Affenfamilie, welche sich leider nur Abends bei Dunkelheit zeigt, sind lustige kleine Pelzige Affen mit einem langen buschigen Schwanz. Ein Bild ist in der Dunkelheit leider nicht möglich. Doch auch diese zeigen sich fast täglich bei uns im Garten. Zum Schluss noch das Wiesel, welches uns immer die Zwiebeln im Garten ausgegraben hat, erschreckt nicht besonders, wenn es uns sieht. Zuerst war es nur Nachts unterwegs, in der Zwischenzeit ist es fast ein Dauergast.

19. Januar 2025 - Bäckerei Ursula
In der Schweiz backte Hedli (Ursula) immer wieder mal Kuchen. Wir mögen es beide, ich besonders, Kaffee und Kuchen zu geniessen. Hier in Tansania musste wir uns von dieser Gewohnheit etwas verabschieden, ohne Backofen, logischerweise kein Kuchen. Kuchen in der Pfanne, dieser Test steht noch aus, oder wird bereits im Vorfeld verworfen, da leider nicht umsetzbar.
Hier in Tansania wird vieles, oder eigentlich fast alles frittiert. So auch die sogenannten Mandazi. Hedli hat schon verschiedenste Versionen ausprobiert, auch mit Papaya oder Bananen. Hier ein Muster ohne Früchte, so wie sie auch in Tansania üblich sind. Ohne Früchte aber mit Gewürzen wie Kardamom, Nelken, Zimt und etwas Zucker. Schmecken auch lecker…aber eben…Kuchen wäre schon Toll.
So hat alles Vorteile, der (mein) Bauch wurde etwas kleiner 🙂

20. Januar 2025 - Grosseinkauf
Grosseinkäufe sind nicht unser Ding und trotzdem leider notwendig. Spätestens dann, wenn die Vorräte sich verringern oder sogar in Luft aufgelöst haben. Trinkwasser besorgen wir immer wieder einmal direkt in unserer Umgebung. Auch Bananen oder Zwiebeln, Tomaten etc. sind gleich hier um die Ecke in mini Geschäften manchmal erhältlich. Brauchen wir Speiseöl, Reis, Kaffee, Fruchtsaft etc. und Gemüse im allgemeinen, ist die Fahrt in die Stadt selbst unumgänglich.
Seit kurzem sind wir Besitzer von zwei Mopeds, dies erleichtert uns solche Einkäufe zu tätigen. Bei über 30°C im Schatten, ist das Radfahren eine schweisstreibende Angelegenheit. Obwohl bei diesen Temperaturen immer geschwitzt werden darf und dies nicht zu knapp. Trotzdem geniessen wir noch immer die Wärme und sagen uns, besser warm als eine saukälte.
Hier also eine Zusammenstellung eines nicht täglichen Einkaufes, von zum Teil richtig teuren Produkten. Alles was durch einen Veredelungsprozess muss, ist teilweise merklich teurer. Auch Gemüse kann sehr teuer sein, für tansanische Verhältnisse. Ein Brokkoli, oder Lauch z.B kann ähnlich einem Schweizer Preis entsprechen, da er hier wirklich selten zu kaufen ist. Auch Kartoffeln, Zwiebeln, Tomaten und Karotten sind in einer höheren Preisklasse angesiedelt und entsprechen ca. einem halben Schweizer Preis.
Richtig günstig sind Peperoni, Salatgurken, Weisskohl, Manjok oder Okras. Mittlerweile wissen wir die geltenden Preise im Durchschnitt, dass wir einfach einkaufen, ohne nach dem Preis zu fragen. Das was wir brauchen wird eingekauft. Der unten gezeigte Einkauf kam uns umgerechnet auf ca. CHF 50.- zu stehen. Wir machten uns den Spass und versuchten auszurechnen, was wir in der Schweiz hätten berappen müssen und sind auf gute CHF130.- gekommen.
Wobei Kaffee, Mehl, Speiseöl, Teigwaren, Fruchtsäfte etc. alles aus Tansania selbst und nicht importierte Waren sind, trotzdem einen stolzen Preis haben. Richtig teuer sind importierte Produkte, wir fragen uns immer wer diese wohl kaufen kann denn diese sind selbst uns zu teuer.
So haben wir auch diesen Einkauf, einmal mehr, sicher nach Hause transportiert.

22. Januar 2025 - Gewittersturm
Gewitter sind selten und doch gibt es manchmal so etwas, welches wir als Gewitter bezeichnen könnten. Meist sind es einfach etwas stärkere Winde und extrem starker Regen. Am 22. Januar war beides vorhanden, wobei der Wind diesmal noch etwas stärker war als wie bisher gewohnt. Im Moment sind alle unsere Papaya Bäumchen voll mit Früchten. Eine Papaya geht sogar bereits dem Ende zu Früchte in grosser Zahl auszutreiben.
So geschah es tatsächlich, dass ein starker Windstoss eine Papaya vermochte umzustossen. Zuerst haben wir es nicht einmal bemerkt. Da sie nicht entwurzelt wurde, haben wir das Bäumchen einfach wieder aufgestellt und mit Holzbalken gestützt, in der Hoffnung, die abgerissenen einzelnen Wurzeln, würden sich selbst wieder ihren Weg in den Boden suchen. So war es denn auch, Tage später, durften wir erkennen, dass keines der Blätter die Ohren hängen liess, also ist alles wieder in bester Ordnung und die noch unreifen Früchte konnten gerettet werden.


24. Januar 2025 - Hafen und Stone-Town
Unsere neuen Mopeds möchten bewegt werden, so fahren wir in die Stadt um wenige Dinge einzukaufen und gleichzeitig im Anschluss noch an den Hafen zu fahren. Die Umgebung vom Hafen, wird auch „Stone-Town“ genannt. Es waren die ersten aus Stein gebauten Häuser, erbaut von den damaligen deutschen Kolonisten. Das meiste ist jedoch in einem traurigen Zustand und nicht mehr sehr viel vorhanden.
Um diese Jahreszeit ist trotz der Hitze vieles grün und am Blühen. So auch der tansanische Weihnachtsbaum mit seinen wundervollen Blüten. Wir gehen immer gerne runter zum Hafen, die Stimmung ist speziell und wenn alles blüht besonders reizvoll.
Leider gibt es keine Sitzmöglichkeiten. In ganz Bagamoyo findet sich kein einziges öffentliches Bänklein, auf dem Mensch sich etwas verweilen könnte. Die seltenen selbst gebastelten Holzkonstruktionen, welche sich zum Sitzen anbieten, sind meist besetzt, wahrscheinlich vom Erbauer selbst. So bleibt nichts anderes übrig, am Boden einen geeigneten Platz zu suchen, was im „fortgeschrittenen Alter“ das wieder Aufstehen, doch erschweren kann.
Wir lassen es uns trotzdem nicht nehmen, die Knochen und Gelenke werden sich wieder in ihrer Position einfinden, wohin sie gehören. So war auch dies, wenn auch nur kurz, ein schöner Ausflug.


1. Februar 2025 - Die Nachbarschaft
Das gemeinsame Leben hier in Tansania war für uns am Anfang schon ungewohnt. Mittlerweile haben wir uns daran gewöhnt und wissen was zu tun ist, wenn Nachbarn vorbeikommen und am Tor anklopfen.
So auch immer wieder von unseren Nachbarn, welche etwas unterhalb von uns in ihren einfachen Häusern wohnen. Diese zwei Frauen besuchen uns immer wieder mal. Am Anfang fragten wir was sie denn von uns wünschen und immer kam die einfache kurze Antwort begleitet mit einem breiten Lachen, wir kamen kurz vorbei um dir Hallo zu sagen. Danach gehen sie einfach wieder, ohne abzuwarten was wir zu sagen haben. Wir rufen ihnen dann hinterher „Asante sana“ (vielen Dank).
Gut, sie besuchen uns natürlich nicht immer ganz selbstlos, denn wir kaufen ihnen immer wieder bei günstiger Gelegenheit, Gemüse oder Reis beim kleinen Laden vor ihrer Haustüre. Nun haben wir sie einige Tage nicht mehr getroffen, da wir nicht mehr bei ihren Häusern mit dem Fahrrad vorbeikommen. Seit wir Mopeds haben, nehmen wir die offizielle Sandpiste. So besuchten sie uns, um zu fragen ob bei uns alles in Ordnung sei. Wir erklärten, warum wir den anderen Weg bevorzugen.
Mit einem etwas schlechten Gewissen, weil wir sie schon lange nicht mehr besucht haben, wollten wir am 1. Februar eine Freude machen. Jede der Frauen durfte sich wieder für einen bestimmten Betrag etwas kaufen. So entstand auch dieses Bild in gemütlicher und freudvoller Atmosphäre.

10. Januar 2025 - Das Blechdach
Fast hätte ich diesen Eintrag unterschlagen, so möchte ich dies hiermit noch nachholen, auch diese Geschichte zu erzählen. Unsere Pergola hat uns bisher angenehmen Schatten gespendet. Leider hat die Sonne den Plastik von der Kunststoffplane komplett verbrannt, dass Löcher und Risse entstanden und das nach kaum einem Jahr. Ein Ersatz musste also her oder besser, eine andere Lösung. Wir entschieden uns nun doch für ein Blechdach, wenigstens die erste Reihe zum Haus soll mit Wellblech abgedeckt werden. Den unteren Teil könnten wir dann mit der bereits gekauften neuen Plane abdecken.
Gedacht getan, zogen wir mit einem BodaBoda Fahrer los solche Wellbleche zu organisieren. Das sind meist immer besondere Erlebnisse hier in Tansania. Wir wussten bei welchem Baugeschäft wahrscheinlich diese Bleche zu kaufen sind. Dabei muss Mensch wissen, dass diese Geschäfte von diversen Leuten belagert werden, welche darauf warten, einen Job zu ergattern und dies ungefragt. Schnell waren die richtigen Bleche ausgesucht sind auch schon Helfer zur Hand. Es ist fast unmöglich da einzugreifen, um die Hilfe abzuwehren. Auch die Transporteure lauern bereits für einen Auftrag. Kaum sind also die Bleche ausgesucht werden diese zum Pickup transportiert. Natürlich nicht ohne vorher den Transportpreis zu vereinbaren.
Während wir die Bleche noch bezahlten, waren die 2 Helfer und der Fahrer bereits Abfahrbereit. Ich erkannte, dass der Pickup kein 4×4 Antrieb besass und warnte den Fahrer vor, dass es schwierig wird. Er winkte ab, kein Problem, alles wird gut. Während der Fahrt schlugen die Stossdämpfer hart auf, obwohl wir langsam fuhren, ohje dachte ich, dieses Fahrzeug ist in einem wirklich sehr schlechten Zustand.Naja, wir werden sehen.
Ich wusste, der Sand auf der Piste bis zu unserem Haus ist zu hoch, wir müssen die Bleche die letzten Meter zum Haus tragen und bat den Fahrer beim BodaBoda Treffpunkt zu stoppen und erklärte nochmals die Situation und wo unser Haus sei. Er nickte und fuhr weiter, ich dachte, vielleicht kennt er ja eine bessere Verbindungsstrasse bis zum Haus, welche einfach einen weiteren Bogen macht. Weit gefehlt, plötzlich stoppte er das Fahrzeug und meinte, ab hier geht es nicht weiter, der Sand sei zu hoch. Super! Nun sind wir gut drei mal so weit weg vom Haus, als vorher, als ich ihn gebeten hatte anzuhalten. Naja, dafür seien ja die Helfer mitgekommen, meinte er.
Es ist wie es ist, so latschten wir zu fünft durch die Gegend und die zwei Helfer trugen zusätzlich mit einem Lachen einen Job zu haben, die Wellbleche auf dem Kopf zu unserem Haus. Die Blechträger schwitzten wie wild bei dieser Hitze. Nun erkannte auch der Fahrer welchen Blödsinn er angerichtet hat und wie viel weiter er uns gefahren hatte. Nun gut, der Transport war trotz allem erfolgreich, wenn auch etwas umständlich.
Zuhause bezahlten wir Transporteur und Helfer und gaben ihnen noch etwas zum Trinken, bevor alle zufrieden wieder zum Pickups zurück zottelten.
Die Montage erfolgte am darauffolgenden Tag in Eigenregie. Werkzeug und Nägel hatten wir noch vom Bau der Pergola. Zusätzlich entschieden wir uns nicht nur eine Reihe zu montieren, sonder die Ganze Pergola mit Blech einzudecken. Dies bedeutete nochmals das gleiche Spiel mit dem Transport und tatsächlich war der selbe Fahrer wieder am Ort und drängte sich auf. Diesmal hat er jedoch auf mich gehört und Helfer lehnten wir diesmal ab. So haben wir nun ein Blechdach, welches doch etwas länger halten sollte als die Plastikplane. Ende Gut alles Gut.


17. Januar 2025 - Die Erdnussernte
Auch diesen Eintrag hätte ich fast vergessen. Unser kleiner Testversuch Erdnüsse zu pflanzen soll auch hier noch kurz erwähnt werden.
Hedli (Ursula) hat ein Beet mit Erdnüssen gepflanzt. Wir hatten keine Ahnung, wie diese überhaupt als Pflanze aussehen. Nun, nach ca. 2 Monaten erkannten wir bereits, dass sich an den Wurzeln kleine Erdnüsse gebildet hatten. Wir lassen die übrigen noch etwas länger im Boden, in der Hoffnung, dass diese an Grösse vielleicht noch etwas zulegen werden. Test Erdnusspflanzung erfolgreich abgeschlossen, ha ha.

10. Februar 2025 - Wunder der Natur
So, nun wären wir wieder aktuell in den Tagebucheinträgen. Mit diesem Eintrag möchten wir die Wunder der Natur erwähnt wissen. Wir wollten unseren Garten mit mehr Blumen ausstatten und so besorgten wir schon früh beim Gärtner teure kleine winzige vier einjährige Zinnien Blumenpflänzchen. In der Regel sind Pflanzen wirklich nicht sehr teuer, als er jedoch den Preis dieser damals noch sehr kleinen Blümchen nannte, mussten wir doch etwas leer schlucken. Aber wir waren trotzdem einverstanden, da wir wussten, wie lange es dauert, diese zu sähen und aufzuziehen.
So begann alles mit vier unterschiedlichen Blütenformen und Farben. In der Zwischenzeit haben diese eine beachtliche Grösse erreicht und Hedli (Ursula) konnte selber aus den Samen neue Pflanzen ziehen und jetzt das Wunder der Natur. Obwohl alle Samen aus den ersten Pflanzen stammten, haben wir komplett unterschiedliche Blütenformen und Farben in den Nachkömmlingen erhalten. Auf seltsame Weise gibt es immer wieder neue Formen und Farben der Blüten. Das Bild zeigt eine der bereits im ganzen Garten verstreuten Blumenpracht. Von orange, rot, weiss, rosa, gelb oder violett, sind die Farbtupfer im Garten verstreut zu bewundern.

17. Februar 2025 - Resümee nach einem Jahr Tansania
Am 13. Februar 2024 sind wir zum zweiten mal in Tansania eingereist. Damals herkommend aus unserer Entscheidungs-Extraschlaufe über Costa Rica, Nicaragua und am Schluss noch Portugal, bevor es uns wieder zurück nach Afrika gezogen hat. So leben wir nun seit dem 13. Februar 2024, also genau einem Jahr in Tansania und ab 1. März 2024, in einem Mietshaus und können ein kurzes Resümee abgeben, auch über finanzielle Aspekte.
Das Haus ist nicht besonders gross mit zwei kleineren Schlafzimmern, einer offenen Küche und einem sogenannten Dining room oder Living room (Esszimmer-Wohnzimmer). Das Haus verfügt über ein grösseres Badezimmer mit Dusche und ein kleines Badezimmer mit Dusche und hat einen kleinen Stauraum. Alles auf einer Fläche von ca. 6.5m x 9.5m = ca. 61m2. Der Umschwung, also der Garten, beläuft sich auf ca. 18m x 30m, ergibt eine Fläche, abzüglich der Hausfläche von ca. 479m2. Das ist unser Zuhause in Tansania. Das Wasser beziehen wir mit einer Pumpe aus dem Grundwasser, welches in einem Wassertank zwischengespeichert wird. Die Bewässerung vom Garten benötigt reichlich Wasser. Jeden zweiten Tag wässern wir den Garten und befüllen damit gleichzeitig wieder den Wassertank von 3000l . Bisher kamen wir mit dieser Praxis gut klar. Strom wird auf eine Art von PrePaid bezahlt. Wir können anhand der Zählernummer einen Betrag mit dem Mobiltelefon überweisen, oder fahren in die Stadt und veranlassen eine Überweisung bei einem sogenannten Wakala. Auch dies funktionierte bisher tadellos. Wieviel kWh noch auf dem Konto zur Verfügung stehen, lässt sich mit Hilfe eines Kästchen überprüfen, darüber habe ich weiter oben bereits berichtet.
Unsere sehr einfach eingerichtete Küche ist mit einem mobilen zwei-Gas-Kocher ausgestattet. Dieser wird direkt an eine Gasflasche verbunden. Das Gas selbst, können wir direkt in unserer Nachbarschaft, ca. 350m von unserem Haus entfernt, kaufen. Also auch kein Problem und sozusagen jederzeit erhältlich, denn es gibt nicht wirklich ein Wochenende oder sonstige Feiertage.
Englisch ist eher die Ausnahme, obwohl die Amtssprache Englisch und Swahili ist, reden die meisten Menschen kein Englisch. Besonders die einfachen und älteren Leute sowieso nicht und diese sind vorwiegend in unserer direkten Nachbarschaft anzutreffen. Obwohl die Sprache sicher eine Hürde ist, oder sein könnte, finden wir immer einen Weg zur Kommunikation. Mit der heutigen Technik (Smartphone) und den Händen und Füssen, wird auch diese Hürde klein gemacht, oder sogar aufgelöst. Die Herzlichkeit der Leute hier ist überwältigend. Wir dürfen dies immer und immer wieder erleben. So gesehen, fehlt nichts was Mensch zum Leben zwingend braucht, oder was wir vermissen würden. Natürlich mussten auch wir Gewohnheiten ablegen, wie gutes Brot zu haben, oder ab und zu ein feines Gebäck zu konsumieren, sind Dinge, welche nicht notwendig sind, aber ab und zu genossen, doch etwas ist was auf eine Liste gesetzt werden könnte. Oder Früchte und Beeren wie Zwetschgen oder Himbeeren, gehören da sicherlich auch dazu.
Als Ersatz dafür gibt es Mango, Ananas, Maracuja, Bananen, Papaya, Tofaa’s, Jackfrucht, Orangen, Melonen, Birnen oder seltener die Stachelanenone. An Früchten fehlt es nicht, doch ist der Mensch ein Gewohnheitstier und braucht seine Zeit zur Abgewöhnung. Auch unsere vegane Ernährung wurde mit Haferflocken, oder veganer Blätterteig abwechslungsreicher, dieses gibt es hier nicht wirklich zu kaufen, für Haferflocken müssten wir in die Stadt Daressalam fahren, Blätterteig gibt es nicht.
Alles in allem fühlen wir uns gut hier in Bagamoyo, wenn es die Gezeiten zulassen, gehen wir auch ab und zu an den Strand baden, obwohl der Strand nicht einem Ferienparadies ähnelt, für uns aber ausreichend ist. Die für uns wichtige Ruhe, ohne grosse Hektik zu leben, haben wir gefunden. Sicher interessiert einige Leser, welche Kosten wir zu bewältigen haben, um so leben zu dürfen. Dazu möchten wir eine Tabelle zeigen, welche Zahlen enthält, über Kosten in der Schweiz und in Tansania. Die Zahlen zu den Steuerabgaben beruhen auf einem kleinen Renteneinkommen inklusive AHV und dienen als Beispiel und nicht unserem Einkommen. Sowieso leben wir aktuell noch ohne AHV-Gelder, alleine unsere kleine Pension muss ausreichen. Unser Ersparnis soll nicht angefasst werden, dies ist unser Notgroschen, sollte einmal ein grösserer Betrag notwendig werden. Die eingetragenen Energiekosten, Versicherungen etc. wurden aus unseren Erfahrungen aus der Schweiz übernommen. Als Mietpreis nahmen wir einen durchschnittlich üblichen, aus der Region Solothurn für eine stink normale Wohnung. Die Kosten der Krankenkasse entsprechen der von uns zuletzt geleisteten Zahlung mit einer max. Franchise von 2500.-.
Wir haben uns für Tansania bewusst gegen eine Krankenkasse entschieden. Bei Krankheit helfen wir uns selber und bei Unfall würde eine Krankenkasse eh nichts berappen, dass wir ohnehin unser Notgroschen anzapfen müssten.
Als Stromverbraucher gibt es keinen Wasserboiler, Backofen oder Staubsauger, einzig ein Kühlschrank und einige LED-Lampen, sowie die Wasserpumpe haben wir in Tansania. Natürlich brauchen wir auch keine Gasheizung, nur zum Kochen sind wir auf Gas angewiesen.
Haben wir zum heutigen Zeitpunkt unsere Entscheidung bereut?
Dazu dürfen wir sagen…Wir sind unabhängig, dürfen Leben ohne Zwang, brauchen nicht zu befürchten, dass Ende Jahr das Konto leer geräumt ist und haben fast jeden Tag Sonnenschein und unseren Garten mit viel Ruhe und ohne Verkehrslärm. Zusammenfassend dürfen wir sagen, dass es uns an nichts fehlt, wir zufrieden sind und uns wünschen, dass die nächste Runde, für eine Aufenthaltsbewilligung erneut für zwei Jahre ausgestellt wird. Dieser kleine Haken ist leider vorhanden, sollte jedoch in der Zukunft keine tatsächlichen Probleme hervorrufen. Zeit und Geduld für den Behördengang ist jedoch unumgänglich. Ob irgendwann einmal eine Daueraufenthaltsbewilligung möglich sein wird, ist offen.
Alleine zu wissen, dass die finanziellen Mittel für ein normales Leben ausreichend sind, erfüllt den Mensch mit einer wohltuenden inneren Zufriedenheit. Wir beide waren auch in der Schweiz keine Partiegänger. Unsere Interessen, oder unsere Abwechslung, lebten wir Zuhause oder durch unsere Fahrräder und das Motorrad im nahen Umfeld. Auswärts Essen gehen, war eine Seltenheit in der Schweiz und suchen wir auch hier in Tansania nicht, da das vegane Angebot, wie auch in der Schweiz, sehr dürftig ist. Mit unseren neu zugelegten Mopeds, möchten wir hier in Tansania in Zukunft unseren Erkundungs-Radius etwas erweitern, aber vieles mehr, wird es nicht zu entdecken geben. Safaris sind nicht unser Ding und Badeurlaub können wir in 30 Min. haben. Ruhe, Zeit zum Nachdenken, die Musse auch nichts tun zu dürfen, sind Attribute welche wir hier geniessen dürfen und wollen. Wem das nicht behagt, ist hier am falschen Ort. Unseren Schritt, in eine andere Welt, haben wir nie bereut.
Nun könnt ihr in der Tabelle den Vergleich der Lebenskosten Schweiz-Tansania selber begutachten.


2. März 2025 - Die Früchtefrau
Zu uns kommen immer wieder die verschiedensten Menschen an unser Haustor und klopfen an, um etwas zu verkaufen. Manche kommen regelmässig, so auch unsere Früchtefrau, wie wir sie nennen, oder auch „Porsche“, denn sie ist sehr resolut, schnell und laut im sprechen, aber immer sehr herzlich. Nun verging eine wirklich längere Zeit, ohne dass uns „Porsche“ aufgesucht hätte, wir haben uns schon gefragt, was wohl geschehen ist. Heute am 2. März klopfte sie wieder einmal an und wir fragten, warum sie so lange nicht mehr vorbeigekommen sei. Wir erfuhren, dass sie mit Zwillingen Schwanger war, was uns sehr überraschte, denn es wäre uns nicht aufgefallen und dass sie eine Operation hatte, weil eines der beiden im Bauch verstorben sei. Die Worte welche die Menschen wählen sind immer sehr einfach gehalten. Wir interpretierten ihre Aussage mit einem Kaiserschnitt, um den verbliebenen Säugling zu retten. Wir versuchten unser Mitgefühl mit ihr zu kommunizieren, dass es uns sehr leid täte, was sie erleben musste. Sie sei jetzt auf dem Reisfeld und pflanze den Reis, denn schon bald komme die Regenzeit, informierte sie uns und zeigte ihre Handflächen, welche stark gezeichnet waren, von dieser Arbeit. Mensch fühlt die harte Haut in der Handfläche und kann nur erahnen, wie hart die Arbeit ist. Wenn sie nicht auf dem Feld ist, verkauft sie noch etwas Früchte von Haus zu Haus, wie hier bei uns. Natürlich kauften wir auch heute wieder Ananas und Bananen von ihr und gaben zusätzlich einen grösseren Betrag, damit sie sich etwas mehr Ruhe gönnen kann, nach so einer Erfahrung. Aber auch das ist das Leben der Menschen hier, wer nicht in der Selbstverantwortung lebt, hat verloren.

24. Februar 2025 - Der Zuckerrohr-Drink
Der ganze Monat Februar war sehr heiss und drückend. Regen gab es schon lange keinen Mehr. Es ist wirklich die wärmste Jahreszeit hier in Tansania, bevor wieder die Regenzeit beginnt. Mensch schwitzt nur einmal am Tag und in der Nacht, denn auch in der Nacht kühlt es kaum ab. So gönnen wir uns immer wieder einmal, nach unserer Einkaufstour der Lebensmittel, einen frisch gepressten Zuckerrohrsaft (Sukari Halisi). Dabei wird das Zuckerrohr mehrmals durch eine Pressmaschine geführt und mit Ingwer und Limetten bestückt, welche dem Saft eine zusätzliche erfrischende Note gibt. Mit Eis gekühlt, wird der Saft in einem Glas serviert und kann genossen werden. Bei diesem Wetter immer wieder eine willkommene Abkühlung, wenn auch nur von innen.

7. März 2025 - Bananendesaster
Wir haben versucht zu erfahren, was Bananenstauden brauchen um gut zu gedeihen. Ob viel Wasser notwendig ist oder eher weniger. So richtig ausführliche Auskunft erhielten wir von niemandem, nur, dass die Bananen schon Wasser benötigten. Wir sahen das auch an anderer Stelle, wo Bananenpflanzen gewässert wurden. So gaben auch wir den Bananen, wie auch dem Rest vom Garten, jeden zweiten Tag eine Bewässerung. Bis die Blätter der Bananen immer stärker verwelkten. Auch der Stamm, fühlte sich feucht an und nicht trocken, trotz der Hitze die tagsüber herrscht. Die Sonne scheint so stark, dass die Blätter zusätzlich ausgebleicht werden. Immer schlechter sahen die Pflanzen aus, bis am 7. März, tatsächlich der Fruchtstengel einer Staude abknickte und wir erkannten, dass der Stiel bereits verfault war, also viel zu nass hatte. Demnach hatten wir es wohl zu gute gemeint mit Wasser geben. Ab sofort müssen die Bananen also ohne zusätzliches Wasser auskommen. Der Regen muss genügen, auch wenn dieser auf sich warten lässt. So haben wir etwas dazu gelernt und wünschen uns, dass die Nachkömmlinge besser gedeihen werden.

8. März 2025 - Papayaflut
So Pech wie wir mit den Bananen haben, um so besser gedeihen alle sechs Papayas im Garten, sogar die Pflanze, welche von einer Windböe umgestossen wurde. Diese Pflanze ist der absolute Wahnsinn, extrem Pflegeleicht, braucht kaum bis kein Wasser und wächst einfach so vor sich hin und das in einer Affengeschwindigkeit. Obwohl wir täglich eins bis drei Früchte ernten, wachsen immer wieder neue nach. Wir fragen uns schon, wie lange das wohl noch so gehen mag. Im Moment freut es uns, tagtäglich unsere Papaya Fruchtportion geniessen zu dürfen. Die jetzt nachwachsenden Früchte sind nicht mehr ganz so gross wie die ersten, aber immer noch ausreichend und super im Geschmack. Denn wir lassen die Früchte wirklich an der Pflanze ausreifen bevor wir diese ernten. So sind sie geschmacklich intensiver und einen bis zwei Tage im Kühlschrank, lassen sich die bereits reifen Früchte noch gut lagern.
Es wird berichtet, dass, nachdem die erste Papayafrucht geerntet werden konnte, die weiteren 365 Tage jeweils täglich eine weitere reife Frucht zum Ernten bereit ist.

13. März 2025 - Nochmals in eigener Sache
An dieser Stelle möchte ich erneut auf den Download Bereich hinweisen. Dieser wurde mit einem zusätzlichen eBook ergänzt, mit dem Titel „Leben“. Obwohl die Datei nur ein PDF zum downloaden ist und nicht die Funktionen von einem eBook enthält, könnte es doch der/die eine oder andere LeserIn interessieren. So wünschen wir viel Spass beim lesen für alle welche gespannt sind, was unter diesem Titel zu erfahren ist. Dies war auch der Grund, warum die Tagebucheinträge nicht regelmässig erfolgten. Wobei ich sagen muss, dass wir uns hier nicht unter einen künstlichen Stress setzen wollen. Daher ist es immer möglich, dass für längere Zeit nichts neues nachkommt. Wir bitten um Nachsicht ;-), Danke
13. März 2025 - Pflanzenkauf für den Garten
Bald beginnt die Regenzeit, die beste Zeit um neue Pflanzen in den Garten zu Pflanzen. Wir haben bemerkt, dass über den Sommer, also Dezember bis Februar ist es brutal heiss, die Pflanzen im Garten werden regelrecht gebraten. Anpflanzen ist tatsächlich sinnlos, auch wenn genügend gewässert wird. Sogar die jungen Bananen werden verbrannt und können diese Temperaturen schlecht ertragen. So sind denn auch unser ersten Bananenstauden mit Früchten dem verderben nahe.
Nun soll der Garten noch etwas Zuwachs erhalten, mit Zierpflanzen und Limetten Sträucher. Diese sind zwar sehr stachelig, aber die Früchte sind super schmackhaft für diverse Möglichkeiten, wie zum Kochen oder der Saft im Mineralwasser. So machten wir uns auf den Weg, um wieder einmal zu unserem jungen Gärtner zu fahren. Pro Transport können wir ca. 7-8 Pflanzen laden, mehr ist leider nicht möglich, obwohl wir noch so einiges im Garten platzieren könnten, besonders Zierpflanzen. Auch sind die Pflanzen nicht teuer, so dass wir bedenkenlos zugreifen können. Aktuell bekommt unsere „Drillingsblume“ oder „Bougainvillea“, die ersten Blüten. Diese immer Blühende Pflanze haben wir vor unserem Haustor gepflanzt, damit diese irgendwann einmal, zu einem Farbenprächtigen Eingangstor wird, siehe Bild unten. Im September als kleine Pflanze eingepflanzt und bereits über vier meter lange Triebe gebildet wächst diese unglaublich schnell. Es gefällt ihr zum Glück.
Nach kurzer Zeit haben wir die Pflanzen beim Gärtner ausgewählt, die Mopeds vorsichtig beladen und mit der doch schweren Last sicher Zuhause angekommen. Am nächsten Tag schauen wir dann, welchen Platz die Pflanzen erhalten dürfen, damit diese sich wohl fühlen und schnell entfalten können. Schritt um Schritt wächst unser Garten langsam an und wird immer bunter. Wir wünschen uns, dass die Sonne die Neuankömmlinge nicht gleich verbrennt, bis diese eine stattliche Grösse erreicht haben und damit mit der Hitze besser umgehen können.


26. März 2025 - Der Schlüsseldienst
Die wichtigsten Türen und Tore zu unserem Mietshaus haben nur einen einzigen Schlüssel. Das Eingangstor, die beiden Eingangsgitter vor den beiden Haustüren, sowie die vordere und hintere Eingangstür selbst. Leider ist es üblich hier in Tansania, dass Häuser mit etwas höherer Standardausstattung mit Grundstücksummauerung und Gitter an Fenster und Türen versehen werden. Die Tansanier selbst scheinen wirklich sehr ängstliche Menschen zu sein. Dabei ist zu erwähnen, dass uns bisher noch nie etwas gestohlen wurde, obwohl wir regelmässig den ganzen Einkauf auf den Mopeds lassen, für weitere Einkäufe. Das Gute daran ist, als Msungu (Weisser), steht man konstant unter Beobachtung. Irgendjemand schaut immer und genau diese Menschen würden sofort intervenieren, würde jemand etwas entfernen wollen. Die gegenseitige Hilfsbereitschaft ist und bleibt unübertroffen hier in Bagamoyo. Doch kommen wir endlich zumThema mit dem Schlüsseldienst. So haben wir vieleTüren und Gitter mit nur einem Schlüssel. Schon lange haben wir uns Gedanken gemacht, was, wenn wir einmal die Schlüssel verlieren würden.
Bei einem Besuch unseres Bekannten Simon, nutzten wir die Gelegenheit, um endlich herauszufinden, ob in Bagamoyo ein Schlüsseldienst existiert. In einer Selbstverständlichkeit erhielten wir die Antwort, ja sicher, soll ich euch hinführen?
Da der Weg nicht wirklich weit von Simon’s Zuhause war, fuhren wir noch am gleichen Tag zum besagten Schlüsselservice. Eventuell hätten wir diesen auch selber gefunden, denn er war gross und deutlich mit „Fundi wa Funguo“ angeschrieben. Aber Simon war natürlich und klar ersichtlich froh, wenn er am heutigen Tag etwas hinzuverdienen könnte. Verlangt wird meistens nie etwas, jedoch die Erwartung ist natürlich da. Besonders deshalb, weil die meisten Menschen hier längstens nicht über ein regelmässiges Einkommen verfügen.
Nach kurzer Prüfung unserer Schlüssel, holte der Fundi seine Rohlinge und verglich diese mit den original Schlüsseln. Alles da was notwendig ist, in einer Stunde könnten wir die Schlüssel wieder abholen und er brauche für alle Schlüssel 21000Tsh.
Nach besagter Stunde holten wir die Schlüssel wieder ab. Der Fundi meinte nur, sollten wir Probleme haben, dass ein Schlüssel nicht funktionieren würde, sollen wir uns wieder bei ihm melden. Dies war jedoch nicht notwendig, alle Schlüssel passten und öffneten die Türen wie erwünscht. Super Arbeit und das in einer Werkstatt von ca. einem Meter Breite und ca. 3Meter länge.
Wenn eine Dienstleistung und Bedienung freundlich ist, bezahlen wir meistens mehr als verlangt wird. Besonders dann, wenn der Preis entsprechend der geleisteten Arbeit nicht im richtigen Verhältnis steht. Umgerechnet ca. CHF 2.45.- pro Schlüssel. Mit 30’000Tsh war auch dieser Fundi sichtlich erfreut, als wir deutlich machten, kein Rückgeld zu erwarten. Gute Arbeit soll seinen Preis haben und ca. CHF 3.50.- pro Schlüssel fanden wir angemessener.
So wäre auch dies erledigt, um im Falle eines Falles, gewappnet zu sein.
